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Friedhofsbesucher ermordet: Haftstrafen für Jugendliche gefordert

Von: dpa
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Prozessbeginn Friedhofsmord Hückelhoven
Hans-Joachim Ringk, Verteidiger eines angeklagten jugendlichen Mädchens, gibt im Landgericht in Mönchengladbach vor dem Schwurgerichtssaal Interviews. Foto: dpa

Hückelhoven. Für den blutigen Mord an einem Friedhofsbesucher in Hückelhoven sollen drei 15 und 16 Jahre alte Jugendliche lange Zeit hinter Gitter. Die Staatsanwaltschaft beantragte für den 16-jährigen Hauptangeklagten neun Jahre und acht Monate Jugendstrafe - und blieb damit knapp unter der Höchststrafe von zehn Jahren.

Ein 16-jähriges Mädchen soll für neun Jahre in Haft, ein 15-jähriger mutmaßlicher Mittäter achteinhalb Jahre. Die vierte Angeklagte (16) soll in eine Psychiatrie eingewiesen werden.

Alle seien des gemeinschaftlichen Mordes und der schweren räuberischen Erpressung mit Todesfolge schuldig, befand die Anklägerin. Die Verteidiger forderten „angemessene Jugendstrafen” für die beiden Jungen und Bewährungsstrafen für die zwei Mädchen. „Als Eltern haben wir wohl versagt”, sagte eine Mutter der Angeklagten und entschuldigte sich beim Bruder des Ermordeten. Das Landgericht Mönchengladbach will an diesem Dienstag das Urteil verkünden.

Die vier Jugendliche sollen einen 54-jährigen erstochen haben, um sein Auto zu rauben und in Spanien „ein neues Leben zu beginnen”. Die 15 und 16 Jahre alten Angeklagten waren mit dem gestohlenen Wagen geflüchtet und in Paris festgenommen worden. Der Prozess gegen die Minderjährigen findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Laut Anklageschrift fragten die zwei Jungen und zwei Mädchen im März ihr argloses Opfer nach der Uhrzeit. Als der Mann ihnen nach der Auskunft nichtsahnend den Rücken zukehrte, sollen sie ihn niedergestochen haben. Obwohl ihnen der bereits tödlich verletzte Mann die Autoschlüssel und sein Handy gab, soll der 16-Jährige ihm erneut das Messer in den Körper gerammt haben.

Der 54-Jährige, der vor den Ostertagen das Grab seiner Eltern hatte besuchen wollen, verblutete hilflos auf dem Parkplatz des Friedhofs. Alle vier Angeklagten kommen aus problematischen familiären Verhältnissen. Drei von ihnen waren zeitweise im Heim untergebracht.

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