Eine beeindruckende Vielfalt beim Abend der Kulturen

Von: Helmut Wichlatz
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In der Hückelhovener Aula beteiligte sich auch Elena Schmidt mit Werken von Tschaikowski am Abend der Kulturen. Foto: Koenigs

Hückelhoven. „Wer offen ist, kann mehr erleben.“ Das Motto der bundesweiten interkulturellen Woche traf auch in der Aula den Abend der Kulturen auf den Punkt. Dort stellten Teilnehmer eines Integrationskurses und weitere Akteure mit Migrationshintergrund ihr Können unter Beweis. Das Besondere: Einige der Akteure sind gerade einmal ein Jahr in Deutschland.

Den Besuchern bot sich ein interessantes und vielseitiges Programm aus Musik und Information, das Einblicke in die Kultur und Besonderheiten der Herkunftsländer der Akteure gab. „Wir hätten auch das dreifache Programm bieten können“, betonte Birgit Fluhr-Leithoff kurz vor Beginn des rund zweistündigen Programms.

Die Pädagogin am Hückelhovener Gymnasium gehört zum Organisationsteam der interkulturellen Woche in Hückelhoven. Auch wenn Sprache der Schlüssel zur Integration sei, dürfe man auch seine eigene Herkunft nicht vergessen, denn „nur so funktioniert das kulturelle Miteinander“.

Den Auftakt machte Elena Schmidt am Flügel mit Auszügen aus Tschaikowskis „Die Jahreszeiten“. Sie ist seit rund neun Monaten in Hückelhoven und stammt ursprünglich aus der Region am Ural. Mitorganisator Heinz-Josef Schmitz zeigte sich selbst beeindruckt von der Menge an Veranstaltungen und Events, die in Hückelhoven im Rahmen der interkulturellen Woche stattfinden.

„Damit können wir ohne Probleme neben Städten wie Mönchengladbach bestehen, die weitaus größer sind“, betonte der Integrationsbeauftragte der Stadt. Der stellvertretende Landrat Willi Paffen hob hervor, dass in Hückelhoven Menschen aus 86 Nationen miteinander leben und arbeiten.

„Gastfreundschaft ist nicht auf den Urlaub beschränkt“, mahnte er. „Für Rassismus und Ausländerfeindlichkeit ist kein Platz im Kreis Heinsberg.“ Viele der Familien mit ausländischen Wurzeln seien schon in zweiter oder dritter Generation hier und damit fester Bestandteil und Bereicherung der Gesellschaft.

Wissenswertes über den Iran wussten Sotudeh Yarmohammadi und Nariman Mohajerian zu berichten. Das Ehepaar wohnt seit rund einem Jahr in Kleingladbach und besuchte auch den Integrationskurs von Natalia Kern beim TÜV Nord.

Seit sechs Jahren wohnt Hamed Khezer Ebrahimi in Erkelenz. In der Aula berichtete auch er über seine persische Heimat. Für Stimmung und gute Unterhaltung sorgte der Chor Rjabinuschka aus Erkelenz. Der 20-köpfige Chor besteht aus Aussiedlerinnen und fand sich vor 20 Jahren im Bauxhof zusammen. Die Musik und Kultur Portugals stand im Vortrag der Familie Olivera.

Mit eindrucksvollen Bildern und Fakten präsentierten sie ihre Heimat von einer den Zuschauern bis dahin vielleicht unbekannten Seite. Auch das Gymnasium hatte zum Gelingen des Abends beigetragen und aus der Musical-AG den Musiklehrer Claas Otto und seine Schülerin Griet Meuser an den Klarinetten ins Rennen geschickt.

Auch die Landsmannschaft der deutschen aus Russland steuerte im Foyer der Aula ihre informative Wanderausstellung über die Geschichte der Russlanddeutschen bei. Projektleiter Josef Schleicher und der Vorsitzende des Heinsberger Ortsverbandes Alexander Böttcher standen den Besuchern für Fragen Rede und Antwort.

Da Integration nicht nur im Kopf stattfindet, gab es in der Pause im Foyer auch kulinarische Spezialitäten aus den Ländern der Akteure. So konnten sich die Besucher das Thema Integration im wahrsten Sinne des Wortes schmecken lassen. Die interkulturelle Woche geht noch bis Sonntag und bietet eine Reihe von sportlichen und informativen Angeboten im gesamten Stadtgebiet.

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