Fantasy-Autor Markus Heitz öffnet die Tore zur Albae-Welt

Von: defi
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Der Bestseller-Fantasy-Autor Markus Heitz stellte in der Buchhandlung Gollenstede in Heinsberg sein neues Werk „Tobender Sturm“ vor, den „fulminanten Abschluss“ der Serie „Die Legenden der Albae“. Foto: defi

Heinsberg. Buchhandlung Gollenstede, 20 Uhr. Es ist kalt an diesem Abend auf der Hochstraße. Drinnen im Warmen hocken Fantasyfans geschart um Markus Heitz, der auch Journalist sein könnte oder Lehrer, sich dann aber doch für den Beruf des Autors entschied.

Er sei mit der Bahn angereist, tat er seinen Fans kund, das sei für einen Autor die bequemste und sicherste Methode, zu einer Lesung zu gelangen. Am neuen Manuskript zu arbeiten, das habe er zwar auch schon mal bei der Anreise mit dem Auto versucht, „ist aber nicht empfehlenswert“, gestand er seinem Heinsberger Publikum.

Markus Heitz zählt zu den zwei Prozent deutscher Bücherschreiber, die von ihrem Job leben können. Dies und einiges mehr, etwa dass er 42 Jahre alt sei, gab Heitz im Intro zu seiner Lesung bekannt. Lehrer habe er eigentlich werden wollen, ein Faustpfand, falls es mit der Schriftstellerei nicht mehr so gut laufen sollte. Danach sieht es allerdings nicht aus. Seit 2004 ist er als Autor erfolgreich. Vor zehn Jahren „cancelte“ er den Lehrer, schlug einen vielversprechenden Posten bei einer Saarbrücker Zeitung aus und tut seitdem nichts mehr, „als zu Hause zu sitzen und mir Geschichten auszudenken.“

Der preisgekrönte Fantasy-Bestellerautor schreibt nicht nur so, dass ihm seine Fans gerne in die Welt der Albae folgen, er ist auch ein sehr talentierter Erzähler, der einen Leseabend für sein Publikum vergnüglich zu gestalten weiß. „Wenn es mir gelingt, den Leser auf die dunkle Seite zu ziehen, dann habe ich meinen Job gut gemacht“, sagt Heitz.

Wer das erste Mal die Reise hinüber auf die „dunkle Seite“ antritt, muss aber ganz schön aufpassen, dass er nicht den Faden verliert unter den vielen mysteriösen Gestalten mit merkwürdigen Namen, die für Neulinge schwer auseinanderzuhalten sind. Zwerge hat Markus Heitz in einem seiner anderen erfolgreichen Projekte schon groß rausgebracht. Er bleibt ihnen auch im aktuellen Werk „Tobender Sturm“ treu.

„Tobender Sturm“ hat gerade erst die Schreibstube des Autors verlassen und berichtet den Lesern nun, wie „Die Legende der Albae“ fortfährt. Dieser vierte Band der überaus erfolgreichen Albae-Legende, „eine kleine, aber feine Serie“. Das ist Understatement pur bei schlappen 550 Seiten, die wieder von den etwas anderen Bösewichten erzählt. Es geht um die Kultur der Albae, ihre Denkweise, ihren Wandel im Laufe der Zeit. Und natürlich um ordentliche Kloppereien: „Aber die Kriegspfeile der Albae jagten spielend einfach hindurch und drangen noch in ein, zwei weitere Körper dahinter ein. Wer nicht sofort tot niederstürzte, erlitt schwerste Verletzungen. Nachdem Daitolór die Hälfte seiner Geschosse verbraucht hatte und kaum mehr als vierzig Herzschläge vergangen waren, stand von dem Barbarentrupp nichts und niemand mehr; sogar die Reittiere lagen auf der Erde. Die Albae stellten den Beschuss ein.“

„Der fulminante Abschluss einer der erfolgreichsten Fantasy-Serien unserer Zeit“, preist der Piper-Verlag „Tobender Sturm“. Aiphatòn, der Held in „Tobender Sturm“, war einst Kaiser der Albae. Nun bricht er auf, die Letzten seines Volkes zu vernichten, um seinen Schwur „Von den Albae soll niemals mehr eine Gefahr ausgehen“ zu erfüllen. Markus Heitz ist ein Meister im Schaffen geschlossener Welten. Er versteht es, Legenden zu spinnen, die vielleicht vom Thema her nicht ganz neu sind, aber ihre Anziehungskraft nicht verloren haben – auch dank einer bildhaften Sprache: „Mit einer dosierten Armbewegung ruckte Aiphatòn den Speer herum, sodass die gegnerische Waffe zur Seite geschlagen wurde. Die gepanzerte Rechte zuckte schlangenbissschnell vorwärts, über Nrashqs Schild hinweg, packte dessen Kehle und zerquetschte sie mit einem knorpeligen Knacken. Röchelnd stürzte der Feind nieder, griff sich an den deformierten Hals, ohne das Ersticken dadurch aufhalten zu können.“

Markus Heitz tat gut daran, der Zeitung den Rücken zu kehren, denn solche Bilder gehören zwischen zwei Buchdeckel.

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