Eine „ganz große Sache“ im Taschenbuchformat

Von: mb
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Zufriedene„Nachbarn unter sich“: die Herausgeber und Autoren Helmut Wichlatz und Kurt Lehmkuhl, Silke Weich vom Nationalpark, Autor Gerd Grunewald und Bürgermeister Reinhold Pillich (v.r.n.l.). Foto: Koenigs

Wegberg. Taschenbuchformat und doch eine ganz große Sache. Am Mittwoch wurde in der Wegberger Mühle das Buch „Nachbarn unter sich/Buren oder elkaar“ der Öffentlichkeit vorgestellt – „ein in Europa einmaliges Projekt“, wie die Herausgeber Kurt Lehmkuhl und Helmut Wichlatz nicht ohne Stolz anmerkten.

Die Idee zu dem zweisprachigen Buch stammt von Wichlatz, bei der Umsetzung war der Zweckverband Deutsch-Niederländische Naturpark Maas-Schwalm-Nette behilflich. Über Presse und Radio habe man nach Autoren für dieses Projekt gesucht, erklärte Silke Weich vom Zweckverband. Vier deutsche Autoren (Gerd Grunewald, Clemens Hardmann, Kurt Lehmkuhl und Helmut Wichlatz) und drei niederländische Schriftsteller (Joe Bruekers, Marian Louwers und Jurriaan Ritzer) fanden sich mit dem Ziel, spannende Geschichten unter dem Oberbegriff „Missetaten im Meinweg“ (so der Untertitel des Buches) zu verfassen.

Für das Buch haben die Autoren beider Sprachen in einem Team zusammengearbeitet und jeweils die Geschichte ihres Schreibpartners in ihrer Muttersprache frei nacherzählt oder übersetzt. Herausgekommen ist ein Wendebuch, das die Geschichten sowohl in deutscher, als auch in niederländischer Sprache erzählt. „Ich bin zwei Bücher“, scherzte Wegbergs Bürgermeister Reinhold Pillich bei der Buchvorstellung und verwies auf die beabsichtigte Nachhaltigkeit des Projektes. Grenzüberschreitende Kontakte seien zustande gekommen, die erhalten bleiben.

Der Meinweg, der bereits im Mittelalter durch die umliegenden Kirchdörfer beiderseits der heutigen Grenze genutzt wurde und heute die Städte Wegberg, Wassenberg, Roermond und Roerdalen umfasst, bietet die Kulisse für dramatische, unheimliche, mysteriöse und gruselige Geschichten. Die Schauplätze sind vertraut, die Bahnstrecke des Eisernen Rheins, zwischen Tankstelle und Gartencenter in Vlodrop, der Schlossweiher in Tüschenbroich, die Naturschutzstation in Wildenrath, ein Straßencafé in Roermond. Der Zeitbogen der Geschichten spannt sich von rund zehntausend Jahren vor unserer Zeitrechnung bis ins Jahr 2011.

Seit im Herbst 2011 mit der Verwirklichung des Projektes begonnen wurde, gab es manche Herausforderung zu bewältigen: Sprachbarrieren, verschiedene Mentalitäten und Erzählstile, die Suche nach Worten, Inhalten und Übereinstimmung. So wurden die spannenden Geschichten auch ein spannendes Projekt für die Autoren, die während ihrer Arbeit viel über das Meinweggebiet gelernt haben, Unterschieden und Gemeinsamkeiten begegnet sind, Stimmungen eingefangen und Kontakte über Grenzen hinweg gepflegt haben.

Die erste Auflage wurde in einer Stückzahl von 1300 Büchern gedruckt. Das Buch ist im hkl-Verlag erschienen und ab sofort im Buchhandel für 9,90 Euro erhältlich.

Am Freitag, 21. Juni, werden Gerd Grunewald und Helmut Wichlatz einige Geschichten aus dem Buch in der Gaststätte „Zum Nussbaum“ in Wegberg-Rickelrath, Dülkener Straße 86, lesen. Weitere Lesungen sind sowohl auf der deutschen als auch auf der niederländischen Seite des Meinwegs geplant.

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