Ex-Kicker Jens Nowotny zu Gast im Knast

Von: agsb
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Jens Nowotny begutachtet das Vereinswappen von Bayer Leverkusen. Foto: agsb
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Jens Nowotny in lockerer Runde im Gemeinschaftsraum der DFB-Wohngruppe in der JVA Heinsberg. Foto: agsb

Heinsberg. „Ich bin ein Mann der Zusammenarbeit“, versprach Ex-Bundesligaprofi Jens Nowotny bei seinem letzten Besuch in der JVA Heinsberg in vergangenen Jahr und erklärte: „Ich kann natürlich nicht jede Woche vorbeikommen, aber ich denke, dass man hier was auf die Beine stellen kann.“ Der damals 39-Jährige besuchte als Pate des NRW-Projektes der Sepp-Herberger-Stiftung „Anstoß für ein neues Leben“ die DFB-Wohngruppe innerhalb der Justizvollzugsanstalt Heinsberg.

Die Sepp-Herberger-Stiftung hat diese Resozialisierungsinitiative im Jahr 2008 gestartet. Die jugendlichen Strafgefangenen sollen über den Sport und in Zusammenarbeit mit verschienenen Institutionen, unter anderem der Bundesagentur für Arbeit, Chancen erhalten, in Zukunft den richtigen Weg einzuschlagen.

Torwartlegende Oliver Kahn hat die landesweite Schirmherrschaft übernommen. Viele Prominente Fußballer haben sich seither in den Dienst der Maßnahme gestellt. Jens Nowotny hielt sein Wort. Er war vor wenigen Tagen zum zweiten Mal in der eigenen Welt hinter den Heinsberger Gefängnismauern.

Neubau gefällt

Der Neubau der JVA ist inzwischen fertiggestellt, Nowotny konnte sich von den neuen Räumen ein Bild machen. „Das ist viel schöner als beim ersten Besuch“, fand der inzwischen 40-Jährige. Nowotny entdeckte dann das Vereinswappen von Bayer 04 Leverkusen, begutachtete es und zeigte sich überrascht von den künstlerischen Fähigkeiten der JVA-Kicker.

Und dann kamen auch die Kicker selbst, die bis dahin noch in Arbeits- und Ausbildungsbetrieben gewerkelt hatten. Die Insassen hatten voller Stolz das Nationaltrikot angezogen. In einer lockeren Runde plauderte der Ex-Nationalspieler über seine Fußballzeit, stand gerne Rede und Antwort.

„Ich möchte kein Trainer im Profigeschäft werden“, sagte Nowotny nach einer Frage ob er sich vorstellen könnte, ins Trainergeschäft einzusteigen. Bei der Frage nach dem derzeit besten Bundesligaspieler musste Nowotny nicht lange überlegen. Er sieht Toni Kroos von Bayern München ganz weit vorne.

Ein Alptraum

Auf die Frage nach dem unangenehmsten Gegenspieler nannte der einstige Abwehrspieler ganz klar den Franzosen Thierry Henry. „Der war blitzschnell. Ich erinnern mich an ein Champions-League Spiel gegen Bordeaux, beiden Mannschaften reichte ein Remis fürs Weiterkommen, beide durften aber nicht verlieren“, erklärte Nowotny und erzählte weiter: „Wir hatten Schweißausbrüche, wenn Henry an den Ball kam. Er war ein Alptraum“, erinnerte sich der Ex-Profi.

„Ich sah in meinen Bewegungen immer recht langsam aus, aber ich lief die 100 Meter in 11,2 Sekunden. Henry war da wesentlicher Schneller, kam auf 10,4 Sekunden“, so Nowotny. Seine einzige Chance sei gewesen, den Franzosen nicht an den Ball kommen zu lassen. Der Ex-Leverkusener lobte Zinédine Zidane als den technisch besten Gegenspieler.

Nach dem lockeren Plausch ging es auf den neuen Kunstrasenplatz. Das Wetter spielte mit, so war dann auch die Stimmung bestens. Und nach dem Besuch des DFB-Mobils erlebten die jungen Fußballer eine weitere nicht alltägliche Trainingseinheit.

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