Die Tage des Gerüstes sind gezählt

Von: Helmut Wichlatz
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Das Gerüst am Turm wird bald abgebaut. Foto: N. Schuldei

Erkelenz. Mittlerweile hatte man sich schon daran gewöhnt, doch nun läuft die Zeit des Baugerüsts am Lambertiturm endgültig ab: Nach 22 Monaten Sanierungsarbeiten an allen vier Seiten des Turms und einer Zeit ohne die charakteristische Kirchturmspitze enden die 2008 begonnen Sanierungsarbeiten am Erkelenzer Wahrzeichen.

Neben den eigentlich nur geplanten Arbeiten an der Spitze, die durch Kriegsschäden gezeichnet dringend einer Sanierung bedurfte wurden noch Risse und Mängel im Mauerwerk festgestellt, die die letztendlichen Kosten des Unterfangens auf knapp zwei Millionen Euro gesteigert hatten.

„Wir wären ja mit dem Klammerbeutel gepudert gewesen, wenn wir die Arbeiten nicht automatisch angeschlossen hätten, als das Gerüst einmal stand“, erklärte Pfarrer Werner Rombach bei einem Pressegespräch im Kolpinghaus. Also wurden die rund 148.000 Euro für diese notwendigen Arbeiten auch noch geschultert. Dafür musste der sogenannte Fabrikfond der Gemeinde angezapft werden. Darunter versteht man die Rücklagen, die eine Gemeinde bildet, um Sanierungsarbeiten und andere Notwendigkeiten finanzieren zu können.

Als letzte Arbeiten werden derzeit noch einige Fialen (Spitztürmchen) an der Westseite des Turms ausgebessert, dann ist es geschafft. Die Pfarrgemeinde hat es neben Nerven auch einen Batzen Geld gekostet, denn auch wenn ein Großteil der benötigten Summe vom Bistum, dem Land und dem Heimatverein sowie vielen anderen Spendern kam, müssen rund 530.000 Euro von der Gemeinde aufgebracht werden. „Über die Hilfe der Spender sind wir sehr froh“, betonte Rombach. „Allein der Förderverein hat rund 400.000 Euro mobilisiert. Die waren sich vor nix fies, um das Ziel zu erreichen.“ Andere Spender waren zum Beispiel der Heimatverein mit 25.000 und das Dreigestirn der vorletzten Session mit 20.000 Euro. Der Erkelenzer Notar Dr. Heinz Pielsticker griff tief in die Tasche und steuerte sogar 50.000 Euro bei, um den Turm in seiner bekannten Form zu erhalten und zu bewahren.

Freude über die Solidarität

„Der Lambertiturm gehört nicht der Pfarrgemeinde sondern der gesamten Stadt“, erklärte Birgitta Theymann vom Pfarrgemeinderat. Daher war man froh über die Solidarität, mit der die Erkelenzer das Projekt unterstützten. Hermann Günter vom Förderverein war anfangs frustriert, da es nur Absagen gab, erinnert er sich. „Vor allem die Zurückhaltung des Landes war sehr enttäuschend“, erklärte er angesichts der mageren 160 000 Euro, die zur Verfügung gestellt wurden.

Weit brauchen die abmontierten Gerüstteile nicht transportiert zu werden, denn als nächstes stehen die Sanierungsarbeiten der Venrather Kirche St. Valentin auf dem Programm. Auch sie werden aus dem Fabrikfond der Venrather bestritten.

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