Erkelenz - Der Mausklick soll Stimmen bringen

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Der Mausklick soll Stimmen bringen

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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Vor der Kommunalwahl: Wo lohnt sich ein Blick auf die Internetauftritte der Erkelenzer Parteien?
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Vor der Kommunalwahl: Wo lohnt sich ein Blick auf die Internetauftritte der Erkelenzer Parteien?

Erkelenz. Es könnte so einfach sein: Die Entscheidung, bei welcher Partei man bei der anstehenden Kommunalwahl sein Kreuzchen macht, könnte schnell und ohne zu zögern fallen. Jede der in Erkelenz antretenden Parteien hat schließlich eine Internetseite. Doch den Parteien gelingt die Kommunikation via Web in vielen Punkten nur unzureichend. Ein Blick auf die Internetseiten der Parteien zeigt, was sie gut und was sie schlecht machen:

Die Seite des politischen Platzhirschen, der CDU, wirkt ziemlich modern. Zu den Themen, die der christdemokratische Webmaster online gestellt hat, kommt man mit einem Klick auf eine der quadratischen oder rechteckigen Kacheln. Mitten auf der Seite gibt es einen großen „Slider“ – also ein Fenster, in dem im Sekundentakt Bilder durchlaufen. Auf diesen Bildern sind Menschen zu sehen. Um mit den Gesichtern etwas anfangen zu können, muss man sie aber schon kennen. Denn ihre Namen und Funktionen stehen dort nicht geschrieben. Die „Namenlosen“ lächeln aber zumindest brav in Richtung Betrachter. Wer sie einfach anklickt, der sieht, dass sich – genau – nichts tut. Denn es ist kein Link hinterlegt.

Kompakt, modern, sympathisch

Wenn der User seine Irritation überwunden hat, findet er auf der CDU-Seite allerdings schnell zu einem wichtigen Thema: dem Wahlprogramm. Und das präsentiert die Union online sehr gut. Das Wichtigste ist in neun Punkten zusammengefasst, das ganze 16-seitige Wahlprogramm steht zum Download bereit. Ebenfalls gut: Die Kandidaten für jeden Wahlbezirk sind mit Name, Bild, Wohnort, Telefonnummer und E-Mail-Adresse aufgeführt. So ist jeder Kandidat erreichbar. Wenn man denn weiß, ob man nun in Wahlbezirk 4, 9 oder 13 wohnt. Auf der Website ist jeder Unionskandidat nur für eine Nummer zuständig.

Dafür ist die Unionsseite aktuell. Fünf Einträge gibt es im Monat April. In der Zeit davor wird es aber dünner. Scheinbar wurde die Seite für die Wahl in Form gebracht.

Die Internetseite der SPD macht vor allem eines: Sie spitzt zu auf die sozialdemokratische Spitzenfrau Astrid Wolters. Sie ist gleich mehrfach groß zu sehen. Insgesamt wirkt die Seite modern und sympathisch. Auch die SPD setzt auf einen „Slider“. Wie bei der CDU bringt der Klick auf eines der durchlaufenden Bilder: nichts. Dafür sieht man dort die Kandidaten der einzelnen Wahlkreise. Mit auf dem Bild ist jedes Mal: Astrid Wolters. Und die Frau ist vielseitig. Mit dem einen Kandidaten gärtnert sie, mit dem anderen spielt sie Fußball, mit der nächsten strickt sie und dann legt sie auch noch Musik auf. Nette Idee.

Informationen in Sachen Wahl bekommt man auf der SPD-Website: das komplette Wahlprogramm zum Download, wichtige Schlagpunkte kompakt zum Überfliegen.

Und man erfährt etwas über die Kandidaten. Vor allem, für welchen Wahlkreis sie zuständig sind und wo dieser Wahlkreis liegt. Nur scheint es, als wollten die Sozialdemokraten dem persönlichen Kontakt aus dem Weg gehen. Auf der Seite gibt es zwar Kontaktformulare für Anfragen per E-Mail. Allerdings ist auf der ganzen Seite nur eine Telefonnummer zu finden. Und die steht im Impressum unter dem Namen von Parteichef Dieter Spalink.

