Ein gut restaurierter Traktor ist eine sichere Kapitalanlage

Von: hewi
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Traktor
Klangvolle Namen wie Hanomag, Deutz, Gründler und natürlich Lanz Bulldog lassen Kenneraugen aufleuchten. Foto: Koenigs

Hückelhoven-Doveren. Alle zwei Jahre wird eine rund zehn Hektar große Feldfläche am Kühlerhof zum Mekka für Bastler, Tüftler und Technikliebhaber. Denn wenn der Lanz Bulldog Verein West einlädt, gibt es Landmaschinen und vor allem Traktoren zu sehen, die schon Jahrzehnte auf dem Buckel haben.

Klangvolle Namen wie Hanomag, Deutz, Gründler und natürlich Lanz Bulldog lassen Kenneraugen aufleuchten, und mancher erwachsene Mann wird wieder zum technikbegeisterten Kind. Mit rund 450 ausgestellten Landmaschinen, allen voran natürlich die Traktoren, ist das Treffen in Doveren seit den 90ern ein Schwergewicht in der Szene. Dementsprechend war das Gelände schon am Freitag gut besucht mit Campern, die ihre Bau- oder Wohnwagen stilecht mit dem Oldtimer zum Kühlerhof gezogen hatten.

Überall wurde gefachsimpelt

Der Lanz Bulldog ist so etwas wie die Harley Davidson unter den Traktoren, weiß auch Frank Bongartz. Der Schriftführer des Bulldog-Vereins hatte seine liebe Mühe, die Kontrolle und den Überblick zu behalten, denn selbst beim einsetzenden Regen ließen es sich die stolzen Besitzer der Technikveteranen nicht nehmen, mit ihren Fahrzeugen herumzuknattern und sich den anderen zu zeigen. Denn neben der Schrauberei an den Altertümchen gehört das Cruisen natürlich zu den Lieblingsdisziplinen der Traktorfans.

„Vor zwei Jahren hatten wir rund 3000 Besucher“, berichtete er am Rande des Events. Die Besucherzahlen sind seit einigen Jahren stabil und nicht vom Wetter abhängig. „Die Leute kommen auch bei Regenwetter“, betonte der Vorsitzende Hans Holzweiler, der mit dem Motorroller auf dem Gelände unterwegs war.

Überall wurde gefachsimpelt und Tipps ausgetauscht, wo man an die begehrten Ersatzteile kommen könnte. Bei der Arbeit konnte man die Geräte auch bewundern, denn ein Teil des Feldes konnte unter den Augen der Besucher wie vor 50 oder mehr Jahren geerntet werden.

Martin Krings vom „Bauernmuseumsverein Selkant“ stand gerne Rede und Antwort. Er hat sich ganz dem Lanz Bulldog verschrieben. Sein eigener stammt aus Australien, wohin er in den 50er Jahren verkauft worden war.

Die Bulldogs reichen zurück bis zum Anfang des Jahrhunderts und sahen am Anfang längst noch nicht so aus, wie man sich heute einen Traktor vorstellt. Auch technisch steckte alles noch in den Kinderschuhen. Die Zehnliter-Einzylinder mussten mit einer Glühlampe vorgeglüht werden, bevor sie loslegen konnten. Sollte von Vorwärts- und den Rückwärtsgang gewechselt werden, musste der Motor entsprechend umgesteuert werden. Wichtig waren auch die großen Schwungräder an den Seiten, über die mittels Zahnriemen die Dreschmaschinen betrieben werden konnten. Für ihre Zeit also schon ganz vielseitige Maschinen.

„Der Lanz war das Nonplusultra“, betonte der Krankenpfleger, der sich das Basteln an den Maschinen beim Großvater abgeschaut und ansonsten selbst beigebracht hat. Das Konzept war so überzeugend, dass der Bulldog in einigen Ländern einfach kopiert wurde.

Polnischer Bulldog

Der polnische Bulldog hieß „Ursus“ und war natürlich am Kühlerhof ebenfalls vertreten. Vor allem die schlichte Präzision der Technik ist es, die Krings und seinen Bruder fasziniert. So könnte ein solcher Traktor durchaus auch mit Olivenöl fahren, „da ist er nicht so wählerisch“. Die Arbeit am Gerät ist langwierig und wird immer wieder von der Suche nach geeigneten Ersatzteilen unterbrochen. Dabei können jedoch auch beachtliche Werte entstehen.

„Ein gut restaurierter Bulldog ist eine sichere Kapitalanlage, die nicht an Wert verliert“, schwärmte er. „Gute Traktoren finden schnell einen Käufer.“ Verkaufen würde er seinen australischen Bulldog jedoch nicht.

Der Lanz Bulldog Verein West hat am Kühlerhof eine rund tausend Quadratmeter große Halle, in der die Fahrzeuge und Geräte unterstehen und gewartet werden. Rund 180 Mitglieder hat der Verein.

Zu den Treffen kommen regelmäßig Besucher aus der ganzen Region und den Niederlanden. „Es ist die Faszination an dieser starken und zugleich einfachen Technik, die uns alle verbindet“, betonte Frank Bongartz.

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