Heinsberg - CDU hat bei Schulbezirken große Zweifel

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CDU hat bei Schulbezirken große Zweifel

Von: Rainer Herwartz
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Heinsberg. Ist der Vorstoß der Heinsberger Grundschulleiter schon gescheitert, bevor der Rat abschließend darüber entschieden hat? Zumindest lässt die Stellungnahme von Franz Jakobs (CDU) im Schul- und Kulturausschuss diese Tendenz erkennen. Im April hatten sich die Schulleiter in einem Schreiben an Stadt und Fraktionen für die Einführung von Schulbezirken stark gemacht.

Viele Eltern wählten nicht mehr die wohnortnahe Schule für ihre Kinder. Die Zahl der Abwanderungen liege zwischen 21 und 25 Prozent, wodurch an einzelnen Schulen die gewünschte Standortsicherheit mittelfristig nicht mehr garantiert sei, befürchteten die Pädagogen. Es sei deshalb notwendig, durch eine gewisse Mindestgröße der Schulen sowohl die Qualität auf hohem Niveau zu sichern als auch dem Anspruch eines wohnortnahen Grundschulangebotes nach dem Grundsatz „kurze Beine, kurze Wege“ zu entsprechen. Zudem hatten die Grundschulleiter angeregt, bei den Schulen mit hohem Migrantenanteil oder/und einer Vielzahl an Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf die Klassengrößen auf 23 bis 25 Schüler zu begrenzen.

„Diese Begrenzung ist sicher äußerst sinnvoll und sollte im Rahmen des Möglichen auch umgesetzt werden“, signalisierte Jakobs in diesem Punkt Zustimmung, nicht jedoch ohne den Zusatz, dass dies aber nicht zu Lasten der anderen Grundschulen gehen dürfe. Hier stelle sich die Frage nach entsprechender personeller Ausstattung der jeweiligen Schulen, für die jedoch nicht der Schulträger, also die Stadt, zuständig sei.

Den Schulbezirken erteilte Jakobs hingegen schon einmal, vorbehaltlich der Ratsentscheidung, eine Absage. „Nach den uns vorliegenden Schülerzahlen ist es uns nicht möglich, die Einteilung der Schulbezirke, so wie von den Grundschulleitern gefordert, vorzunehmen. Die Bezirke müssten in jedem Schuljahr verändert und neu angepasst werden. So kann die geforderte Planungssicherheit der Eltern nicht gewährleistet werden.“ Im Stadtgebiet gebe es vier Gemeinschaftsgrundschulen und sieben Bekenntnisschulen. Dies, so meinte Jakobs, eröffne zudem natürlich Möglichkeiten, selbst bei bestehenden Schulbezirken Kinder nicht an der wohnortnahen Schule anzumelden. Außerdem werde durch die Einführung von Schulbezirken der Elternwille eingeschränkt, die Schule zu wählen, die sie für ihre Kinder wünschen. Es solle vielmehr ergründet werden, warum es überhaupt zu den immensen Abwanderungen komme.

„Schulbezirke können je nach kommunaler Situation ein nützliches Steuerelement darstellen“, sagte der CDU-Politiker und ehemalige Leiter der Realschule im Klevchen. „Dagegen stehen aber auch hemmende Elemente wie zum Beispiel die Einschränkung von Wahlrecht und Elternwille.“

Zur nächsten Ratssitzung am Mittwoch, 17. Juli, soll nun der Schulrat eingeladen werden, um „diese Thematik weiter sachorientiert zu erörtern“. Auch SPD und FDP haben nach eigenem Bekunden vor eine Entscheidung noch Beratungsbedarf.

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