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Ehrenamtspreis geht nach Schwanenberg

Von: Monika Baltes
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Ausgezeichnet: Pfarrer Robin Banerjee vor den Plakaten der bisherigen Theaterprojekte. Die Handpuppe stammt aus der letztjährigen Aufführung „Geheime Freunde“. Foto: Monika Baltes

Erkelenz-Schwanenberg. Ein „Flaggschiff“ der Evangelischen Kirchengemeinde Schwanenberg wird ausgezeichnet: Die Evangelische Kirche im Rheinland würdigt das Theaterprojekt mit dem renommierten Ehrenamtspreis, der mit 1000 Euro dotiert ist. Die Preisverleihung findet am 4. Juli in Düsseldorf statt.

„Es handelt sich um ein sehr innovatives Jugendprojekt mit großer und durchaus auch missionarischer Wirkung“, heißt es in der Begründung der Jury.

In Schwanenberg ist nahezu jeder in irgendeiner Form an dem Projekt, das es bereits seit 2005 gibt, beteiligt. Der jeweils aktuelle Jahrgang der Konfirmanden spielt Theater, die Akteure des Vorjahres kümmern sich um die Organisation, örtliche Handwerksbetriebe übernehmen Bühnenbau und Ausstattung, Eltern nähen Kostüme und besorgen Requisiten, Großeltern sind beim Rollenstudium gefragt und als Zuschauer pilgern regelmäßig ganze Besucherströme – größtenteils aus dem Ort – in die Mehrzweckhalle.

„Event und Bildungsprojekt – generationenübergreifend“, bringt der Kapitän des Flaggschiffs, Pfarrer Robin Banerjee, der bei den Stücken Regie führt, das Phänomen auf den Punkt. Die Akteure wechseln, eine feste Crew ist indes immer dabei: Dieter Landmesser (Ton), Norbert Karsch (Licht), Rolf Weyermanns (Bühnenarchitekt) und Marte Göbels (Inspizientin).

Auch ein Flaggschiff muss hin und wieder in schwere See, aber die Herausforderungen, Unwägbarkeiten und Mühsale vergangener Theaterprojekte sind längst vergessen. Erfolg beflügelt, und Käpt’n Banerjee hält das Ruder fest in der Hand. Seine Augen leuchten, als er sich ein wenig zurücklehnt und noch einmal an die Aufführungen erinnert. Mit vier Scheinwerfern und der eigenen Stereo-Anlage wurde 2005 „Der Diener zweier Herren“ vor 400 Zuschauern aufgeführt.

Beim „Passion-Projekt“ (2006) schrieben die Schauspieler die Texte selbst und 2008 wurde das „Tagebuch der Anne Frank“ aufgeführt. „Legendär“, erinnert er sich, „wir haben den Zuschauerraum nach dem Kommando eines SS-Offiziers mit einem Bauzaun abgeriegelt, um eine bedrückende Stimmung zu erzeugen.“ 2009 bei „Momo“ bewegte sich die Schildkröte Kassiopeia auf einem Rollbrett auf der Bühne. „An der Arche um Acht“ (2010) war die wuchtige Holz-Arche, „echte Schwanenberger Wertarbeit“, der Knaller, denn das riesige Requisit war streng geheim gehalten worden. Die aufwendigste Produktion, „Romeo und Julia“, bot 2011 ein Bühnenbild auf mehreren Etagen und selbst choreographierte Tanzszenen. Für die letztjährige Aufführung war ein Wochenend-Workshop Puppenspiel nötig, denn eine Handpuppe spielt eine tragende Rolle in dem Stück „Geheime Freunde“.

Längst sind Ton und Beleuchtung professionell, Tanzszenen wurden integriert, und auch die Zuschauermarke 1000 ist geknackt. Das nächste Theaterprojekt, das konsequent auf Freiwilligkeit beruht, wird es 2015 geben, weil sich in diesem Jahr nicht genügend Konfirmanden dafür entschieden haben. Die es aber wollen, sind im nächsten Jahr dabei. Das hat er versprochen, „denn jeder Mensch braucht mindestens einmal im Leben Standing Ovations“, sagt Banerjee.

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