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Emma Kirkby: Die „Grande Dame“ der Alten Musik zu Gast

Von: Anna Petra Thomas
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Mit Alter Musik beeindruckten die britische Sopranistin Emma Kirkby unddas Münchener Ensemble Phoenix, Domen Marinčič, Michal Gondko und Joel Frederiksen (v.l.) in St. Georg Wassenberg. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg. Dass die Künstler schon nach Abschluss ihres ersten Konzertteils nicht ohne zweiten Auftritt in die Pause entlassen wurden, spricht für das, was den Zuhörern des achten Meisterkonzerts in der Propsteikirche St. Georg in Wassenberg geboten wurde. Mit der britischen Sopranistin Emma Kirkby war hier die „Grande Dame“ der Alten Musik zu Gast. Und das nicht alleine, sondern zusammen mit drei Musikern des Münchener Ensembles Phoenix.

 

Zum achten Mal dürfe er jetzt im Rahmen des Heinsberger Gitarrenfestivals zu einem Meisterkonzert begrüßen, erklärte Theo Krings als Festivaldirektor zu Beginn der Veranstaltung den rund 200 Gästen, die in den Kirchenbänken Platz genommen hatten.

Wie denn ein solcher Weltstar wie Emma Kirkby nach Wassenberg komme, sei er an der Abendkasse immer wieder gefragt worden, so Krings. Weitere Städte des Kreises Heinsbergs seien in diesem Jahr die Festival-Planung einbezogen worden mit dem Ziel, für jede Kommune ein ganz eigenes musikalisches Thema zu positionieren. In Wassenberg habe es spontan den Wunsch gegeben, sich auf Alte Musik zu konzentrieren, erklärte Krings. Er habe mit Joel Frederiksen, Bassist und Lautenist, in München telefoniert.

Dieser habe einen Auftritt zusammen mit Emma Kirkby vorgeschlagen, den es in gleicher Besetzung erst einmal in München gegeben habe. Neben Joel Frederiksen waren Michal Gondko, der im Konzert eine Laute und eine romantische Gitarre spielte, sowie Domen Marini, der die Klänge einer Viola da gamba und eines Violincellos in das Konzert einbrachte, die Mitmusiker.

Unterschiedliche Besetzungen

In unterschiedlichen Besetzungen widmeten sich die vier Musiker im Laufe des Abends Werken des englischen Komponisten John Dowland. Nach der Pause präsentierten sie Werke der Romantik von Franz Schubert. Emma Kirkby brillierte dabei nicht nur mit ihrer Stimme, die trotz ihrer mittlerweile 64 Lebensjahre immer noch silberhell klang und dabei ein sehr gutes Textverständnis ermöglichte.

Auch in Phasen, in denen sie nicht sang, war mitten im Geschehen, was ihre eindrucksvolle Mimik und Gestik bewiesen, bei denen der dominant-bescheidene Grundton ihres Auftretens etwas in den Hintergrund trat. Es schien geradezu, als würde sie die Musik ihrer drei Kollegen nicht nur mit ihren Ohren, sondern auch mit ihren Augen regelrecht in sich aufsaugen.

Gesanglich beeindruckten Kirkby und Frederikson solo, im Duett, gar à capella. In Stücken wie „Der Schnee zerrinnt“ oder dem „Nachtstück“ zeigten beide ihre ganze stimmliche Bandbreite. Mit dem bekannten Erlkönig setzten sie gemeinsam einen gelungenen Schlusspunkt, dem nach stehenden Ovationen des Publikums noch zwei Zugaben folgten.

Begeistert von dem Konzert waren auch drei im Kreis bekannte Sängerinnen: „Wenn man Alte Musik liebt, ein Muss“, sagte Mezzosopranistin Monika Schumacher. „Das gesamte Ensemble ist super aufeinander abgestimmt. Ein echter Hörgenuss.“

Eine erfrischend jugendliche Stimme mit Temperament, bescheinigte Sopranistin Natalie Diart Emma Kirkby. „Fantastisch!“, fasste sie ihre Eindrücke zusammen. Von einer „Präsenz wie ein junges Menschen“, sprach schließlich Sopranistin Susanne Peschen aus Geilenkirchen.

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