Erkelenz-Venrath - Erdbeben hat teure Nachwirkung für die Venrather Kirche

WirHier Freisteller

Erdbeben hat teure Nachwirkung für die Venrather Kirche

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
6633787.jpg
Sanierungsfall: Stolz steht er da, der stattliche Turm der Venrather Kirche. Doch im Mauerwerk des Gebäudes sind Risse zutage getreten, die teilweise vom Erdbeben 1991 stammen und dringend bearbeitet werden müssen. Foto: Stefan Klassen
6632809.jpg
Bis auf Weiteres Ausweichquartier: die Kapelle in Kaulhausen. Foto: Stefan Klassen

Erkelenz-Venrath. Katholiken haben es derzeit in Venrath nicht leicht: Derzeit müssen sie nämlich ins Auto oder aufs Rad steigen und in Kaulhausen zur dortigen Kapelle des Heiligen St. Wendelin zum Gottesdienst fahren. Denn seit Juni wird ihre Kirche St. Valentin saniert. Grund: höhere Gewalt.

Die Sanierung ist dringend nötig, denn im Mauerwerk hatten sich Risse gezeigt, die beseitigt werden mussten, bevor die Bausubstanz noch stärker angegriffen würde. „Die Schäden stammen noch teilweise vom Erdbeben aus dem Jahr 1991“, erklärt Kirchenvorstandsmitglied Rainer Merkens. Doch damals sei nicht ausreichend reagiert worden, und so hätten sich die Schäden ausweiten können, bis man sich gezwungen sah zu handeln. Der neugotische Bau wurde 1868 eingeweiht. Seit 2010 gehört die Kirchengemeinde mit 15 weiteren Gemeinden zur Pfarrgemeinde St. Maria und Elisabeth.

Derzeit ist das stolze, weithin sichtbare Venrather Kirchengebäude eine große Baustelle. Weite Teile sind eingerüstet, Material lagert auf dem Außengelände, die Handwerker haben reichlich zu tun. Rund 800 000 Euro wird der Erhalt der Kirche kosten. 70 Prozent davon übernimmt das Bistum, den Rest steuert der Ortsausschuss aus dem Fabrikfonds der ehemaligen Pfarrgemeinde bei.

„Optimistisch geschätzt, werden wir Ostern wieder in unserer Kirche feiern können“, hofft Merkens. „Optimistisch“ deshalb, weil man nach dem eigentlichen Zeitplan schon beim Einräumen sein müsste. „Doch dann wurde klar, dass die Schäden weitaus umfangreicher sind als wir anfangs angenommen haben.“ In diesen Tagen sitzen Kirchenvorstand und Vertreter des Bistums und der Denkmalschutzbehörde zusammen, um die Schäden zu analysieren und die folgenden Schritte - und vor allem die Kosten - zu klären. Und so wird es wohl noch eine Weile dauern, bis in Venrath wieder Gottesdienst gefeiert werden kann.

So gilt es nun, aus der Not eine Tugend zu machen: Dem Provisorium im benachbarten Kaulhausen kann deshalb Gerta Gormanns auch etwas Positives abgewinnen. „Der Gottesdienst in der Kapelle hat etwas sehr Persönliches“, sagt sie. Mit Tischen aus dem Pfarrheim und einem schlichten Lesepult wurde dort ein provisorischer Altar eingerichtet. Regelmäßig finden jedoch nur höchstens 15 Besucher den Weg zu den Messen. Von Venrath aus organisieren Gormanns und die Organistin Anne Jansen einen Fahrdienst zu den Gottesdiensten, damit gerade die älteren Mitbürger, die nicht mehr so mobil sind, teilnehmen können.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert