FDP Selfkant beschwört beim Parteitag den alten Kampfgeist

Von: agsb
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Karl-Busch (2.v.r.), Vorsitzender der FDP Selfkant, begrüßte im Kreise der Vorstandsmitglieder Landtagsabgeordnete Ingola Schmitz (M.) sowie Stefan Lenzen (l.). Foto: agsb

Selfkant-Millen. Der alte Kampfgeist wurde mehrmals beschworen beim Parteitag der FDP Selfkant. In „Petras Hüttenzauber“ am Millener Weg begrüßte Vorsitzender Karl Busch zahlreiche Parteimitglieder und Gäste befreundeter Ortsgruppen aus dem Kreisgebiet. Als Ehrengäste begrüßte Busch die Dürener Landtagsabgeordnete Ingola Schmitz sowie Kreistagsfraktionsvorsitzenden Stefan Lenzen.

Busch überbrachte Grüße von Linus Stieldorf, er war mit 18 Jahren der jüngste Bundestagskandidat der Liberalen. Das Desaster für die FDP bei den Bundestagswahlen wirkte sich dennoch aus. „Die Austrittswelle nach der großen Schlappe auf Bundesebene macht uns in den Ortsverbänden schon Sorge“, erklärte Busch.

Die Querelen um das Gewerbegebiet Dörfliches Handwerk seien unglücklich gewesen und hätten hier und da Sympathien gekostet - aber die FDP sei bei ihrer Haltung und Meinung geblieben. Busch forderte die Gemeinde auf, weitere Gewerbegebietsflächen auszuweisen - unter anderem am Kreisverkehr Süsterseel. Auch „Urgestein“ Heinz Fiegen ergriff beim Parteitag kurz das Wort, er zeigte sich von seiner kämpferischen Seite.

Referentin Ingola Schmitz lobte den alten liberalen Kampgeist im Selfkant und empfahl, auch in Zukunft auf die Urgesteine zu setzen und sich für die Bürger und im Interesse der Gemeinde zu engagieren. „Man muss auch mal den Finger in die Wunde legen“, mahnte Schmitz den Kampfgeist an.

Busch legte hier gleich nach. Er ging auf die Pro-Kopf-Verschuldung von derzeit 83 Euro in der Gemeinde Selfkant ein und warf den Blick auf die nächste Zukunft, wo er ein Dilemma ausmachte. Denn laut Busch wächst der Schuldenstand der Gemeinde aufgrund des Mensa-Baus der Gesamtschule sowie des Ausbaus der Bergstraße Hillensberg gewaltig; auch Kreisumlage und fehlende Schlüsselzuweisungen vom Land bereiten den Liberalen Kopfschmerzen; Busch moniert, dass die Landesregierung die Kommunen im Regen stehen lasse. „Von der Gewerbesteuer bleiben uns nur 40 übrig“, war Busch schon in Wahlkampfstimmung.

Ein weiteres Thema am Abend war die Inklusion in der Schullandschaft. „Es kann nicht sein, dass die Landesregierung hier so einen harten Kurs fährt“, so Ingola Schmitz, die selbst am Europagymnasium in Kerpen als Oberstudienrätin tätig ist.

Schmitz stellte sich voll und ganz hinter den suspendierten Schulleiter aus Aachen. Einig waren sich alle, dass die Leidtragenden am Ende Kinder und Eltern seien, und man befürchtet ein Desaster in den Schulklassen. Schmitz lobte zuvor die Basisarbeit im Selfkant und erblickte in der Wahlschlappe auch eine Herausforderung.

Die Landtagsabgeordnete sah in dem neuen Parteichef Christian Lindner einen großen Hoffnungsschimmer am liberalen Horizont. Man müsse den Weg zurück zur starken Mitte finden. Christian Lindner steht als Ehrengast auf der Wunschliste der FDP Selfkant beim Neujahresempfang Anfang Januar in der Wehrer Bahn Süsterseel. „Dank Hans Schürgers stehen die Sterne gut, wir mussten zwei Termine unterbreiten und sind guter Dinge“, zeigte sich Vorsitzender Busch optimistisch.

In seinem Vortrag blickte Busch weiter auf große Ereignisse in 2013, wobei der Besuch von Alexander Graf Lambsdorff, Vorsitzender der FDP im Europäischen Parlament, sicherlich der Höhepunkt war.

Als Wahlleiter hatte Stefan Lenzen ein leichtes Amt. Vorsitzender bleibt weiterhin Karl Busch, als neuer Stellvertreter wurde Linus Stieldorf gewählt. Schatzmeister ist weiterhin Ernst Grein, als Besitzer erhielt Dr. Harry Koerver das Vertrauen.

Lenzen sah im Soli-Pakt eine Bestrafung für Städte und Gemeinden, die sorgsam mit ihrem Haushalt umgehen und nun zahlen sollen. „Das Land geht nicht fair mit den Kommunen um. Dass das Geld aus dem Soli-Pakt in den roten Ruhrpott geht ist schon seltsam“, so Lenzen.

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