Blitze schlagen ein, Bäume stürzen um

Von: Daniel Gerhards
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Beeindruckendes Naturschauspiel sorgt vielerorts für großen Schaden: Zuerst zogen am Montagabend dicke schwarze Wolken auf (unten links), dann entlud sich die Spannung in vielen Blitzen (oben). Dazu gab es starken Wind, der viele Bäume umknicken ließ. In Wegberg stürzte eine große Eiche auf ein Mehrfamilienhaus (unten links). Foto: Stefan Klassen
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Beeindruckendes Naturschauspiel sorgt vielerorts für großen Schaden: Zuerst zogen am Montagabend dicke schwarze Wolken auf (unten links), dann entlud sich die Spannung in vielen Blitzen (oben). Dazu gab es starken Wind, der viele Bäume umknicken ließ. In Wegberg stürzte eine große Eiche auf ein Mehrfamilienhaus (unten links). Foto: Feuerwehr Wegberg

Kreis Heinsberg. Ein kräftiges Unwetter hat in der Nacht auf Dienstag viele Schäden verursacht. Die Rettungskräfte arbeiteten teils die ganze Nacht lang daran, die Auswirkungen von Sturm, Blitz und Regen in den Griff zu bekommen.

Die Zahlen einer stürmischen Nacht: Am Montagabend und am frühen Dienstagmorgen wurden die Feuerwehren im Kreis Heinsberg zu rund 130 Einsätzen gerufen, es gingen 718 Notrufmeldungen in der Leitstelle des Kreises ein. Insgesamt waren rund 600 Feuerwehrleute im Kreisgebiet im Gewittereinsatz.

An den Einsatzstellen mussten die Wehrleute sich um voll gelaufene Keller, Blitzeinschläge und vom Wind abgebrochene Bäume und Äste kümmern. „Erkelenz, Hückelhoven und Heinsberg waren besonders stark betroffen“, sagte Ulrich Hollwitz, Sprecher des Kreises Heinsberg. Die Einsatzzahlen in den drei besonders stark betroffenen Städten: 32 in Erkelenz, 27 in Hückelhoven und 25 in Heinsberg.

„Das war schon heftig“, sagte Klaus Peters, stellvertretender Leiter der Erkelenzer Feuerwehr. Seit dem Orkan Kyrill im Jahr 2007 sei kein so starkes Unwetter mehr über die Region gezogen. „Die Regenfälle waren schon sehr stark“, sagte Peters. In Erkelenz schlug ein Blitz in ein Einfamilienhaus ein. Ansonsten hatte die Feuerwehr mit umgestürzten Bäumen alle Hände voll zu tun. Auf die Frage, welche Einsätze die Erkelenzer Wehr zu bewältigen hatte, sagte Peters: „Bäume, Bäume, Bäume.“ Besonders an der L117 und an der L19 musste die Straße von umgestürzten Bäumen und abgebrochenen Ästen befreit werden. Außerdem wurde in Immerath (neu) ein Dach abgedeckt und mehrere Keller im Stadtgebiet standen unter Wasser.

Dach stürzt ein

In Hückelhoven schlug der Blitz gegen 5 Uhr am Dienstagmorgen in einer Produktionshalle auf einem Firmengelände in Hilfarth ein. Das Dach stürzte auf einer Fläche von 50 Quadratmetern ein. Da nicht sicher war, ob die restliche Halle noch sicher stand, zogen die Einsatzkräfte einen Statiker des städtischen Bauamtes hinzu.

Schon am Montagabend hatte der Sturm in Hilfarth gegen 20.45 Uhr eine Mauer eines Rohbaus umgedrückt. Die Wand stürzte auf ein Arbeitsgerüst und auf die Straße. Deshalb mussten die Baustelle und die Breite Straße komplett gesperrt werden.

Trotz der vielen Einsätze mussten nicht alle Hückelhovener Löschzüge ausrücken. Die Wehrleute aus Doveren, Baal und Kleingladbach wurden nicht alarmiert.

Eigentlich sollte am Montagabend ein Höhenfeuerwerk zur Hückelhovener Pfingstkirmes abgebrannt werden. Dafür war ein Löschzug der Wehr abgestellt. Wegen des aufziehenden Unwetters wurde das Feuerwerk allerdings abgeblasen. Der eigentlich zur Sicherung des Feuerwerksspektakels abkommandierte Löschzug 1 der Hückelhovener Wehr konnte deshalb zu einem weiteren Einsatz ausrücken. Noch bevor Regen, Blitz und Donner wohl jede Grillparty auflösten, war auf einem Balkon eines Hauses am Lippeweg ein Holzkohlegrill umgekippt. Die Ursache: eine Windböe. Auf dem Balkon gerieten mehrere Gegenstände in Brand, es passierte aber nichts Schlimmeres.

Neben diesen Einsätzen musste die Wehr Kanaleinläufe reinigen, Kanaldeckel wieder einlegen und umgekippte Bäume von den Straßen räumen. Die Einsatzschwerpunkte seien in Brachelen, Hilfarth und Hückelhoven-Mitte gewesen, teilte die Feuerwehr mit. Im Stadtgebiet von Hückelhoven gab es rund 30 Feuerwehreinsätze.

Die Freiwillige Feuerwehr Wegberg wurde in der Sturmnacht zu 21 Einsätzen gerufen. Fast alles sei glimpflich verlaufen, hieß es von der Feuerwehr. Bäume und größere Äste mussten von Fahrbahnen geräumt werden, drei Fahrzeuge wurden durch Astwerk beschädigt. Einen größeren Einsatz gab es an der Freiheider Straße. Dort sei eine große Eiche auf ein Mehrfamilienhaus gefallen und habe den Dachstuhl beschädigt.

Deutlich glimpflicher kam der Westen des Kreisgebietes davon. In der Gemeinde Selfkant war kein Einsatz nötig, in Gangelt, Waldfeucht und Wassenberg sei die Feuerwehr insgesamt „nur“ achtmal ausgerückt, sagte Hollwitz.

Als viele Wehrleute gerade eine Pause einlegten, kam ein Hilferuf aus Düsseldorf. 75 Einsatzkräfte fuhren mit 13 Fahrzeugen, darunter ein Einsatzleitwagen und ein Drehleiterwagen, in die Landeshauptstadt. Das Technische Hilfswerk (THW) aus dem Kreis half ebenfalls in Düsseldorf aus. Dazu hatte das THW alle Fahrzeuge und alle verfügbaren Helfer aktiviert.

15 Einsatzkräfte der Feuerwehr Erkelenz waren in der Düsseldorfer Innenstadt am Rheinufer eingesetzt. „Bereits bei der Anfahrt über die Rheinkniebrücke war das ganze Ausmaß des Schadens sichtbar. Hunderte Bäume waren auf abgestellte Pkw, Schuppen und Gewächshäuser gestürzt“, sagte Wolfgang Linkens, Leiter der Erkelenzer Feuerwehr.

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