Fall Karl D. steht kurz vor der Lösung

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
sextäter karl d randerath
Der Sexualstraftäter Karl D. wurde in Randerath überwacht. Foto: dapd

Aachen. Karl D. ist am Dienstag die Aufnahme in die Rheinischen Kliniken in Düren verweigert worden. Das ergaben Recherchen dieser Zeitung, die am Abend das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium bestätigte.

Der aus der Haft entlassene Sexualstraftäter war auf Anweisung der Aachener Polizei in Begleitung seines Therapeuten und eines Polizisten nach Düren gefahren. Dort allerdings teilte die Klinikleitung mit, sie dürfe Karl D. gar nicht aufnehmen und bezog sich auf Weisungen des Gesundheitsministeriums und des Klinikträgers, dem Landschaftsverband Rheinland.

Diesen Verlauf der Ereignisse bestätigte auch D.s Aachener Anwalt Wolfram Strauch. Im Anschluss wurde Karl D. zurück in das Hotel im Gebiet des Aachener Altkreises gebracht, in dem er seit Samstag unter Polizeischutz wohnt.

Auf Anfrage dieser Zeitung allerdings teilte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums mit, es habe gar keine Weisung des Ministeriums gegeben, die die Aufnahme D.s in Düren untersage. „Wenn es die Klinik für nötig befunden hätte, Herrn D. aufzunehmen, hätten wir sicher nicht interveniert”, sagte die Sprecherin.

Nach Aussage von Anwalt Strauch hatte die Klinikleitung gegenüber Karl D. geäußert, in dieser Zeitung von seiner Absicht gelesen zu haben, sich in Düren einweisen zu lassen und ihm daraufhin ein Zimmer freigehalten. Dieses Zimmer werde noch für einige Tage freigehalten, sagte Strauch, „für den Fall, dass eine Einigung auf politischer Ebene erzielt wird”.

Trotz der Ereignisse am Dienstag gehen mit dem Fall befasste Entscheidungsträger weiter davon aus, dass eine jedenfalls vorübergehende Lösung des Falles, also D.s Einweisung in eine geschlossene Anstalt, unmittelbar bevorsteht.

Während nun die Aachener Polizei die permanente Observation D.s übernommen hat, beginnt die Heinsberger Polizei, den Fall zu den Akten zu legen. Die Überwachung des Hauses der Familie von Karl D.s Bruder Helmut in Heinsberg-Randerath soll in Kürze eingestellt werden. Das teilte Landrat Stephan Pusch (CDU) auf Anfrage mit.

Karl und Helmut waren vergangene Woche übereingekommen, dass die Belastung für Helmuts Familie durch Karls Anwesenheit zu groß geworden sei. Daher geht der Landrat davon aus, dass Karl D. nicht in den Ort Randerath zurückkehrt, in dem er nach seiner Haftentlassung Ende Februar 2009 fast zwei Jahre lang gelebt hatte.

Pusch freue sich für die Familie, für seine Polizeibehörde, die durch die ununterbrochene Überwachung D.s erheblich belastet worden sei, und auch für den Ort. „Ich hoffe”, sagte Pusch am Dienstag, „dass die Normalität sobald wie möglich nach Randerath zurückkehrt.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert