Das interkulturelle Leben erleichtern

Von: Laura Beemelmanns
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Bei Tee und Keksen unterhielten sich die Frauen in gemütlichem Rahmen über das Thema Integration. Meral Kalayci (r.) und Rita Zurmahr-Tabellion (2.v.r.) überlegten, warum es immer noch Probleme gibt. Foto: Beemelmanns

Hückelhoven. Hin und wieder rutscht Meral Kalayci (37) ein rheinländisches „dat“ oder „wat“ heraus, wenn sie von den neuesten Kursen spricht, die sie auf die Beine gestellt hat, oder von den Erfahrungen, die sie tagtäglich macht. Meral Kalayci ist die Frauen- und Mädchenbeauftragte beim Verband der islamischen Kulturzentren (VIKZ) in der Gemeinde Hückelhoven.

Die Türkin lebt seit vielen Jahren in Deutschland, spricht perfekt deutsch und macht sich für die Integration und das multikulturelle Miteinander in ihrer Gemeinde stark. Anlässlich des internationalen Frauentags lud sie deshalb Frauen aus der Gemeinde, Bekannte und die befreundete Rita Zurmahr-Tabellion, Vorsitzende des Frauenzentrums Kreis Heinsberg, in die Moschee in der Ludovicistraße ein. Es gab jede Menge Gesprächsstoff, der sich im letzten Jahr angesammelt hatte. Seit drei Jahren treffen sich die Frauen einmal im Jahr bei Tee und Keksen in dem pompös und liebevoll gestalteten Wohnzimmer im Haus der Frauengemeinde, um sich zu unterhalten und ein wenig zu philosophieren. Im Fokus liegt das Thema Integration. Das liegt ihnen besonders am Herzen.

Selbstverständlich sprechen alle deutsch. Für Meral Kalayci ist das ein klares Muss. „Junge Menschen sollten deutsch lernen, damit sie selbstständiger sind“, sagt sie. Damit meint sie einfache Arztbesuche oder Einkäufe. „Wenn eine Frau schwanger wird, muss sie zum Gynäkologen. Und wenn sie die Sprache beherrscht, kann sie dies ohne Begleitung tun“, so Kalayci weiter. „Das Wort ,Integration‘ sollte es im Grunde gar nicht mehr geben – das muss selbstverständlich sein.“ Sie spricht auch von „uns Frauen“, nicht etwa von „Deutschen“ und „Türkinnen“.

Sie selbst wurde im Alter von sechs Jahren „schlagartig integriert“, sagt sie. Alles ging damals ganz schnell. Inzwischen ist sie längst in Deutschland angekommen. Sie hatte das Glück, dass die Eltern einer deutschen Schulkameradin sie oft mitgenommen hatten, ihr vieles zeigten und deutsch mit ihr sprachen. „Noch heute denke ich sehr oft an diese Familie“, sagt sie. Leider seien sie schon verstorben.

Meral Kalayci wünscht sich mehr multikulturelle Begegnungen. „Mein Haus ist immer offen für die Freunde meiner Kinder. Egal, welcher Nationalität sie angehören.“

Um noch mehr Verbindungen zwischen den Kulturen zu schaffen, wünscht sie sich auch mehr interkulturelle Besucher in der Moschee. „Ich hoffe, dass diesmal auch viele Deutsche, Russen, Türken und viele mehr an unseren Kursen teilnehmen“, sagt sie. Damit möchte sie versuchen, das „interkulturelle Leben zu erleichtern“.

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