Hückelhoven - Fachleute nehmen sich Zeit für Fragen zum Sozial- und Arbeitsrecht

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Fachleute nehmen sich Zeit für Fragen zum Sozial- und Arbeitsrecht

Von: hewi
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Sie beraten in Sachen Sozial- und Arbeitsrecht: Detlef Müller, Manfred und Markus Küsters (v.l.). Wenn es um den Rentenantrag seien viele Versicherte überfordert. Foto: Wichlatz

Hückelhoven. Seit Anfang März gibt es im Maschinenhaus am Schacht 3 ein Beratungsangebot zu Fragen zum Sozial- oder Arbeitsrecht, zu Hartz IV, zu Rentenanträgen und anderen Angelegenheiten, bei denen Hilfe benötigt wird. Jeden ersten Donnerstag im Monat stehen Knappschaftsälteste am Schacht 3 den Hilfesuchenden mit Rat und Tat zur Seite.

Seitdem haben rund 55 Ratsuchende das kostenlose Angebot wahrgenommen, wie Manfred Küsters hervorhebt. Das sind durchschnittlich acht Ratsuchende pro Beratungstag. „Das Angebot wird gut angenommen“, erklärt Küsters, der mit Detlef Müller und seinem Sohn Markus berät. „Die Unsicherheit und das Unwissen der Menschen im Umgang mit Themen des Sozialrechts sind groß“, sagt Müller.

Er ist einer der sechs Versicherungsältesten, die die rund 15.000 Versicherten der Knappschaft Bahn See betreuen. Angesiedelt sind sie im Regionalforum der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie und greifen damit auf die Strukturen zurück, die man aus den aktiven Bergbauzeiten kennt. Daher war es schon fast folgerichtig, dass Schacht 3 als Ort für das neue Beratungsangebot gewählt wurde.

Bei der Beratung lassen sich die Fachleute Zeit. Rund anderthalb Stunden dauert es, bis ein Rentenantrag ordentlich ausgefüllt ist.

Kompetenz gebündelt

Nötig ist das Angebot, weil der Beratungsbedarf steigt und die Sprechstunden, die die Versicherungsältesten anbieten, aus allen Nähten platzen. „Entweder man muss sehr lange auf seinen Termin warten oder man bekommt erst gar keinen“, sagt Küsters. Diese Erfahrung haben auch sein Sohn Markus und Detlef Müller gemacht, die ebenfalls als Versicherungsälteste arbeiten.

Durch die Bündelung der Beratungskompetenz und die Zusammenlegung an einem zentralen Ort sind sie in der Lage, dem Bedarf der Versicherten besser nachkommen zu können. „Die Menschen brauchen schnell Beratung und Hilfe, wenn sie mit einem Thema konfrontiert werden, das sie überfordert“, betont Müller.

Ein wachsender Beratungsbedarf besteht auch im Bereich der Witwenrenten. Bei den sensiblen Gesprächen legen Betroffene und Berater Wert auf Diskretion. „Das geht am besten bei Hausbesuchen“, sagt Müller. Einige Witwen haben schon Schwierigkeiten, anstelle der bekannten Kontonummern die nun im Zahlungsverkehr erforderlichen Kennziffern BIC und IBAN zuzuordnen.

Um kompetent und richtig beraten zu können, müssen sich die Versicherungsältesten selbst immer wieder schulen und auf den neuesten Stand bringen lassen. Jede Rentenreform und Gesetzesnovelle bringt neuen Beratungsbedarf mit sich, auf den sich die Fachleute einstellen müssen.

Das Beratungsangebot beschränkt sich aber nicht auf Knappschaftsversicherte. „Wir beraten auch Menschen, für die die Deutsche Versicherungsanstalt zuständig ist“, betont Küsters. „Wir unterscheiden nicht, wir helfen.“ Dieses Verständnis stammt noch aus den aktiven Betriebsratszeiten bei Sophia-Jacoba.

„Früher konnte man im Betrieb zum Berater gehen“, ergänzt Detlef Müller. „Heute haben viele Betriebe solche Strukturen nicht mehr und die Menschen wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen.“ Daher sei eine zentrale Anlaufstelle wie Schacht 3 gut geeignet, um die Ratsuchenden wirklich zu erreichen.

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