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Evangelische Gemeinde: Mit mobiler Kirche ran an die Menschen

Von: Rainer Herwartz
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„Man macht die Klappe auf und schon kann es losgehen“, sagt Pfarrer Sebastian Walde. Bald werden durch die mobile Kirche an vielen Orten der Stadt Heinsberg Gottesdienste unter freiem Himmel möglich sein. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Wer seine diamantene Hochzeit feiert und selbst keine Kirche mehr besuchen kann, den besucht in Heinsberg vielleicht schon bald die Kirche selbst – und nicht nur dann. Das Projekt, das hier im Reformationsjahr verwirklicht wird, setzt Zeichen.

Und gleichsam wohl einmalig im Kreis Heinsberg: Eine mobile Kirche, die auf einem Anhänger aufgebaut ist und es damit möglich macht, dass Kirche im wahrsten Sinne des Wortes zu den Menschen kommen kann.

„Gottesdienste und Angebote für Kinder und Jugendliche am Wohnort oder an besonders schönen Plätzen unter Gottes freiem Himmel sind so mit geringem Aufwand möglich“, kann der evangelische Pfarrer Sebastian Walde seine Vorfreude auf den zweiten Adventssonntag nicht verbergen, Dann nämlich soll die mobile Kirche feierlich eingeführt werden unter dem Motto: „ . . . und sie bewegt sich doch“.

Es sei kein Zufall, dass dieses Projekt im Jubiläumsjahr der Reformation verwirklicht werde, sagt Walde. Denn seit der Reformation verstehe sich die evangelische Kirche als eine „ecclesia semper reformanda“, eine sich immer neu durch Gottes Wort zu reformierende, zu erneuernde Kirche. „Diese Lebendigkeit und Beweglichkeit zeichnet unsere evangelische Kirchengemeinde aus und wird in der mobilen Kirche sinnbildlich verwirklicht.“

Die Idee hierzu sei ihm im Zuge des Firmenjubiläums der Dr. Holzinger-Messebaugesellschaft gekommen. „Ich dachte, es wäre schön, zum 50-jährigen Bestehen etwas zu machen, was zu uns passt, uns auch widerspiegelt. Es sollte etwas sein, dass wir nicht tagtäglich machen, sondern einzigartig ist. Ich habe Pfarrer Walde gefragt, ob ihm nicht etwas einfiele.“ Und aus diesem sei es geradezu herausgesprudelt. Er habe ihn gleich mit fünf verschiedenen Ideen bombardiert, sagt Marcel Schuckel, Geschäftsführender Gesellschafter von Dr. Holzinger, und lacht.

„Es gibt eine Eifelgemeinde namens Daun, die auch eine kleine mobile Kirche besitzt, weil das Gebiet, in dem die Gläubigen sich verteilen, sehr groß ist. Davon hatte ich gehört“, so Walde. Auch der Presbyterin Anne Trevisan waren schon im Urlaub im Allgäu oder an der Ostsee vergleichbare Einrichtungen aufgefallen. „Bei uns ist es ähnlich, wir können auch nicht in jedem Ort einen Raum erwerben oder mieten. Mit einer mobilen Kirche hat man alles dabei. Man macht die Klappe auf und schon kann es losgehen“, schwärmt Walde.

Die Klappe, von der er spricht, befindet sich jetzt auf einem viermal zweieinhalb Meter großen Anhänger. Mit Hilfe von „hoffentlich noch einzuwerbenden Spendengeldern“ erwarb die Kirchengemeinde den Hänger. Die Firma Dr. Holzinger übernahm nicht nur den Auf- und Ausbau samt Planung, sondern stellte das Material des Innenausbaus kostenlos zur Verfügung. „Am Ende wird die mobile Kirche fast so aussehen wie die Christuskirche in Heinsberg – nur in klein“, meint Trevisan. Natürlich ist auch genügend Platz für einen Altar.

Die gestalterische Idee hatte übrigens das Messebau-Unternehmen. „Wir haben einen Entwurf gemacht, der direkt gefiel“, erklärt Schuckel. Das war im August dieses Jahres. Nur rund einen Monat habe die Planung gedauert. Dabei spielte eine wichtige Rolle, dass der zur mobilen Kirche ausgebaute Hänger allerlei Stauraum für Dinge vom Abendmahlgeschirr bis zur Musikanlage, oder für Spiele bieten sollte. Zudem kann er als kleine Bühne für eine Jugendband dienen. „Wir sind so auch für Aktionen mit Kindern und Jugendlichen gerüstet“, sagt Walde. „Man kann den Anhänger überdies im Zuge der aufsuchenden Jugendarbeit nutzen“, skizziert Trevisan die Vielfalt der Möglichkeiten.

„Du kannst Kirche einladen und Kirche kommt zu Dir“, sei ein Gedanke, der dahinterstecke, erläutert der Pfarrer. „Ich bin sehr froh, dass die mobile Kirche schon im Advent fertig wird und im Refor-mationsjahr. Es ist ein Sinnbild dafür, dass Kirche in Bewegung bleiben muss, um Menschen zu erreichen.“

Am 2. Adventssonntag, dem 4. Dezember, wird um 18 Uhr die mobile Kirche mit einem Adventsgottesdienst und anschließendem Empfang feierlich in Dienst gestellt. Dazu sind alle Interessierten herzlich auf den Vorplatz der Christuskirche, Erzbischof-Philipp-Straße 10, eingeladen

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