Wegberg - Ende der Saison? Von wegen: Es läuft alles überall weiter...

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Ende der Saison? Von wegen: Es läuft alles überall weiter...

Von: Monika Baltes
Letzte Aktualisierung:
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Wie buntes Herbstlaub rieseln verträumte Vorstellungen durch die Gedanken: Was machen die, die am Sommer verdienen, an den kalten Tagen? Sie genießen auch die Schönheiten des Herbstes. Foto: Schuldei

Wegberg. Das Ende der Saison. Der heiß umkämpfte Tisch im Biergarten ist nicht mehr heiß umkämpft und plötzlich frei. Der Sommer verwöhnte mit überdurchschnittlich vielen Sonnenscheinstunden. Vorbei! Wenn jetzt die Sonne scheint, dann ist das nicht mehr selbstverständlich.

Der freundliche Italiener wird seine Eisdiele verlassen, um den Winter bei den Bambini in Italien zu verbringen, der Bademeister schließt das Schwimmbad ab und bewirbt sich irgendwo in den Bergen als Skilehrer.

Der Hotelier zieht sich mit einem dreißig Jahre alten Whisky ins Kaminzimmer zurück, und die Mitarbeiter des Bauhofs stellen den Rasenmäher ab und warten am Fenster auf die ersten Schneeflocken. Soweit die verträumten Vorstellungen, die wie buntes Herbstlaub durch die Gedanken rieseln und sich auf Nachfrage als völlig unrealistisch erweisen.

Schlange stehen an der Eisdiele ist in der Tat nicht mehr nötig. Wer sich jetzt ein Eis gönnt, muss nicht lange warten. „Wir haben vor, bis Mitte Dezember zu öffnen“, erklärt Felice Carmosino vom Eiscafé Duemilla in Wegberg. „Die Angebotspalette wird zwar ein wenig eingeschränkt, aber der Genuss bleibt“, verspricht er.

Reiner Saisonartikel

Carmosino weiß, dass Eis längst kein reiner Saisonartikel mehr ist und zu jeder Jahreszeit schmeckt. Den Winter wird er natürlich in Wegberg verbringen.

Zufriedenheit im Hallenbad Wegberg. Bäderbetriebsleiter Dietmar Gisbertz berichtet von „stabilen Besucherzahlen im vergangenen Sommer“, auch wenn „bei brütender Hitze die Leute lieber ins Freibad gehen und wir den Wettbewerb im Kreis Heinsberg natürlich zu spüren bekommen haben.

In Erkelenz wurde im vergangenen Jahr ein neues Schwimmbad eröffnet.“ Das Ende der Saison ist hier klassischerweise der Beginn der Saison. „Wer jetzt schwimmen geht, geht ins Hallenbad.“ Keine Rede vom Skilehrer.

Im Hotel Esser in Wegberg-Kipshoven heißt das Zimmer, in dem der Kamin brennt, „Rüsterzimmer“, aber niemand aus der Familie wird es sich hier im Winter gemütlich machen, sondern nur Gäste.

„Wir haben kein Saisongeschäft“, bestätigt Helene Esser. 45 Hotelzimmer wollen gepflegt werden, mit Saisonkräften arbeitet das Hotel nicht. „Wenn der Andrang groß ist, muss die Familie eben schneller laufen“, lacht sie.

Hauptsächlich Mitarbeiter und Gäste des Siemens Prüf- und Validationcenters in Wildenrath sowie Tagungsgäste werden beherbergt, „im Sommer und im Winter“.

Alles multifunktionell

Im Bauhof sitzt niemand am Fenster. „Wir sind mit dem Laub beschäftigt, die letzten Rasenschnitte stehen an“, erklärt Marc Neumann, Fachbereichsleiter Baubetriebshof. „Bei uns ist alles multifunktionell, die Mitarbeiter und die Maschinen“.

Zum Saisonwechsel wird das Mähwerk der Großflächenrasenmäher abgenommen und durch Kehrmaschine oder Schneeschaufel ersetzt. Geräte müssen gepflegt und gewartet werden – „unsere Aufgaben sind über den ganzen Jahreskreis verteilt.“ Sogar die städtischen Weihnachtsbäume sind schon ausgesucht.

Das Ende der Saison. Aber alles geht weiter – nichts und niemand kommt zur Ruhe. Schöne neue Welt.

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