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Die doppelte Reifeprüfung ist doppelter Stress

Von: hewi
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Es hat auch etwas Gutes, schon nach acht Jahren das Abitur abzulegen. Zumindest für Giuliana Ruhrmann. Sie konnte zusammen mit ihrer älteren Schwester Roberta (hinten) für die Reifeprüfung büffeln. Foto: Wichlatz

Erkelenz. Das Abitur ist an sich für alle Lehrer, vor allem aber für die Abiturienten und deren Familien eine arbeitsreiche Zeit. In diesem Jahr ist es für alle Beteiligten noch ein wenig stressiger, denn nach der G8-Reform traten in diesem Jahr zwei Jahrgänge gleichzeitig zur Reifeprüfung an – der letzte Jahrgang, der nach neunjähriger Gymnasialzeit antritt und der erste, der nach nur acht Jahren Schulzeit die Reifeprüfung ablegt. Die Lehrer der Gymnasien hatten dementsprechend doppelt zu tun.

Und auch zahlreiche Familien hatten dieses Jahr das fragwürdige Glück, in diesem Jahr doppelt die Daumen zu drücken und mitzufiebern zu dürfen. So zum Beispiel die Familie von Roberta und Giuliana Ruhrmann, die trotz unterschiedlicher Jahrgänge gemeinsam zur Reifeprüfung antraten. „Eine Konkurrenz hat es deshalb zwischen uns nicht gegeben“, betonen die Schwestern. Vielmehr hätten sie die Gelegenheit genutzt, zusammen zu lernen, wenn es möglich war. „Wir haben auch gemeinsame Interessen und Freunde“, betont Roberta, die ältere der beiden Schwestern. „Also haben wir uns auch gefreut, dass wir in dieselbe Stufe gekommen sind.“

Gegenseitige Hilfe

Beim Büffeln konnten sie sich gegenseitig helfen, denn drei der vier Abiturfächer waren identisch. Neben den Leistungskursen Pädagogik und Deutsch gehörte auch Niederländisch zu den Abiturfächern. Im vierten Fach lagen sie mit Biologie und Mathematik auch nicht so weit auseinander.

Dass Guiliana am Ende auch noch 0,1 Prozentpunkte besser abgeschnitten hat, führen beide auf ihre offene Art zurück. Sie gehe halt schneller und offensiver auf Dinge zu, berichtet Roberta über ihre Schwester. Sie selbst sei eher zurückhaltend und wäge lieber ab, bevor sie losgeht.

Keine Eifersucht

So hatte Roberta anfangs keine Lust auf das große Cusanus, während ihre Schwester der Einschulung entgegenfieberte. Letztlich spielt das für die beiden jungen Frauen auch keine Rolle. Denn Eifersucht steht bei ihnen nicht auf dem Programm.

Was in Zukunft ansteht, davon haben beide schon ganz konkrete Vorstellungen. Obwohl sie ihre Abiturfächer sich ähnelten und sich die beiden Abiturientinnen auch im Alltag sehr ähnlich sind, geht ihre Lebensplanung zukünftig aber auseinander.

Roberta möchte Grundschullehrerin werden und beginnt schon bald mit ihrem ersten Eignungspraktikum. Davor hat sie keine Angst, denn schon als Schülerin hat sie mit Kindern gearbeitet. Die Arbeit mit Kindern habe sie schon immer gereizt, sagt sie. Ihre Schwester Giuliana beginnt im August mit einer Schreinerlehre. Ihr Berufsziel ist Innenarchitektin. Dafür kann sie eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung gut brauchen.

Erst einmal ausgiebig das Abitur feiern und sich vom Abistress erholen, davon halten beide Schwestern nicht viel. Bis es losgeht, arbeitet Roberta noch an einem Blumenstand am Wochenmarkt. Beide Frauen wollen ihr Leben jetzt in die Hände nehmen und die Weichen für die Zukunft stellen.

Ihre Eltern, die den Abiturstress in diesem Sommer gleich in doppelter Form hatten, werden aber auch zukünftig noch mit ihren Töchtern mitfiebern. Etwa bei Klausuren an der Uni. Denn beide Schwestern werden erst einmal zu Hause wohnen bleiben.

Ihre Wege trennen sich allerdings bei der Entlassungsfeier im Cusanus. Denn nach dem offiziellen Teil und der Zeugnisvergabe gehen sie mit ihren Tutorenkursen getrennt essen und den Abschluss der Schulzeit gebührend feiern.

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