Wegberg - Dichtheitsprüfung durch die Hintertür?

Dichtheitsprüfung durch die Hintertür?

Von: hewi
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Wegberg. Der Landtag NRW hat die neue Rechtsverordnung zur Überprüfung von privaten Abwasserleitungen auf Dichtigkeit in Wasserschutzgebieten beschlossen. Daraus resultiert, dass Hauseigentümer in Wasserschutzzonen ihre Kanäle überprüfen und gegebenenfalls auch reparieren lassen müssen.

Das Thema hatte im Vorfeld schon den Wegberger Rat beschäftigt, wo man sich darauf geeinigt hatte, erst einmal nicht zu handeln, bis ein rechtsverbindlicher Status geschaffen sei. Die Freien Wähler befürchten nun erhebliche finanzielle Belastungen für die Anwohner in den betroffenen Gebieten. „Da können einschließlich Reparaturen schnell mehrere Tausend Euro an Kosten für den einzelnen Hausbesitzer zusammenkommen“, betont die Ratsfrau Sandra Nelsbach. Wenn die Kostenbescheide ins Haus flattern, sei das den Bürgern nur schwer zu vermitteln. „Wie erklärt man dem Bürger in Rath- Anhoven, dass auf der Rather Straße ab Hausnummer 194 nicht geprüft werden muss, bei Nummer 192 das Wasserschutzgebiet mitten durch das Gebäude geht und ab Hausnummer 188 eine Prüfung notwendig ist?“, fragt sie.

Von der landesweit geltenden Regelung sind in Wegberg rund tausend Haushalte in Rath- Anhoven, Kipshoven, Mehlbusch, Holtum, Tüschenbroich, Uevekoven, Gripekoven und Felderhof betroffen. Zukünftig betroffen sein können aber auch die Ortslagen Dalheim, Arsbeck, Wildenrath, Bischofshütte, Beeck, Moorshoven und Bissen bei Beeck sowie Ellinghoven und Petersholz. Damit würde die Zahl der Haushalte, die zur Kasse gebeten werden, auf rund 4500 steigen. „Somit wäre dann insgesamt fast jeder Zweite in Wegberg dabei“, so Nelsbach.

Die Freien Wähler in Wegberg zweifeln an der Notwendigkeit des rot-grünen Gesetzes und befürchten, dass durch die neue Rechtsverordnung die gerade abgeschaffte Satzung zur Dichtigkeitsprüfung „durch die Hintertür“ wieder eingeführt werden muss.

„Hier sollte man Frau Kraft als Ministerpräsidentin beim Wort nehmen“, fordert Nelsbach. Diese hatte vor den Beratungen im Landtag erklärt, man prüfe, „ob wir eine bürgerfreundliche Lösung hinbekommen“. Nach Meinung der Freien Wähler in Wegberg ist dies nicht gelungen. „Den schwarzen Peter haben die Kommunen und hier der Stadtrat und die Stadt Wegberg“, lautet ihr Fazit.

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