Christdemokraten siegen auf ganzer Linie

Von: kalauz
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Blumen und beste Wünsche: CDU-Fraktionschef Heinz-Josef Kreutzer (l.) und Stadtverbandsvorsitzender Thomas Schnelle (r.) gratulieren Bürgermeister Bernd Jansen, der stattliche 76,3 Prozent holte. Foto: kalauz

Hückelhoven. Geht’s noch? Ja, ein bisschen geht immer noch. 73,9 Prozent waren es vor fünf Jahren, diesmal sind‘s 76,3 Prozent. Bernd Jansen ist zu einer unumstößlichen Größe in der Stadt unter dem denkmalgeschützten Förderturm herangewachsen.

Es war am Wahlabend schon vor dem Eintreffen der Ergebnisse der ersten Wahllokale klar, dass Jansen Bürgermeister in Hückelhoven bleiben würde. Obwohl er bei seiner dritten Wahl erstmals vier Gegenkandidaten hatte. „Ich glaube, ich krieg‘ den gleichen Chef wieder“, sagte der Technische Beigeordnete Dr. Achim Ortmanns sofort, als das erste Endergebnis eines Wahllokals in den zum Wahlzentrum umfunktionierten Ratssaal übermittelt wurde. Die Frage war nicht, ob Jansen gewinnt, sondern nur, wie hoch er gewinnt. Und weil er noch eine Schippe draufgelegt hat, blieb für die anderen weniger übrig.

Liberale im Sturzflug

„Ja, ich hatte schon mit sieben bis acht Prozent gerechnet“, sagte Michael Bienick. Er war als Parteiloser für die Grünen als Bürgermeisterkandidat ins Rennen gegangen. Bienick hatte die Verkehrspolitik als Wahlkampfthema Nummer eins gewählt – und kaum Anschluss gefunden. „Die Leute wollen offenbar bespaßt werden“, resümierte er. Schlappe 4,8 Prozent kamen am Ende für ihn raus. Aber immerhin haben die Grünen ein Mandat dazu gewonnen, sie sitzen mit drei Vertretern im neuen Rat, in dem die CDU (60,4 Prozent/26 Sitze) klar dominiert.

Der Spaß hörte bei denen, die in den Ratssaal gekommen waren, auf, als das Ergebnis der NPD auf die Leinwand projiziert wurde: 2,6 Prozent. Das bedeutet wie auch in der vergangenen Wahlzeit: ein Sitz im Rat. Und wie in den zurückliegenden fünf Jahren kann man davon ausgehen, dass man den Mandatsträger Marcel Beckers so oft in Sitzungen sehen wird wie seit 2009: nie.

„Die NPD ist offenbar in Hückelhoven ein Problem“, analysierte Christdemokrat Dieter Geitner. Dem hatte Holger Loogen, bei dem alle elektronischen Fäden zusammenliefen, schon früh gratuliert: „Du bist gewählt“, sagt er Geitner. „Das wusste ich schon heute morgen“, antwortete der cool. Dabei hatte Geitner, der wohl auch wieder einer der Stellvertreter von Bernd Jansen wird, in seinem Wahlbezirk mit Dietmar Moll den Kandidaten zum Gegner, den die SPD gegen Jansen ins Rennen geschickt hatte.

Gegen Geitner verlor Moll sein Direktmandat deutlich, als Bürgermeister wollten ihn nur 14,9 Prozent sehen. Mit dem sicheren Listenplatz fünf wird Moll auch in der kommenden Wahlzeit im Kreistag sitzen. Und die Sozialdemokraten, bei denen lediglich Georg Weber sein Mandat direkt gewinnen konnte, behalten mit zehn Stadtverordneten ihre Fraktionsstärke.

Abgestürzt von einem ohnehin nicht hohen 4,1-Prozent-Sockel auf 1,9 Prozent sind auch in Hückelhoven die Liberalen: Hilde Hecker sitzt bei der konstituierenden Sitzung des neuen Rates am 11. Juni allein am Tisch. Das Ergebnis des FDP-Bürgermeisterkandidaten Jorge Klapproth (1,6 Prozent) kann man getrost unter den Tisch fallen lassen. „Wir sind eindeutig Opfer des Bundestrends“, kommentierte der. Mit zwei Stadtverordneten Fraktionsstärke haben auch in den kommenden sechs Jahren die Linken.

Es war ein Wahlabend, an dem vor allen Dingen Andrea Oellers und Werner Höpfner alle Hände voll zu tun hatten: Bei den beiden Verwaltungsangestellten liefen alle Schnellmeldungen auf die PCs. Und sie sorgten dafür, dass die Ergebnisse blitzgeschwind auf die Leinwände geworfen wurden. Ervan Ören, Auszubildende, bediente die Zeitgenossen, die noch analog unterwegs sind, und verteilte die Papierausdrucke der Ergebnisse aus den Lokalen.

Als Bernd Jansen gegen 21 Uhr zusammen mit seinen Brüdern den Ratssaal betrat, stand er zwar schon als Sieger felsenfest, zierte sich aber noch, sich Blumen dafür in die Hand drücken zu lassen. Als kurz vor 22 Uhr nur noch das Ergebnis des Wahlbezirkes 11 fehlte, kannte CDU-Stadtverbandvorsitzender Thomas Schnelle kein Erbarmen mehr, streifte das Jackett über das Sommerhemd und drückte Jansen das Gebinde in die Hand. Der bedankte sich – und entschwand zur Wahlparty in Richtung Haus Hall. Der Abend war gelaufen.

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