Erkelenz - CO2 sparen: Aktion des Erkelenzer KlimaTischs

CO2 sparen: Aktion des Erkelenzer KlimaTischs

Von: Helmut Wichlatz
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Erkelenz. „Wir gehen vorweg“ – unter diesem Motto haben Mitglieder des KlimaTischs gezeigt, wie viel CO2 man einsparen kann. Zwei Monate lang verzichteten sie auf Dinge und Gewohnheiten und konsumierten bewusster.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn knapp 850 Kilo CO2 sparten sie durch ihr bewusstes Leben ein. „Es hat uns an nichts gefehlt“, erklärt Monika Ragazzi.

Sie und ihre Familie haben auf Kunststoff verzichtet. Kunststoff-Getränkeflaschen, Kunststoff im Supermarkt und Kunststoff als Verpackung. Nur beim Playmobil der Kinder wurde ein Auge zugedrückt. „Wir haben den Verzicht als Bereicherung empfunden“, lautet ihr Fazit.

Anhand von Tabellen konnten die Teilnehmer ablesen, welche Einsparungen welcher Verzicht mit sich bringt. So spart eine Person, die zwei Monate lang auf Fleisch verzichtet, rund 132 Kilo CO2 ein. Schon der Verzicht auf Erfrischungsgetränke und vorverpackte Getränke führt im gleichen Zeitraum zu einer Ersparnis von rund 50 Kilo. Die Umstellung auf regionale Produkte beim Einkauf bringt rund 31 Kilo ein, die Umrüstung auf LED-Beleuchtung oder Sparbirnen sowie die Umstellung auf Ökostrom mehr als 470 Kilo in zwei Monaten.

Für die Teilnehmer eine positive Bilanz und ein ermutigendes Signal, denn das Mitmachen sei nicht mit Einbußen in Lebensqualität oder Mehrausgaben verbunden, betonen sie. „Es ist nicht teurer, sich bewusst zu ernähren“, erklärt Eva Schöpfs, die in Erkelenz einen Bioladen führt. „Der Einzelhandel muss sich aber für das Thema öffnen.“ Das könnten schon kleine Schritte sein – wie das Ersetzen der Plastiktüten durch Recyclingtüten oder das Abfüllen der Ware in eigens mitgebrachte Behälter. Dabei sind dem guten Willen aber oftmals ganz praktische Grenzen gesetzt. So dürfen zum Beispiel bestimmte Nahrungsmittel nur verpackt über die Ladentheke wandern. Vorschrift ist Vorschrift und Hygiene ist Hygiene.

„Wenn man durch sein Haus geht und eine Bestandaufnahme macht, ist man erstaunt, wie viel Plastik verbaut wurde“, erklärt Dieter Spalink. Er und seine Familie hatten bewusst auf Kunststoff verzichtet. Sein SPD-Fraktionskollege Ferdi Kehren hatte sich gegen das Auto und für das Rad entschieden und dadurch mehr als 100 Kilo CO2 eingespart.

Die KlimaTisch-Aktivisten haben gelernt, „dass man verzichten kann ohne etwas zu vermissen“, wie es Schuflitz zusammenfasst. Und das könnten sicher auch andere, wenn sie von der Initiative wüssten. Deshalb will der KlimaTisch in der kommenden Zeit verstärkt darüber aufklären, wie jeder seinen Beitrag leisten kann, um die CO2-Bilanz positiv zu beeinflussen. „Wichtig ist dabei, dass man nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommt“, weiß Schuflitz.

Der KlimaTisch setzt auf Aufklärung und eine Politik der kleinen Schritte. Wenn in einem Haushalt alle veralteten Glühbirnen gegen LED-Leuchtmittel oder Sparbirnen ausgewechselt werden, ist schon viel erreicht. Die Erfolge lassen sich meist nach einiger Zeit an der Stromrechnung ablesen. Mit der Aktion und den Ergebnissen sind die Klimaaktivisten zufrieden. „Wir haben mit geringem Aufwand viel erreicht“, erklärt Ragazzi. „Diese Erfahrung wird unser Leben beeinflussen.“

Die Stadt Erkelenz sucht den Schulterschluss mit dem KlimaTisch, denn auch sie will ihre CO2-Bilanz erheblich verbessern. Das ist Teil des „european energy awards“ (eea), an dem Erkelenz zusammen mit mehr als 1130 Gemeinden in ganz Europa teilnimmt. Ziel dieses mehrjährigen Projekts ist es, die Potenziale zum Energiesparen vor Ort zu bündeln und entsprechende Strategien zu entwickeln.

Der KlimaTisch ist dabei ein Aktivposten im Handlungskonzept der Stadt. Derzeit planen Schuflitz und seine Mitstreiter unter anderem einen Bio-Einkaufsplaner für Erkelenz. „Bewusst einkaufen zu können ist durchaus ein weicher Standortfaktor für Neubürger“, betont er.

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