Das verträumte Flair von einst wird vermisst

Von: hewi
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Während einer zweitätigen Ausstellung zeigten die Teilnehmer der diesjährigen Kunstakademie, die alljährlich währen der Sommerferien im Haus Hohenbusch stattfindet, ihre Werke. Dabei erläuterten die Künstlerinnen und Künstlern den Besuchern ihre Werke, die während der Kunstakademie entstanden sind.
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Während einer zweitätigen Ausstellung zeigten die Teilnehmer der diesjährigen Kunstakademie, die alljährlich währen der Sommerferien im Haus Hohenbusch stattfindet, ihre Werke. Dabei erläuterten die Künstlerinnen und Künstlern den Besuchern ihre Werke, die während der Kunstakademie entstanden sind.
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Die Künstler zeigten den Besuchern ihre Werke, die während der Kunstakademie entstanden. Foto: Sommer

Erkelenz-Hetzerath. Vor 25 Jahren organisierte Peter Valentiner die erste Sommerkunstakademie. Seit 17 Jahren findet sie auf Hohenbusch statt und ist seitdem zu einem festen Bestandteil des Kulturfahrplans in Erkelenz geworden. Doch die Kunstakademie und auch Hohenbusch als Austragungsort haben sich im Laufe der Jahre gewandelt.

Die Eröffnung der traditionellen Abschlussausstellung mit Arbeiten der Teilnehmer wird normalerweise zum Anlass genommen, um ein Resümee zu ziehen und zurückzuschauen. Der Blick zurück war nicht nur angenehm für Valentiner. Denn in diesem Jahr musste die Sommerakademie deutlich weniger Teilnehmer verzeichnen als in den Vorjahren. So konnten einige Kurse mangels Anmeldungen nicht angeboten werden. Nur 94 Teilnehmer waren in den vergangenen Wochen dabei. Mit den ausgestellten Arbeiten der Teilnehmer zeigte sich Valentiner aber sehr zufrieden.

Sie seien ein Beweis dafür, dass jeder Mensch ein kreatives Potenzial habe, das im richtigen Umfeld auch entfaltet werden könne. Unzufrieden war er jedoch mit dem weiteren Programm, das in der Zeit der Kunstakademie auf Hohenbusch stattfand und seiner Meinung nach bei der Entfaltung des Potenzials hinderlich war. Das reichte vom Abschluss der städtischen Ferienspiele mit Übernachtung bis hin zum Festival für elektronische Musik mit knapp 3000 Besuchern. Da vermisste der Franzose schon das Flair der „sympathischen Ruine“, wie er Hohenbusch einmal anerkennend genannt hatte.

Dass die längst aus ihrem Tiefschlaf erwacht und im Laufe der Jahre zu einem begehrten Austragungsort für Veranstaltungen geworden ist, passt nicht zum beschaulichen und verträumten Charme, der in den ersten Jahren die Kunstakademie geprägt hat. Dies räumte auch Heinz Küppers ein, der in seiner Funktion als Gründe und Vorsitzender des Fördervereins maßgeblich zur Entwicklung des ehemaligen Klosters beigetragen hat. Er betonte, dass Hohenbusch populär sei, wozu sicher auch die Sommerkunstakademie beigetragen habe. Die leide nun „unter dem Fluch der guten Tat“ und der vermehrten Nutzung. „In Hohenbusch ist jeder willkommen“, betonte Küppers, denn „Hohenbusch ist kein Museum“. Bürgermeister Peter Jansen betonte, dass der „marode Charme der frühen Jahre“ verschwunden sei.

Gerade eine Großveranstaltung wie das Musikfestival zeige, dass der Standort von den Menschen angenommen worden sei. Er hoffe, dass die Akademie auch im kommenden Jahr wieder auf Hohenbusch stattfinden werde. Auch Dr. Richard Nouvertné von der Kunststiftung der Kreissparkasse nahm das Thema auf und stellte die Frage, welches Umfeld Kunst brauche. Mit Blick auf die lange Erfolgsgeschichte der Kunstakademie in Erkelenz betonte er, dass Kunst kein Museum brauche, sondern ein lebendiges Umfeld, wie es auf Hohenbusch geboten werde.

Valentiner, dem all die Worte galten, hob hervor, dass die Organisation einer solchen Veranstaltung eben nicht immer einfach sei. „Doch wenn die Ausstellung steht, dann ist der Ärger vergessen“, betonte er versöhnlich.

Die Ausstellung bietet einen Querschnitt der Arbeiten und ist auch am kommenden Wochenende zu sehen.

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