Selfkant-Süsterseel - Für Hobby-Musiker Lukas Jansen hat sich ein Traum erfüllt

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Für Hobby-Musiker Lukas Jansen hat sich ein Traum erfüllt

Von: Rainer Herwartz
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Leicht rauchige Stimme und toller Refrain: Mit seinem an der Gitarre selbst komponierten Song „That‘s my dream“ konnte Lukas Jansen beim Talentwettbewerb auf der Euregio Wirtschaftsschau in Aachen Jury und Publikum gleichermaßen überzeugen. Foto: Rainer Herwartz

Selfkant-Süsterseel. Auf den ersten Blick wirkt Lukas Jansen viel erwachsener, als er zumindest laut Eintrag in seinem Personalausweis ist. Der schlanke, sportliche junge Mann mit Bart und Brille ist gerade einmal 16 Jahre alt, könnte aber aufgrund seines ruhig-besonnenen Wesens auch als Mittzwanziger durchgehen.

Vielleicht ist es eben gerade diese Art, die ihm neben einem ungeheueren musikalischen Talent jetzt einen großen Erfolg bescherte. Lukas gewann in diesen Tagen souverän den diesjährigen Talentwettbewerb auf der Euregio Wirtschaftsschau in Aachen. Der Süsterseeler überzeugte die sechsköpfige Jury dabei mit seiner Eigenkomposition „That‘s my dream“. Er konnte sich nicht nur über 500 Euro in bar freuen, sondern erhält nun auch die Chance, demnächst bei verschiedenen Festen und Festivals in der Region aufzutreten.

Von wem Lukas, der die 10. Klasse des St.-Ursula-Gymnasiums in Geilenkirchen besucht, seine Musikalität geerbt hat, kann er nicht so recht sagen. Seine Mutter Marilena ist zwar ausgebildete Tänzerin und Choreographin, spielt aber ebenso wenig ein Instrument wie sein Vater. Der zumindest könne „sehr gut singen“, meint Lukas im Gespräch mit unserer Zeitung und lacht.

„Ich habe schon immer alles nachgesungen, ich war wie ein wandelndes Radio“, erzählt Lukas. Bruno Mars oder Jason Derulo waren dabei seine Favoriten. In der Grundschule dann habe er auch angefangen, Gitarre zu spielen. „Aber ich habe am Anfang gar nicht so viel Interesse an dem Instrument gehabt.“ Beim Wechsel aufs Gymnasium sollte sich das schlagartig ändern. Als er die Big Band der Schule zum ersten Mal gehört hatte, stand für ihn fest, „da will ich rein. Die Band hatte einen tollen Klang mit über 100 Leuten“. Drei Stücke habe er auf seiner Gitarre einüben und dann vortragen müssen, ehe der Musiklehrer und Dirigent des Orchesters grünes Licht gab. „Für die Big Band brauchte ich dann eine elektrische Gitarre, aber am liebsten spiele ich immer noch auf meiner Westerngitarre.“ Die meisten seiner Freunde hätten damals mit Musik gar nichts im Sinn gehabt, sagt Lukas. Gestört habe ihn das allerdings nie.

Portion Mut und Nervenstärke

„Mein Musikgeschmack änderte sich dann mit der Zeit. Ich habe zunehmend Gefallen an Balladen auf Deutsch und Englisch gefunden.“ Sie entsprachen vielleicht mehr seinem Wesen. „Ich bin eine Person, die oft tiefgründige Gedanken hat, aber auch lebenslustig sein kann und jede Menge Blödsinn im Kopf haben kann.“ Deutsch zu texten sei allerdings schwieriger als auf Englisch, „da reimt sich alles mehr“, sagt Lukas. Außerdem, lächelt er verschmitzt, würden die meisten im Englischen oft nicht so gut hinhören, was da eigentlich gesungen werde.

Jeder, der es schon einmal versucht hat weiß, dass durchaus eine Portion Mut und Nervenstärke dazu gehört, zum ersten Mal vor Publikum aufzutreten. Wie er dies gemeistert habe? „Auf dem Schulhof, das waren so die ersten Schritte, bei denen ich mich überwunden habe, vor Leuten zu spielen und zu singen, da war ich dreizehn.“ Mit 14 Jahren hätte er schon ein Schülersolo beim Chorkonzert gehabt.

Als er jetzt bei der Euregio Wirtschaftsschau vor über 300 Zuschauern auf der Bühne performen musste, sei das für ihn nicht der erste Auftritt bei der Wirtschaftsschau in Aachen gewesen. „Im ersten Jahr habe ich mich mit einem Video beworben, auf dem ich ein Lied von Philipp Poisel gesungen habe, ,Wie soll der Mensch das ertragen‘.“ Na ja, Lukas musste dann „ertragen“, dass sich der Erfolg damals noch in Grenzen hielt. Doch in diesem Jahr sollte er richtig durchstarten.

„Die Mitarbeiter der Euregio Messen GmbH haben mich zwei Wochen vor der Wirtschaftsschau kontaktiert und gefragt, ob ich Lust hätte, wieder mitzumachen.“ Und Lukas hatte Lust. Diesmal aber mit einem eigenen Song. „Mein Lied war zwar noch nicht fertig, aber das habe ich dann in den zwei Wochen fertiggeschrieben.“ Ein Liebeslied sollte es sein mit dem Titel „That‘s my dream“. Und sein Traum wurde wahr. 22 Talente insgesamt und 19 Sänger wollten in Aachen nicht nur die Jury, sondern auch die über 300 Zuschauer überzeugen. Keine leichte Aufgabe. Schon an zweiter Stelle musste Lukas auf die Bühne. Danach hieß es abwarten und zittern.

„Breites Lächeln im Gesicht“

„Es war auch jemand dabei, der es schon in den Recall bei Deutschland sucht den Superstar geschafft hatte“, erzählt Lukas. „Ich war zufrieden mit meinem Auftritt , habe gehofft, aber gerechnet habe ich nicht damit, dass ich gewinne. Es waren ja auch andere gute Leute dabei.“ Was er gefühlt habe, als schließlich sein Name als Gewinner genannt worden sei? „Ich hatte ein breites Lächeln im Gesicht bis zu den Ohren. Und das ging auch erstmal nicht mehr weg“, freut sich der 16-Jährige immer noch. Nicht nur 500 Euro konnte er einstreichen. „Ich habe schon einige Auftrittsangebote bekommen, zum Beispiel beim Europa-Festival in Herzogenrath-Kohlscheid, beim Bürgerfest in Aachen-Eilendorf oder beim Multi-Kulti-Fest in Aachen. Seinen Sieger-Song will Lukas jetzt aber erst einmal zu einem Video verarbeiten, das dann auf Youtube zu sehen sein soll.

Ob er später vielleicht Musik studieren möchte, könne er noch nicht so recht sagen, meint Lukas. Wer ihn aber am Klavier hört, dass er neben der Gitarre erst seit einem dreiviertel Jahr spielt, kann sich nur schwer vorstellen, dass dieses erstaunliche Talent nicht den Weg eines Musikers einschlagen sollte.

 

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