Erkelenz - Coole Bienen summen über Cornelius-Burgh-Gymnasium

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Coole Bienen summen über Cornelius-Burgh-Gymnasium

Von: Nicola Gottfroh
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Auf dem Dach des Cornelius-Burgh sind die Bienen los. Die Schülerinnen der Coole Bienen AG kümmern sich um die Tiere. Foto: Gottfroh

Erkelenz. Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Das hat Albert Einstein einst prophezeit. Denn würde die Biene aussterben, so seine Theorie, setzte sich eine fataler Kreislauf in Gang: Ohne Bienen gäbe es keine Bestäubung. Und ohne Bestäubung keine Pflanzen. Bald würden zuerst die Tiere und zum Schluss der Menschen verschwinden.

Tatsächlich wird das Überleben für Bienen immer schwerer. Denn Parasiten, wie die aus Asien eingeschleppte Varroamilbe, Pestizide und zerstörte Lebensräume setzen dem Leben der Honigbienen meist ein vorzeitiges Ende.

Das 4000 Exemplare starke Bienenvolk jedoch, das munter auf dem Dach des Cornelius-Burgh-Gymnasiums herum summt, scheint quietsch-fidel und rundum gesund zu sein. Und das liegt nicht zuletzt an der guten Pflege, die den Tieren zuteil wird.

Die Schüler des Cornelius-Burgh-Gymnasiums wissen, wie wichtig die Bestäubungsleistung der Honigbienen für eine intakte Umwelt ist. Das haben sie während einer Projektwoche gelernt. Inzwischen beschäftigen sie sich nicht nur in der Theorie mit den fliegenden Bestäubern. Seit den Osterferien bekommen die Sechstklässlerinnen Alice, Josefine, Giuliana, Maike, Lisa und Julia in der „Coole Bienen AG“ einen umfassenden Einblick in die Imkerei.

Andreas Bohrmann, Lehrer am Cornelius-Burgh und seit Jahren begeisterter Hobbyimker, leitet die AG. Und das gemeinsam mit seiner Kollegin Barbara Stute, die er ebenfalls für die Imkerei begeistern konnte.

„Mit der Bienen-AG haben wir eigentlich eine Selbstversorger-AG ins Leben gerufen. Die Bienen sind nur ein Teil des Konzepts“, erklärt Barbara Stuten.

In dem Ortsteil Mennekrath wurde der Schule ein 300 Quadratmeter großes Grundstück zur Verfügung gestellt, in dessen Beeten die Kinder selbst Gemüse und Beeren angepflanzt haben und die Früchte bald ernten können. Und auch drei junge Hühner picken und scharren dort. „Die Kinder warten darauf, dass die Tiere endlich beginnen, Eier zu legen“, sagt Barbara Stute. Vor allem aber geht‘s in der Arbeitsgemeinschaft – wie der Name schon sagt – um die Bienen selbst. Auch die wurden der AG zur Verfügung gestellt.

Hoch über den Dächern des Schulbezirks wurde eine Behausung für die neuen Schultiere angefertigt. In modernen Magazin-Beuten, die aus einer Kiste aus Holz bestehen, summt das Bienenvolk. Sich um dieses zu kümmern, ist Aufgabe der Nachwuchsimker. „Wir wollen den Kindern mit dieser AG zeigen, wie wertvoll Natur und Bienen sind, und wie sie selbst einen Beitrag zum Schutz beider leisten können, wenn sie ein wenig Verantwortung übernehmen“, sagt Stuten.

Mehrmals die Woche kommen die Kinder auf das Flachdach zum Bienenstock, um nach den Tieren zu schauen. Am Beispiel ihres eigenen Bienenvolks erleben Schüler die Entwicklung der Bienen im Jahresverlauf und lernen die Arbeit des Imkers kennen. Und sie erleben hautnah, wie gefährdet das Leben der Biene ist. „Früher war es ein ruhiges Geschäft, Bienen zu halten, heute erfordern Pflege und Behandlung eines Volkes viel mehr Aufwand und Know-how.

Ein Bienenvolk könnte ohne die Hilfe des Imkers keine zwei Jahre mehr überleben“, erklärt Andreas Bohrmann. Heute sei die Bestäubung keine Gratis-Dienstleistung mehr. „Man muss vielmehr ein wenig investieren, um die Bienen zu erhalten. Und das nehmen die Kinder aus der AG mit nach Hause“, sagt Bohrmann.

Neben dem guten Gewissen, einen Beitrag zum Erhalt der Umwelt geleistet zu haben, gibt es auch eine Belohnung, die sie mit nach Hause nehmen dürfen: einen Teil des selbst geschleuderten Honigs. Den müssen sie sich im nächsten Schuljahr aber mit einigen Kindern mehr teilen. Denn es gibt schon viele Anmeldungen.

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