Delfin-Therapie soll kleinem Noah helfen

Von: dawin
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In der Rehabilitation arbeitet der kleine Noah ehrgeizig auf ein Ziel zu: Schon bald wieder sprechen, laufen und greifen zu können.
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Seit dem fünften Lebensjahr leidet der zehnjährige Noah an dem Rasmussen-Syndrom.

Selfkant-Saeffelen. Noah ist zehn. Er ist also in jenem beneidenswerten Alter, in dem sich Kindern im Allgemeinen das Leben unbeschwert und verlockend zeigt. Auch Noah Ohlenforst bolzte bis vor Kurzem noch ausgelassen mit seinen Freunden auf dem Fußballplatz, und er stand seinen Mann in der örtlichen Jugendfeuerwehr.

Ein Junge wie jeder andere. Sollte man denken. Doch die Realität sieht anders aus, sie ist tragisch: Noah leidet unter einer schweren, ganz seltenen Erkrankung, dem so genannten Rasmussen-Syndrom, jener fortschreitenden Entzündung von Teilen der Großhirnrinde.

Die Krankheit führt zum Verlust von Nervenzellen und schließlich zu starken Behinderungen. Diese machten sich in der Vergangenheit bei Noah in Form von drei bis vier epileptischen Anfällen pro Tag bemerkbar. Medikamente, Untersuchungen, Krankenhaus-Aufenthalte – die Hälfte seines noch jungen Lebens musste der Zehnjährige so einiges wegstecken. Gleiches gilt für die Eltern Stefan und Gabi Ohlenforst, für sie ist die Krankheit ihres Sohnes ein schweres Schicksal.

Doch im Frühjahr tat sich, nach langem vergeblichen Forschen, ein Licht am Ende des düsteren Tunnels auf: Nach gut viereinhalbjähriger Leidenszeit wurde bei Noah das Rasmussen-Syndrom (benannt nach seinem norwegischen Entdecker) diagnostiziert. Es folgte als einzig mögliche Therapieform eine Operation in einer Spezialklinik in Bielefeld-Bethel. „Die erkrankte Hirnhälfte wurde erfolgreich von der gesunden Hälfte getrennt. Jedenfalls gab es bislang keine epileptischen Anfälle mehr“, äußert Dirk Schwartzmanns vom „Freundeskreis“ seine Hoffnung auf bessere Zeiten für den kleinen Patienten.

Der „Freundeskreis“, der auch mit eigener Homepage auf das Schicksal des kleinen Saeffeleners aufmerksam macht , kümmert sich rührend um die Familie Ohlenforst und möchte ihr den nervlich wie arbeitstechnisch anstrengenden Alltag ein Stückweit erleichtern. „Wenn man bedenkt, dass das Rasmussen-Syndrom mit einer Häufigkeit von 1:500.000 bis 1:1000.000 zu den äußerst seltenen Erkrankungen gehört, dann fragt man sich: Warum ausgerechnet Noah?“, ist auch für Dirk Schwartzmanns die bittere Wirklichkeit schwer zu fassen.

Aber jetzt, nach der erfolgreichen Operation, heißt es für Noah, Familie und Freunde nicht mit dem Schicksal zu hadern, sondern die Zukunft hoffnungsvoll in Angriff zu nehmen. „Nach dem schwerwiegenden Eingriff leidet Noah an einer Halbseitenlähmung und befindet sich in einer Reha-Maßnahme. Er muss alles wieder neu erlernen: Sprechen, Laufen und Greifen“, konstatiert Schwartzmanns. Eine Delfin-Therapie würde die Rehabilitation erheblich unterstützen, ist sich der „Freundeskreis“ sicher. Knackpunkt: ein zweiwöchiger Aufenthalt – etwa in Miami oder Curacao – kostet rund 12.000 Euro.

Deshalb rufen die Freunde zu freiwilligen Spenden auf. „Noah würde gerne wieder mit seinen Kameraden der Jugendfeuerwehr zusammen üben oder mit seinen Freunden Fußball spielen. Erfüllen wir ihm seinen Traum“, appelliert der „Freundeskreis“ an die Öffentlichkeit. Die vergangenen Jahre habe die Familie mehr Zeit im Krankenhaus als zu Hause verbracht. „Es war ein Leben mit Höhen und Tiefen“, markiert Schwartzmanns die gefühlsmäßige Achterbahnfahrt der Familie Ohlenforst.

Im Heimatort von Noah, aber auch darüber hinaus lassen sich die Menschen nicht lange bitten: So stehen die meisten Veranstaltungen der Vereine im Dorf, aber auch im gesamten Selfkant unter dem Benefiz-Gedanken. So werden am Sonntag, 3. August, wieder emsig Spenden für die Delfin-Therapie gesammelt. Die Kinderhilfe Selfkant lädt ab 11 Uhr ins Pfarrzentrum, Pfarrer-Jäger-Straße, zu einem Trödelmarkt, der aber weit mehr bietet als Trödel: nämlich Kinderschminken, eine Cafeteria und eine Tombola – der Hauptpreis ist ein Rundflug für zwei Personen mit dem Helikopter über Saeffelen.

Der „Freundeskreis“ verneigt sich mit Respekt vor dem kleinen Noah, „der täglich dafür kämpft und hart arbeitet“, dass er auch dank der Delfine im fernen Miami wieder geheilt wird.

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