Frauenrath-Mitarbeiter spenden Urlaubstage für Flutopfer

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Betriebsratsvorsitzender Rudi Clemens (links) überbrachte Bürgermeister Bodo Ladwig in Fischbeck den Scheck der Kollegen.

Heinsberg. Gewiss, als die Bilder von den Überschwemmungen in Sachsen durch die Medien verbreitet wurden, gab es wohl niemanden, der nicht darüber geredet hätte. Auch irgendwie betroffen zeigten sich viele Menschen. Doch 47 Mitarbeiter der Firmengruppe Frauenrath ließen gleichsam Taten sprechen. Sie spendeten 47 Tage ihres Urlaubs. Das Resultat sind 10.000 Euro für Fischbeck an der Elbe, ein Ortsteil der Gemeinde Wust-Fischbeck im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt

Spontan, ohne lange zu fragen, ging dies über die Bühne. So wie bei den Helfern vor Ort, die sich per Facebook abgestimmt hatten und engagierten, wo Hilfe nötig war. „Unsere Spende sollte nach Fischbeck gehen, ein Ort der bei der jetzigen Flut traurige Berühmtheit erlangt hat“, so Betriebsratsvorsitzender Rudi Clemens von Frauenrath. In Fischbeck und Umgebung herrschen immer noch große Not und Verzweiflung. Hier ist noch viel Hilfe erforderlich.

Es sei auch immer wieder ein Trost, wenn Spenden ankämen. Das gebe den Menschen das Gefühl, „man hat uns nicht vergessen“. Auch die Bundeskanzlerin habe vor Ort schnelle und unbürokratische Hilfe versprochen. „Bis zum 30. August war allerdings noch nichts angekommen.“

Das gesammelte Geld kommt nun Familien für private Zwecke zu Gute. Es wird nicht etwa für Straßen oder öffentliche Einrichtungen verwendet. „Ich denke, die beste Entscheidung im Sinne aller Spender“, meint Clemens. Er begab sich selbst auf die Reise und ist hingefahren nach Fischbeck, um sich vor Ort ein Bild zu machen.

„Da war am 9. Juni auf einer Länge von 90 Metern, fast zwei Wochen lang ein Deich gebrochen“, erzählt Clemens. „Man hatte versucht, ihn zu retten.“ Allerdings vergeblich. Danach flossen etwa 1000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Region, fluteten 250 Quadratkilometer Land, Orte, die 20 bis 30 Kilometer vom Deichbruch entfernt liegen.

„Man hat Boote versenkt, um den Deich provisorisch abzudichten. Mittlerweile sind die Schiffe wieder herausgeholt, klein geschnitten und abtransportiert worden. Eine Spundwand sichert nun den Deich.“ Die Bewohner hätten aus ihren Häusern und Wohnungen fliehen müssen, als nach dem Bruch die Wassermassen in die Straßen strömten, sagt Clemens.

„Über Tage standen die Häuser unter Wasser. Erst knapp zwei Wochen später, kehrten viele der Einwohner wieder zurück. Es war ein schwerer Gang. Das Wasser stand teilweise zwei Meter hoch.“ Heute sehe der kleine Ort wie eine einzige große Baustelle aus.

Bürgermeister Bodo Ladwig hatte sich eine Stunde Zeit genommen und fuhr mit Rudi Clemens zum Deich, der ab Frühjahr 2014 komplett erneuert werden und begradigt werden soll. Im Frühling ist Baustart für den ersten Abschnitt. Auch das gebe den Menschen ein Stück Zuversicht. Ebenso wie das mitfühlende Engagement der 47 Spender von Frauenrath. Bodo Ladwig hat Rudi Clemens beauftragt, ihnen ein herzliches Dankeschön und herzliche Grüße in den Kreis Heinsberg auszurichten. Sie werden sich darüber freuen.

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