Auf der Seite der Grünen merkt man ziemlich schnell: „Hier bin ich falsch.“ Es gibt eine vollkommen andere Internetseite, auf der die Partei um Wählerstimmen wirbt. Dort findet man auch Bürgermeisterkandidatin Christel Honold-Ziegahn und die anderen Kandidaten. Kontakt zu ihnen aufzunehmen, ist per Telefon allerdings nicht so leicht möglich. Auf der gesamten Seite steht keine Einzige Nummer. Zurück zur Seite des Ortsverbands, da muss doch eine Telefonnummer zu finden sein. Erster Klick: Kontakt. Fehlanzeige. Zweiter Klick: Impressum. Wieder Fehlanzeige. Da hilft nur noch der Blick ins gute, alte Telefonbuch.

Wahlprogramm nicht zu finden

Wer im Web bleibt, sieht auf der Wahlseite der Grünen eine kaum enden wollende Liste mit Forderungen und Vorhaben. Allerdings sind dort bloß Schlagworte aufgeführt. Das ist weder kompakt noch detailliert.

Wer online erfahren will, wofür die Erkelenzer FDP steht, der wird beim Klick auf den Punkt Aktuelles enttäuscht. Dort findet man die Rede eines nicht namentlich genannten FDP-Politikers zum Haushaltsentwurf. Und zwar die ganze Rede. Mit Gruß-, Dankesfloskeln und Anmerkungen für den Redner. Wer darauf verzichten will, scrollt runter. Aber: Der zweitaktuellste Beitrag stammt aus November 2013. Aktuelles ist dafür kaum die richtige Kategorie.

Immerhin findet man die Funktionsträger der Liberalen – mit Namen, Bild, einige sogar mit Telefonnummer. Am Telefon könnte der Wähler dann auch gleich mal fragen, was die Partei denn nach der Wahl vor hat. Ein Programm und die Kandidaten für die Wahlkreise findet er online jedenfalls nicht.

Was die Bürgerpartei will, steht dagegen gleich auf der Startseite. In fetten Buchstaben hervorgehoben, findet man als erstes Parolen: „Geld und Förderung für die, die es brauchen, anstatt noch mehr Geld für hiesige Millionäre.“ Und: „Schluss mit der Hampelmann-Politik!“

Gut ist, dass man auf der Seite die Namen und Telefonnummern der Verantwortlichen findet. Ein Bild zum jeweiligen Namen wäre schön. Dann aber zur Wahl: Unter der Kategorie Kommunalwahl findet der Nutzer zunächst einen Hinweis auf das Datum des Urnengangs. Nun gut. Dann nutzt die Partei den Platz auf ihrer Website, um dort alle Wahlbezirke in Erkelenz samt Zuschnitt aufzulisten. Kandidaten oder ein Programm fehlen dagegen.

Ziemlich altbacken mutet die Seite der Freien-Wähler-UWG an. Gut, Neues sollte trotzdem unter dem Punkt Aktuelles zu finden sein. Dort findet der User: den Wahltermin. Und zwei Plakate der Freien Wähler. Auf denen ist nirgendwo der Schriftzug „UWG“ zu lesen. Im Kopf der Internetseite stehen die drei Buchstaben einträchtig neben den Worten „Freie Wähler“. Was soll das?

Offene Fragen bleiben

Und noch mehr Fragen bleiben offen: Wer kandidiert? Was steht im Wahlprogramm? Gibt es überhaupt ein Wahlprogramm? Immerhin kann man ein Grundsatzprogramm herunterladen. Dort ist nun wieder von „Freie-Wähler-UWG“ die Rede.

Eines beantwortet die Seite allerdings genau. Man sieht an der rechten Seite, wie viele Leute gerade auf die Seite zugreifen. Und siehe da: Während sich der User immer mehr Fragen stellt, hat sich die Zahl der Zugriffe verdoppelt. Sie steht bei: zwei.

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