Heinsberg-Oberbruch - Festhalle Oberbruch: 1,8 Millionen Euro nur fürs Nötigste

Festhalle Oberbruch: 1,8 Millionen Euro nur fürs Nötigste

Von: Rainer Herwartz
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Seit 1955 ist die Festhalle Oberbruch ein fester Veranstaltungsort in den Planungen von Vereinen, Organisationen und Privatleuten. Foto: Herwartz
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Auf der Suche nach einem Pächter oder Investor: Bürgermeister Wolfgang Dieder (rechts) und Erster Beigeordneter Jakob Gerards.

Heinsberg-Oberbruch. Über 58 Jahre hat sie mittlerweile auf dem Buckel. Und diese Zeit ist nicht spurlos an ihr vorüber gegangen. Im Jahr 1955 war die Festhalle in Oberbruch eröffnet worden. 550 Besucher finden in ihr reichlich Platz auf 387 Quadratmetern im unteren Festsaal und noch einmal 160 Quadratmetern auf der Empore.

Neben der Begegnungsstätte in der Heinsberger City ist sie mit ihrer 76 Quadratmeter großen Bühne seit vielen Jahren der größte Veranstaltungsort in Heinsberg – mit einer Anziehungskraft weit über die Grenzen der Kreisstadt hinaus.

Im Hinblick auf die Zukunft des in die Jahre gekommenen Bauwerks sieht es derzeit aber nicht gerade rosig aus. Die Pächterin, die Festhalle nebst angeschlossenen Brööker Stuben seit dem 1. April 1999 betreibt, wird ihren Vertrag, der noch bis Ende August nächsten Jahres läuft, nicht verlängern. Und was noch schwerer wiegt, um die dringend nötigen Sanierungsarbeiten zu berappen, müsste die Stadt Heinsberg rund 1,8 Millionen Euro locker machen. „Darin wäre aber noch keine energetische Sanierung und ebenso keine optische Aufwertung des Gebäudes enthalten“, erklärt Kämmerer und Erster Beigeordneter Jakob Gerards.

„Um den gesamten Komplex wirklich attraktiver zu gestalten, müsste man auch die Brööker Stuben komplett entkernen“, sagt Bürgermeister Wolfgang Dieder. Doch das sei dann nur ein Teilaspekt eines umfassenden Planes, der noch in den Sternen steht.

Obwohl die Festhalle in Oberbruch schon seit Jahren eine wirkliche Wohlfühlatmosphäre vermissen ließ, war der prekäre Zustand des Gebäudes, das früher in Teilen auch eine Zeit lang den Schwimmbadbesuchern als Umkleide diente, bislang wohl nur Wenigen bekannt. Eine Anfrage der SPD im Rat der Stadt zur Zukunft der Festhalle hatte sie unlängst in den Fokus gerückt. Mit einem überraschenden Ergebnis. „Zur Sicherstellung eines allumfassenden flächendeckenden Brandschutzes ist mit einem Kostenaufwand von circa 150.000 Euro zu rechnen“, erläutert Gerards.

Neben der Dachsanierung und der Erneuerung der Heizung stünden die Sanierung der Giebelwand und der Fassade sowie die Erneuerung der Sanitäreinrichtungen, der gesamten Raumlufttechnik und der gesamten Elektroanlagen an. „Die Dachabdichtung und Blitzschutzmaßnahmen sind mit 250.000 Euro zu veranschlagen, für die Fassade, Fenster und Türen fielen etwa 100.000 Euro an, ebenso für die Heizung. Die Sanitäranlagen schlügen mit 250.000 Euro zu Buche und für die Elektroanlagen wären etwa 300.000 Euro aufzubringen.“ Den Löwenanteil verschlänge jedoch die Raumlufttechnik mit Pi mal Daumen 600.000 Euro.

Angesichts solcher Summen könnte sich der Verdacht aufdrängen, dass die Stadt die in ihrem Eigentum befindliche Festhalle vielleicht etwas vernachlässigt habe. Doch das bestreiten Dieder und Gerards: „Wir haben alle zum Bestand der Halle notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen vorgenommen, das ist Fakt. Aber wenn sie zum Beispiel die Heizungsanlage und die Raumlufttechnik auf einen aktuellen Stand bringen wollen, dann löst dies zwangsläufig weitere Gewerke und damit intensive Kosten aus.“

Derzeit werde versucht, einen neuen Pächter zu finden, sagt Dieder. „Wir sprechen aber gleichzeitig auch mit potenziellen Investoren über zukunftsfähige Nutzungsmodelle. Dabei sind wir für alle möglichen Ideen offen. Mit einem neuen Pächter würde ein Nutzungskonzept erarbeitet, das die Frequenz der Hallennutzung steigert, damit die Oberbucher Festhalle gemeinsam mit der Begegnungsstätte Schwerpunktzentrum kultureller Veranstaltungen wird.“

Allein für den MGV Dremmen, den Instrumentalverein Karken oder den Musikverein Braunsrath war die Festhalle dies bislang immer noch. Sie werden sich eventuell nach einem neuen Domizil für ihre Konzerte umsehen müssen. Auch andere Veranstalter sind davon betroffen.

Sollte sich nach August 2014 übrigens noch keine Lösung gefunden haben, wird der Leerstand des Gebäudes die Stadt jeden Monat 1.600 Euro kosten, wie Gerards bestätigt.

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