Heinsberg-Randerath - Erntedank mit barocken Klängen

Staukarte

Erntedank mit barocken Klängen

Von: Johannes Bindels
Letzte Aktualisierung:

Heinsberg-Randerath. Die evangelische Kirche in Randerath ist bekannt für außergewöhnliche Aufführungen klassischer Musik. Dies ist auch dem fachkundigen Publikum bekannt, das gern und zahlreich auch das letzte Konzert zur Erntedankzeit annahm.

So konnte Pfarrerin Beate Dickmann wieder ein Programm anbieten, das im Zusammenspiel von Orgel (Christine Moraal), Flöte (Ricarda Schumann) und Gesang (Mezzosopranistin Marie-José van den Beuken) erstmals als Ensemble Werke von deutschen und englischen Barockkomponisten darbot.

Ein passender Rahmen

In ihrer Moderation und Vorstellung der einzelnen Programmpunkte nahm Beate Dickmann das Publikum mit auf einen virtuellen Ausflug in das 17. und 18. Jahrhundert. Die auch aus dieser Zeit stammende Kirche (erbaut 1717/1718) bot dabei den passenden Rahmen.

Unter Bezug auf den Namen der Konzertreihe „Orgelplus“ gab Dickmann weitere Informationen zur Orgel, die 2006 restauriert wurde. „Im Zuge der Restaurierung erfuhren wir, dass unsere Orgel aus alten originalen Orgelteilen aus dem Barock stammte und damit zusammengebaut war.

Da nur wenige Teile nicht aus der alten Zeit stammten, war auch für den Denkmalschutz klar, dass wir mit diesem Kleinod nun auch eine Barockorgel hier in unserer Kirche haben“, ergänzte Dickmann.

Warmer, hölzerner Klang

Mit Christine Moraal, die Klavier und Musikwissenschaft studierte und an der University of Michigan promovierte, spielte die Organistin der evangelischen Gemeinde aus Vaals-Gulpen die Barockorgel. Begleitet wurde sie von Flötistin Ridarda Schumann auf ihrer Traversflöte, einer Querflöte mit warmem, hölzernem Klang.

Die an der Musikhochschule in Köln ausgebildete Musikerin ist an vielen Konzerten im In- und Ausland mit dem Trio Cassis und der Capella Aquisgrana beteiligt. Komplettiert wurde das Ensemble durch Marie-José van den Beuken als Mezzosopranistin. Van den Beuken studierte Gesang am Maastrichter Konservatorium.

Englische Komponisten

Als ersten Programmpunkt führte das Ensemble Werke der englischen Barockkomponisten John Blow (Voluntary in C) und Henry Purcell (The Plaint) auf. Letzterer wurde auch als „orpheus britannicus“ geehrt und ist der bedeutendste englische Komponist des Barocks. Im weiteren Ablauf folgten dann Werke deutscher Barockmusiker wie Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian Bach und Nikolaus Hasse.

Ricarda Schumann demonstrierte bei Telemanns Werk „7. Fantasie in D-Dur“ (TWV 40:8) mit ihrem Solo, wie ausdrucksvoll das Flötenspiel klingen kann.

Das gelang van den Beuken ebenso bei ihrem Solo im Vortrag von Nikolaus Hasse „Geistliche Seelen-Musik“, die einem gesungenen Gebet durchaus vergleichbar war. Und das Solo der Organistin Christine Moraal bei Johann Sebastian Bachs „Italienisches Konzert – Allegro, Andante und Presto“ war Anlass genug, sich als Zuhörer in dem prächtigen Gefüge von Raum und Klang in Meditation zu versenken.

Mit viel Applaus bedacht

Im letzten Beitrag „Die Zufriedenheit“, einer Kantate in drei Sätzen wiederum von Georg Philipp Telemann, harmonierte das Orgel- und Flötenspiel sauber mit dem Gesang der Mezzosopran-Stimme.

Für die anspruchsvollen und gelungenen Vorträge wurden die Interpretinnen mit viel Applaus und jeweils einem Blumenstrauß von der Pfarrerin belohnt.

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