Ein Ausflug in die Welt der Kunst

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
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Rosi Trampert (mit Brille) gab den Mitgliedern der Schreibgruppe „Ein K essen Buntes“ sehr gerne Erläuterungen zu den einzelnen Kunstwerken. Sie hatte überhaupt eine Menge zu erzählen. Foto: hewi
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Sich mit Kunst und einzelnen Kunstwerken auseinanderzusetzen, war für die meisten Mitglieder der Gruppe eine ganz neue Erfahrung. Foto: hewi

Hückelhoven-Millich. Im Künstlertreff Eesdron empfing Rosi Trampert ungewöhnlichen Besuch. Die Schreibgruppe „Ein Kessel Buntes“ hatte sich für einen Ausflug in die Welt der Kunst angesagt. Dabei handelt es sich um eine Schreibgruppe aus Menschen mit und ohne Behinderung, die sich regelmäßig samstags in der Birgdener Wohnstätte der Lebenshilfe Heinsberg trifft. Und der Ausflug wurde zu einer wirklich interessanten Reise in die eindeutig zweideutige Welt der Kreativität.

Denn in der Galerie Eesdron gibt es eine Menge zu entdecken. Noch interessanter wird die Entdeckungsreise, wenn man die Kunstwerke auch anfassen darf und zusätzlich kompetente Erläuterungen durch die Betreiberin bekommt. Auch für die war der Besuch eine interessante Erfahrung, denn die Gruppe brachte natürlich auch eine teilweise sehr eigene Sichtweise zum Thema Kunst mit, über die es sich zu diskutieren lohnte.

Zu sehen bekamen die Besucher neben den Werken des 2008 verstorbenen Künstlers Hans-Peter Trampert auch Arbeiten der Aachener Künstlerin Mallo Wünschmann, die sich der Herstellung natürlicher Farben und Materialien verschrieben hat, aus denen sie ihre Werke herstellt. Das animierte natürlich zum Begreifen mit den Fingern.

Und dazu ermutigte die Galeristin auch. Was sonst in Kunstgalerien undenkbar wäre, ist in Millich im Künstlertreff ausdrücklich erwünscht. Und so nahmen die Besucher die Kunst im wahrsten Sinne in Besitz, zum Beispiel die sich drehende hölzerne Sitzbank „Yin und Yan“ des Erkelenzer Künstlers Gerd Blum, auf der sich zwei Menschen vis-a-vis gegenüber sitzen.

Im Dialog wurde schnell klar, dass die Besucher eine teilweise sehr eigene Interpretation der Bilder und Skulpturen hatten, über die sie mit Trampert diskutierten.

In der Galeristin fanden sie eine geduldige und kompetente Zuhörerin, die sich auch auf die Gedankengänge einließ und sie sehr ernst nahm. Da wurden Tiere, ganze Szenen und andere Darstellungen in den an sich eher abstrakten Bildern gefunden, die man so nicht erwartet hätte.

„Es ist interessant, die Werke auch mal durch diese spezielle Brille zu sehen“, erklärte Trampert und wusste immer wieder durch neue Exponate die Fantasie ihrer Gäste zu beflügeln. Denn ein „falsch“ oder „richtig“ gibt es in der Kunst nicht, und das war für die Besucher wichtig.

So konnten sie ihre Gedanken mitteilen und fließen lassen. Besonders hilfreich war, dass Trampert zu fast jedem der Exponate eine kleine Geschichte erzählen konnte, die den Besuchern die Arbeit noch näher brachte. Schnell entwickelten sich Diskussionen, die man so in Galerien nicht oft hört.

Dass dabei Kekse und Kuchen gereicht werden, gehört in der Galerie Eesdron schon zum guten Ton und ist Beleg der Herzlichkeit, mit der die Besucher empfangen werden. Vollends gewonnen hatte Trampert, als sie jedem der Besucher zum Abschied noch ein kleines Kunstwerk ihres Mannes mitgab, das wiederum zum Nachdenken und Träumen anregt.

Eigener Internet-Blog

Die Gruppe „Ein Kessel Buntes“ aus Menschen mit Behinderung sowie ihren Schreibassistenten besteht seit einigen Monaten und erarbeitet Artikel und Themen für einen eigenen Internet-Blog und die Publikationen der Lebenshilfe Heinsberg. Man trifft sich regelmäßig samstags in der Birgdener Wohnstätte, wo bei Cappuccino und Kaffee die Artikel entstehen. Neben der redaktionellen Arbeit stehen aber auch Ausflüge auf dem Programm.

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