Frank Busemann: „Sport macht schlau, ausgeglichen und sexy“

Von: disch
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„Sport verbindet Menschen“: So lautete am Montagabend in Heinsberg eine der Botschaften von Frank Buse­mann, dem Silbermedaillengewinner im Zehnkampf bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta. Foto: Anna Petra Thomas
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Sportliche Schulen wurden von Kreissportbund und Kreissparkasse belohnt: Die Sieger des Sportabzeichen-wettbewerbs durften sich über Einkaufsgutscheine für Sportausrüstung freuen. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Das Sportabzeichen einfach so „aus der Hüfte“ machen? Mit dieser von so manchem Zeitgenossen gehegten Vorstellung räumte Frank Busemann, Silbermedaillengewinner im Zehnkampf bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, auf: „So einfach ist das gar nicht!“

 Eine gewisse Regelmäßigkeit im Training sei da schon zu empfehlen, lautete sein Ratschlag am Montagabend bei einem Vortrag in der Heinsberger Filialdirektion der Kreissparkasse.

Der Kreissportbund mit dem Vorsitzenden Ronnie Goertz und die Kreissparkasse mit den Vorstandsmitgliedern Dr. Richard Nouvertné und Hans-Josef Mertens zeichneten gemeinsam mit Frank Busemann zehn Schulen aus dem Kreis Heinsberg aus: Sie hatten im Verhältnis zu ihren Schülerzahlen besonders viele Sportabzeichen erreicht und waren bei dem mit 5000 Euro dotierten Konstantin-Reifferscheidt-Preis erfolgreich; benannt nach dem 2012 gestorbenen langjährigen Sportabzeichenbeauftragten und Ehrenvorsitzenden des Kreissportbundes. Zudem wurde der TV Erkelenz für einen beim Bundeswettbewerb 2012 gewonnenen Sonderpreis in Höhe von 500 Euro geehrt.

Frank Busemann (38), der bereits am Tag seiner Geburt in ­einem Sportverein angemeldet worden war, skizzierte die positiven Wirkungen von Bewegung: von der Verbesserung sowohl der Sauerstoffausnutzung als auch der Leistungsfähigkeit über Muskelzuwachs und Fettverbrennung bis hin zur Stärkung des Immun­systems und Stressvorbeugung, um nur einige Aspekte zu nennen. „Bewegung kann die Lebensqualität steigern!“ So eine Botschaft von Busemann, allerdings bringe es nichts, wenn man sich dazu zwingen müsse. Die Zuhörerinnen im Publikum dürften besonders gerne vernommen haben, dass Buse­mann Frauen als „robuster, zäher und leidensfähiger“ bezeichnete.

Den Wert des Kindersports für die Gesellschaft unterstrich der Sportler des Jahres 1996: Sport könne Kinder stark machen. Sie würden ausgelastet, hätten Aufgaben und Ziele, und sie würden lernen, sich von Negativerlebnissen nicht gleich ins Bockshorn jagen zu lassen. Denn zum Sport gehöre die Emotionalität: Da seien Erfolge zu feiern, aber auch Rückschläge zu verkraften.

Beim Verhältnis zwischen Leistungs- und Breitensport sprach Busemann auch die Rolle der Medien und der Wirtschaft an: Die Medien würden dafür sorgen, dass Leistungssportler Vorbilder sein könnten für Freizeitsportler. Ein Dilemma sei, dass sich die Wirtschaft oft nur auf Top-Athleten stürze. In diesem Zusammenhang stellte der gelernte Bankkaufmann, der in den 90er-Jahren bei der Stadtsparkasse Dortmund ausgebildet worden war, die Rolle der Sparkassen positiv heraus, die eben nicht nur Spitzensport, sondern vor allem auch die Basis unterstützen würden.

Das „tolle Miteinander“ im Breitensport machte Busemann an seinen ersten Marathon-Erfahrungen deutlich, als er von Krämpfen geplagt und schließlich von einem ihm eigentlich unbekannten Läufer – „von Wolfgang“ – ins Ziel begleitet worden sei.

Dieses tolle Miteinander erlebe er immer wieder auch bei Aktionen rund um das Deutsche Sportabzeichen – und dies generationenübergreifend. „Jeder kann Sport machen, wenn er will“, sagte Busemann. Beim Sportabzeichen würden Ziele gesetzt, und es sei toll, wenn sie erreicht würden. Dass dies nicht so einfach sei, zeige auch die Tatsache, dass zwei Millionen Menschen es jährlich probieren würden, aber nur die Hälfte es schaffe. Das Sportabzeichen sei ein objektiver Messwert für die körperliche Leistungsfähigkeit, so Buse­mann weiter, und es sei ein offizielles Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland.

„Sport macht schlau, ausgeglichen und sexy, Sport verbindet Menschen, Sport ist sozial, gesund und erlebnisreich“, warb Frank Busemann für den von ihm als „sehr, sehr wertvoll“ bezeichneten Sport, denn, so seine feste Überzeugung: „Sport braucht Menschen – Menschen brauchen Sport!“

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