Erwin Staas baut dem Christkind seine Krippe

Von: Anna Petra Thomas
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Die orientalische Krippe ist nicht der erste Stall, den Krippenbauer Erwin Staas gebaut hat. Und sicher wird es auch nicht der letzte sein. Fotos (2): Anna Petra Thomas Foto: Anna Petra Thomas
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Vor zehn Jahren machte sich Staas ans Werk, seinen ersten Krippenstall zu bauen.

Wassenberg-Effeld. Am Anfang standen da die Krippenfiguren im Wohnzimmer, handgeschnitzt in Südtirol, 15 Zentimeter groß, geerbt von den Schwiegereltern. Einen Stall hatten sie zwar, aber der gefiel Erwin Staas nicht. Und so machte sich der Effelder vor gut zehn Jahren ans Werk, seinen ersten eigenen Krippenstall zu bauen.

Klingt wie ein sehr mutiges Vorhaben für einen Steuerberater. Der heute 69-Jährige lacht und verrät, dass er vor seinem Weg ins Finanzwesen einen „richtigen“ handwerklichen Beruf gelernt hat. Staas ist gelernter Gießereiformer und kam so während seiner Ausbildung mit Schreinerarbeiten für die dazu notwendigen Holzmodelle in Berührung. Werkzeug hatte er auch genug. „Bastelarbeiten mit Holz machten mir immer schon immer Spaß“, sagt er.

Also machte er sich ans Werk. So entstand sein erster Stall, schon weitaus großzügiger gestaltet, als man ihn sich für ein normal großes Wohnzimmer so denkt. Alles wurde von Hand in unzähligen Stunden minutiöser Bastelei aus einfachen Kiefernholzleisten mit einem kleinen Messerchen geschnitzt, die Dachschindeln ebenso wie die Geländer des Heubodens, die kleine Heukarre und auch die kleine Harke.

„Inzwischen hatte der Krippenbau mich begeistert, ja fast süchtig gemacht“, erinnert er sich. So war es für ihn gar keine Frage, auch seinem Sohn und dessen junger Familie den Wunsch nach einer tollen Krippe zu erfüllen. „Als frischgebackener Opa ging ich gleich wieder mit Elan und vielen neuen Ideen ans Werk.“ Und die brauchte er auch, denn sein Nachwuchs wünschte sich eine orientalische Krippe. Staas gab sich ganz seiner Fantasie hin und machte sich ohne jegliche Vorlage an die Arbeit.

Der Wunsch von Tochter und Schwiegersohn nach einer Krippe ließ nicht lange auf sich warten und stellte den Hobbyschnitzer erneut vor eine Herausforderung. Hier lautete die Aufgabe, den bereits vom verstorbenen Schwiegervater selbst gebastelten Stall in die neue Krippenlandschaft zu integrieren. Auch das gelang. „Da dann meiner Frau Hilde die orientalische Krippe meines Sohnes so gut gefiel und dieser Stil auch besonders gut zu unserem Wohnstil passte, musste sie mich nicht lange bitten“, schmunzelt Staas zum Start von Krippenprojekt Nummer vier. Es folgte eine Krippe als Geschenk für Freunde zur Goldhochzeit, noch eine kleine für das Patenkind der Tochter – und schließlich machte sich der Opa sogar ans Werk, die Carrera-Bahn seines Enkels in eine tolle Landschaft mit Riesenrad und vielem anderen mehr zu integrieren.

Zwischenzeitlich fiel sein Blick wieder auf seine beiden eigenen Krippen. Dass sie „so einfach auf dem Tisch standen“, gefiel ihm ganz und gar nicht. Also begann Staas, sie um eigene Unterbauten zu erweitern.

Komplettes Dorf

Seine erste Krippe erhielt nun ein komplettes Dorf untendrunter, von dem aus eine Treppe zur eigentlichen Krippenlandschaft im „Obergeschoss“ führt. Noch eindrucksvoller fiel der Unterbau für seine große, orientalische Krippe aus. Sie ziert nun als Unterbau der Felsendom von Jerusalem und die Klagemauer.

Dass sein kreatives Hobby gar nicht mit hohem finanziellen Aufwand verbunden ist, zeigen vielfältige Bestandteile in seinen Krippen, die er ganz einfach bei Waldspaziergängen gefunden hat. So besteht ein Großteil seiner orientalischen Krippe aus einer großen Wurzel, ebenso wie die eigentliche Krippe für das Christkind.

Die Palmen hat der kreative Bastler aus Tannenzapfen gefertigt, indem er die Schuppen von unten bis in die Spitze herausgenommen hat und in die verbleibenden, offenen Schuppen oben feine, grüne Stoffblätter eingeklebt hat. Aus alten, weißen Kunststoffdeckeln in verschiedenen Durchmessern ist ein kleiner Brunnen entstanden. Über die Deckelränder fließt sogar Wasser – in Form getrockneten Klebstoffs aus der Klebepistole.

Pfiffige Ideen entwickelt Staas auch in puncto Fertigung. So gleichen die Spitzen feiner Zaunelemente eine der anderen – einem einfachen Bleistiftspitzer sei Dank. Und Abfall kennt er gar nicht. Die Samen der Zapfen werden bei der nächsten Krippe wieder zu Dachschindeln…

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