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„Den Wandel als Chance angesehen“

Von: hewi
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Offizieller Start in das Jahr 2014: Bürgermeister Peter Jansen begrüßte in der Aula viele Gäste. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Der diesjährige Neujahrsempfang in der Aula stellte gleich ein doppeltes Jubiläum dar: Denn vor 50 Jahren luden der damalige Bürgermeister Alfred Falk und Stadtdirektor Dr. Josef Rürup zum ersten Mal zum Neujahrsempfang, damals noch im Sitzungssaal des Rathauses.

Darüber hinaus war es der zehnte Empfang des amtierenden Bürgermeisters Bernd Jansen. Er hoffe, dass es nicht sein letzter Neujahrsempfang als Bürgermeister werde. „Ob mein Vertrag verlängert wird, entscheidet sich am 25. Mai bei der Kommunalwahl“, betonte er. „Von mir aus kann es so weitergehen.“ Dann ging er zur Präsentation der Erfolge und Entwicklungen über, die in den vergangenen zehn Jahren bei den Empfängen im Vordergrund standen.

Gute Tradition

Zum Neujahrsempfang in Hückelhoven wurde von Anfang an neben den Ehrengästen aus Politik, Kultur und Verwaltung auch ein Querschnitt der Bevölkerung eingeladen. Unter dem ersten hauptamtlichen Bürgermeister Werner Schmitz wurden die Empfänge unter ein bestimmtes Thema gestellt, das die Situation der Stadt widerspiegelt. Diese Tradition habe er bei seinem Amtsantritt gerne übernommen, betonte Jansen. In seinen Ansprachen verfolge er das Ziel, „einen ansteckenden Optimismus auszustrahlen“.

In Bildung investieren

Und es mache ja auch Spaß, über die Erfolge zu berichten, die man im Laufe der Jahre habe erzielen können: So sei Hückelhoven heute im Wettbewerb der Gemeinden gut positioniert. Man habe „Wandel als Chance angesehen“ und unter anderem in den Rohstoff Bildung investiert. Das entsprechende Investitionsprogramm sieht von 1999 bis 2015 Investitionen in Höhe von rund 65 Millionen Euro vor. Das Erfolgsrezept nannte er den „Hückelhovener Weg“, eine Mischung aus Bodenständigkeit, Mut und Flexibilität. Das gemeinsame Ziel sei ein ebenso traditionsbewusstes wie weltoffenes und familienfreundliches Hückelhoven, das mit modernen Lösungen umzugehen weiß.

So sei Hückelhoven auch zu einer guten Adresse als Wirtschaftsstandort geworden. „Wir spielen längst nicht mehr nur in der Kreisliga“, betonte Jansen und verwies auf eine Zehn-Jahres-Bilanz als diejenige Kommune mit den größten Flächenveräußerungen im Kreis Heinsberg. Der Industriepark Rurtal gehöre zu den „Top Ten“ in der Region Aachen. Doch auch der Herausforderungen des demografischen Wandels sei man sich bewusst und reagiere darauf. Nur gemeinsam könne man auf den demografischen Wandel in seinen vielen Facetten reagieren.

Auch für die Zukunft wusste er Gutes zu berichten. In diesem Jahr werden rund zehn Millionen Euro in die Infrastruktur in der Stadt investiert. Darüber hinaus wurde erstmals für 2014 ein Haushalt vorgelegt, der einen Überschuss ausweist. Dies sei ein Zeichen dafür, dass in Hückelhoven vorausschauend gewirtschaftet werde. Seit 2003 habe man die geringsten Steuerhebesätze im Kreis und werde auch daran nicht rütteln. Auch die Energiewende stehe auf der Agenda der Verwaltung. „Unsere Stadt ist voller Dynamik, Zukunftsenergie, und eine Stadt, in der die Ideen niemals ausgehen“, erklärte er abschließend und vergaß natürlich auch nicht, die rund 3300 kostenlosen Parkplätze in der Innenstadt zu erwähnen.

Wer beim Neujahrsempfang nun einen erneuten Auftritt von Hastenraths Will, dem beliebtesten Landwirt des Kreises, erwartet hatte, wurde enttäuscht. Aber nicht sehr, denn Dr. Winfried Kösters bot einen unterhaltenden und lehrreichen Vortrag darüber, wie der demografische Wandel, der Klimawandel und die Verschuldung zusammenhängen.

Vorausschauend handeln

Der Demografie-Experte Kösters war schon vor vier Jahren beim Neujahrsempfang und fiel schon damals dadurch auf, dass er trockene Themen lebendig und nachvollziehbar rüberbringen kann. „Zukunft ist nicht die Verlängerung der Vergangenheit“, erklärte er und prognostizierte, dass der Klimawandel und seine Folgen die Zukunft ebenso bestimmen würden wie das Älterwerden der Gesellschaft. Dabei solle angesichts von rund 2,4 Prozent der Bevölkerung, die als „altersarm“ angesehen werden könnten, und rund 15 Prozent der Kinder in Deutschland, die von Hartz IV leben, eine deutlich andere Gewichtung gelegt werden. Kösters riet zu vorausschauendem Handeln, denn „wir müssen erkennen, dass das Feuer brennt, obwohl wir die Flammen noch nicht sehen können“.

Strategien entwickeln

Auch müsse man Strategien entwickeln, wie mit der steigenden Zahl von Umweltflüchtlingen umgegangen werde. Im Jahr 2050 rechne man mit rund 200 Millionen Flüchtlingen, die ihre Heimat aufgrund der Umweltbedingungen verlassen müssten, erklärte er. Und die strömten dann in ein „überaltertes Europa“. Schon heute sei der durchschnittliche Deutsche 50 Jahre alt. Abschließend zitierte Kösters ein afrikanisches Sprichwort: „Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren oder genau jetzt!“

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