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Der internationale Sieger des Heinsberger Gitarrenwettbewerbs

Von: Anna Petra Thomas
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Der Sieger der Gitarrenfestivals: Damien Lancelle hat sich über zwei Hauptrunden ins Finale gespielt und die Jury begeistert. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Der internationale Heinsberger Gitarrenwettbewerb mit Teilnehmern aus 29 Nationen hat in seiner fünften Auflage einen internationalen Sieger: Damien Lancelle, 1985 in Frankreich geboren, wuchs in Australien auf und lebt heute in Österreich.

Über zwei Hauptrunden hatte er sich ins Finale gespielt. Dieses wurde am Samstagabend in der voll besetzten Heinsberger Stadthalle mit den im Wettbewerb verbliebenen fünf Teilnehmern ausgetragen.

Mit drei Stücken, für die er die ihm zur Verfügung stehenden 35 Minuten voll ausnutzte, überzeugte Lancelle die 13-köpfige, hochkarätige und ebenfalls international besetzte Jury.

Er begann mit einer Auswahl aus der Suite e-Moll von Johann Sebastian Bach (Bach-Werke-Verzeichnis 996) aus dem 18. Jahrhundert, sprang dann ins 20. Jahrhundert zum Spanier Joaquín Rodrigo und dessen „Junto als Generalife“. Mit einer Komposition von Giulio Regondi, „Air varié de l´opera de Bellini I Capuleti e i Montecchi“ aus dem 19. Jahrhundert setzte er einen glanzvollen Schlusspunkt unter seinen Vortrag. Als Sieger des Wettbewerbs freute er sich unter anderem über ein Preisgeld in Höhe von 4000 Euro, eine neue Gitarre von Kazuo Sato und nicht zuletzt über eine ganze Reihe von Konzertengagements, etwa in Bangkok oder Kiew.

Jury ist sich schnell sicher

Obwohl sich die Jury sehr schnell einig war und dieses Mal bereits sieben Minuten nach Ende der Final-Beiträge ihr Urteil gefällt hatte, war Lancelle unsicher, was seinen Auftritt anging. „Ich habe den Eindruck, heute sehr schlecht gespielt zu haben“, verriet er auf Nachfrage vor der Siegerehrung. „Aber die Leute hier erzählen mir, ich hätte sehr gut gespielt. Langsam beginne ich, es zu glauben…“

Und so bescheiden, wie er sich in diesem kurzen Interview gab, betrat er auch als Sieger die Bühne. Bevor er seine Hand schütteln ließ, bedankte er sich bei jedem Jurymitglied persönlich.

Die Herzen des Publikums und die der Junior-Jury, besetzt mit neun Schülern der Heinsberger Jugendmusikschule, hatte aber ein anderer Finalteilnehmer erobert, den die professionelle Jury gleich hinter Lancelle auf Platz zwei des Wettbewerbs sah. Der Thailänder Ekachai Jearakul aus Bangkok hatte mit gleich vier Stücken ebenfalls technische Perfektion gepaart mit ausgereifter Musikalität präsentiert, mit einem ganz kleinen Patzer in seinem dritten Beitrag, dem „Ultimo Tremolo“ von Agustín Barrios. Neben seinem Preisgeld von 2000 Euro freute sich Jearakul, genannt „Bird“, über weitere je 500 Euro von Junior-Jury und Publikum sowie über eine Einladung zu einem Konzert im kommenden Jahr in Heinsberg.

Platz drei ging schließlich an den Franzosen Florian Larousse. Weitere Teilnehmer im Finale waren der Russe Anton Baranov und der Israeli Tal Hurwitz.

„Ich glaube, dass wir mit diesem Wettbewerb hier in Heinsberg die vier vorangegangenen wieder einmal getoppt haben“, erklärte Bürgermeister Wolfgang Dieder nach dem Finale. Dank sagte er vor allem den beiden „Köpfen“ des Wettbewerbs, Theo Krings als Festivaldirektor und Roman Viazovskiy als künstlerischem Leiter, aber auch dem gesamten Team, „Staff“ genannt, den Juroren, den Sponsoren, den Gastfamilien und nicht zuletzt Joachim Jobski aus Wegberg, dem Tonmeister des gesamten Wettbewerbs.

Weitere Konzerte

„Und das Festival ist noch nicht zu Ende“, erinnerte Krings zum Abschluss an zwei weitere Termine: das „Gipsy-Festival“ im Innenhof des Gymnasiums St. Ursula in Geilenkirchen am Samstag, 25. Mai, um 18 Uhr mit dem Rosenberg-Trio und Fapy Lafertin sowie dem Ensemble „Tabor“. Ein Ausflug in die alte Musik findet am Donnerstag, 20. Juni, um 20 Uhr in der Propsteikirche St. Georg in Wassenberg statt mit den „Masters of Songs“. Dies sind die englische Sopranistin Emma Kirkby und das Ensemble „Phoenix“. Nicht zu vergessen das „Festival Zuhause“. Anmeldungen sind bis zum 15. Juli möglich. Weitere Infos unter www.festival-zuhause.de.

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