Bürgerinitiative drängt auf Sanierung der „alten L117“

Von: kalauz
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Lothar Fischer (li.) und Dieter Kampmann sind die Sprecher der Bürgerinitiative. Foto: kalauz

Hückelhoven-Millich. Als der Besuch des Ministers angekündigt wurde, rollten die Frauen und Männer der Bürgerinitiative die Protestplakate zusammen und fuhren zum Rathaus. Als der Minister sein Köfferchen öffnete und das Versprechen abgab, mit dem Bau der Umgehungsstraße für Ratheim im kommenden Jahr zu beginnen, mussten sie die Protestplakate wieder einpacken: Genau das war es, was sie forderten.

„Der Knoten ist durchgehauen“, sagte Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen am 18. August, nachdem der Kompromiss zwischen Land NRW, Kreis Heinsberg und Stadt Hückelhoven besiegelt war. NRW-Verkehrsminister Michael Groschek hatte sich von der dringend notwendigen Verkehrsentlastung für die Bürger von Ratheim und Millich überzeugen lassen. „Wir werden die L117n jetzt konkret beginnen und nicht weiter wie ein Papiertiger über die Pläne stromern“, versicherte er den verhinderten Protestierern.

Alles in Butter also? Im Prinzip ja – aber: „Wir sind hocherfreut über die Zusicherung des Ministers zum Bau der L117n als Ortsumgehung von Ratheim und Millich“, sagt Dieter Kampmann, einer der Sprecher der Bürgerinitiative L117n – Sofort!. „Aber“, sagt er, „das wird erst in fünf oder sechs Jahren soweit sein, auch wenn im kommenden Jahr der Spatenstich gemacht wird. Und bis dahin sollen wir weiter mit dem Lärm, dem Schmutz und vor allen Dingen den Gefahrenpunkten leben?“

Das, sagt sein Mitstreiter Lothar Fischer, könne bei 22.000 Fahrzeugen, die jeden Tag bis zur Fertigstellung der neuen Umgehungsstraße weiter durch die beiden Ortschaften rollen, nicht sein: „Sicher, wir haben unser großes Ziel mit dem Versprechen des Ministers erreicht. Aber jetzt müssen die Verantwortlichen dafür sorgen, dass die Bürger bis zur Fertigstellung der neuen Straße eine vernünftige ,alte‘ L117 bekommen.“

Dieter Kampmann kommt auf das Gespräch zurück, das die Mitglieder beim Besuch des Ministers in Hückelhoven mit Michael Groschek hatten: „Für Reparaturen sei immer Geld vorhanden, hat der Verkehrsminister gesagt. Die L117 ist in ihrem jetzigen Zustand sicher eine der schlechtesten Straßen in ganz NRW. Die muss jetzt ausgebessert werden“.

Kampmann nennt Maßnahmen, die die Bürgerinitiative fordert, um den Lärm, den Stau, den Schmutz, die Gefahren und die Geräuschkulissen, die die Straße noch Jahre lang verursachen wird und mit denen die Bürger Ratheims und Millichs leben müssen, zu verbessern: Die Schäden an der Fahrbahndecke beheben; Flüsterasphalt auftragen; die Gehwege auf Vordermann bringen; Lärm- und Staubmessungen vornehmen; Querungshilfen für Fußgänger anbringen; Tempokontrollen durchführen; die gefährliche Einfahrt am Penny-Markt verlegen.

Einige hundert Unterschriften

Einige hundert Unterschriften von betroffenen Anwohnern der Durchgangsstraße haben sie gesammelt, außerdem sind in Millich entlang der Straße die Forderungen der Bürgerinitiative auch sichtbar gemacht worden: „Die Plakate, die überall in Millich hängen, bleiben so lange, bis sich die unzumutbaren Zustände verbessert haben“, verleiht Kampmann dem Forderungskatalog in Richtung Hückelhovener Rathaus Nachdruck.

Mit Weitblick, und nicht ohne einen ganz konkreten finanziellen Aspekt im Auge zu haben: „Wenn die neue L117 fertig gestellt ist, dann wird die jetzige L117 ja weiter als Straße bestehen bleiben. Das wird dann aber wieder eine kommunale Straße sein. Und wenn erst dann die dringend nötigen Verbesserungen an der Straße und an den Gehwegen durchgeführt werden, dann werden die Anlieger sich an den Kosten beteiligen müssen“. Es könne doch nicht sein, so Lothar Fischer, dass die Bürger doppelt bestraft würden:

„Erst müssen wir Schmutz, Lärm und Gefahren erdulden, und dann sollen wir möglicherweise auch noch dafür bezahlen?“ Wenn für Reparaturen Geld vorhanden sei – was der Minister ja versichert hat – dann müsse man die Sache jetzt auch in Angriff nehmen. „Es werden in regelmäßigen Abständen von den Verantwortlichen Begehungen durchgeführt. Die kennen also die Problematik genau“, sagt Kampmann. Und weiter: „Beim Besuch im Hückelhovener Rathaus haben sich Minister, Landrat und Bürgermeister gegenseitig auf die Schulter geklopft. Jetzt aber müssen konkrete Dinge folgen, um die Missstände an und auf der heutigen Straße zu beheben.“

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