Erstes Abenteuer-Sportwochenende: Mit verbundenen Augen Neues entdecken

Von: Anna Petra Thomas
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Team (rechts) und Teilnehmer waren begeistert vom ersten Abenteuersport-Wochenende des Vereins „Jugend aktiv“. Foto: Anna Petra Thomas
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Heinsberg. Große, bunte Tücher als Dächer für unterschiedlich hohe Tunnel, eine zur Rolle gebundene Turnmatte oder kunstvolle Bauwerke aus großen und kleinen Kästen: Ein wahrhaft abenteuerlich anmutendes Bild bot sich am Samstagmorgen dem Besucher in der Grebbener Sporthalle.

Den jungen Teilnehmern am ersten Abenteuersport-Wochenende seiner Art blieb es jedoch zunächst verborgen. Sie hatten nämlich die Aufgabe, sich mit verbundenen Augen und nur mit einem Seil als Orientierung den Weg durch die Halle zu bahnen.

„Cool“ und „geil“ waren da die am meisten ausgesprochenen Worte, als sich die Jungs die Hallenlandschaft hinterher gemeinsam ansehen durften. Dieser sogenannte Sensitiv-Parcours war einer der Höhepunkte des Wochenendes, das der Verein für unabhängige Jugendarbeit im Kreis Heinsberg, kurz „Jugend aktiv“ genannt, an verschiedenen Orten der Region durchführte.

Los ging‘s für die 22 Jungen im Alter zwischen elf und 14 Jahren am Freitagnachmittag mit der Anreise zum Jugendhaus auf dem Zeltplatz des Kreises Heinsberg in Birgelen. Dort wurden sie vom Betreuerteam unter der Leitung von Sebastian Schmitz empfangen. Nach dem gemeinsamen Abendessen stand eine große Kletterwand in einer Hückelhovener Sporthalle im Mittelpunkt des Geschehens. Der Hückelhovener Streetworker Markus Bassauer und sein Team stellten sich mit ihrer Ausrüstung ebenfalls ehrenamtlich in den Dienst der guten Sache. „Und die Jungs waren begeistert“, erzählt Willi Engels, Mitbegründer und Vorstandsmitglied von „Jugend aktiv“. Zunächst auf drei Meter Höhe und dann auch ganz nach oben hätten sich alle getraut, erzählt er.

Nach dem Sensitiv-Parcours und weiteren Spielen am Samstagvormittag stellte ein Kistenklettern in der Grebbener Sporthalle am Nachmittag den Mut der Jungs vollends auf die Probe. Unterstützt und gesichert wurden sie dabei von Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr. Spiel und Spaß rundeten den zweiten Tag am Abend ab, unter anderem im Heinsberger Hallenbad. Nach einem gemeinsamen Frühstück, Aufräumen und Säubern des Jugendhauses hieß es dann für Teilnehmer und Team, nach einem gelungenen Wochenende wieder Abschied zu nehmen.

Alle waren begeistert. „Sonst ist das Wochenende doch meistens langweilig“, erzählte Frederik (14) aus Oberbruch, „mit Freunden treffen, rumhängen…“ In Vereinen war er schon mal, Fußball und Kampfsport, aber das war nicht von Dauer. Mehr Angebote wie diese hier, die würde er sich wünschen.

Wie Teilnehmer und Team freute sich auch Initiator Schirmherr Wolfgang Paulus über den Erfolg der gesamten Aktion. Als Leiter des Sozialamts und Integrationsbeauftragter hatte er die Idee zu diesem integrativen Wochenende für Kinder, deren Eltern derartige Freizeitaktivitäten normalerweise nicht finanzieren können. Dank einer Spende des Heinsberger Gewerbe- und Verkehrsvereins (G&V) blieb so auch nur noch ein Eigenbeitrag von fünf Euro. Über die Sozialarbeiter in den Schulen und in Jugendeinrichtungen waren die Jugendlichen aktiv zu diesem Wochenende eingeladen worden.

Integrativ wurde das Abenteuer dann sogar in zweierlei Hinsicht. Zum einen waren neben deutschen Teilnehmern auch Jungen dabei, die familiäre Wurzeln in Albanien, Armenien, im Kosovo, in Nigeria oder in der Türkei haben. Zudem kamen sie aus nahezu allen Schulformen, vom Gymnasium bis zur Förderschule. Etwa die Hälfte von ihnen lebt in Heinsberg, die übrigen in Gangelt, Geilenkirchen, Hückelhoven und Wassenberg.

„Mit traditionellen Sportarten kann man viele Jugendliche heute kaum noch gewinnen“, bestätigte Paulus die Aussage des Teilnehmers aus Oberbruch. „Wir haben es auch schon mit Fußball oder Handball versucht.“ Das Angebot für Abenteuersport kam dagegen ausgesprochen gut an. „Wir waren ausgebucht“, freut er sich. Er sei selbst sportlich aktiv. Im Rahmen gemeinsamer sportlicher Aktivitäten ließen sich Barrieren leicht überwinden und Ängste nehmen. „Neue Freundschaften können entstehen“, so Paulus.

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