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Bis 2020 soll Thema Festhalle ein positives Ende finden

Von: Rainer Herwartz
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Josef Füßer macht sich für den Erhalt der Oberbrucher Festhalle stark. Foto: Herwartz

Heinsberg-Oberbruch. „Bis die letzte Chance nicht genutzt ist, geben wir die Halle nicht auf.“ Der Ortsringvorsitzende Josef Füßer gehört zweifellos zu den Oberbruchern, die sich nicht scheuen, selbst mit anzupacken. Doch nicht mit blindem Aktionismus, sondern wohl überlegt und konstruktiv.

Genau aus diesem Grund soll nun am Donnerstag, 5. Juni, um 19.30 Uhr in der Festhalle in Oberbruch der Verein „Interessengemeinschaft Oberbruch 2020“ gegründet werden.

Personalaufwand hoch

„Die Gründung der Interessengemeinschaft geht aus der Überlegung hervor, dass der Ortsring gegebenenfalls zum 1. September die Festhalle ehrenamtlich übernehmen soll“, sagt Füßer. Die Bereitschaft hierzu war im Vorfeld signalisiert worden. Dann folgte auch die entsprechende mündliche Vereinbarung mit Bürgermeister Wolfgang Dieder. „Der Personalaufwand, der dabei allerdings zu leisten wäre, ist vom Ortsring mit seinen acht Vorstandsmitgliedern nicht zu erbringen“, meint Füßer. „Das Projekt musste auf größere Füße gestellt werden.“

Die zu gründende Interessengemeinschaft soll unter anderem für die Hereinnahme von Reservierungen zuständig sein. „Es ist wichtig, dass Stammkunden wie das Musikcorps Braunsrath, der MGV Dremmen oder der Musikverein Karken gehalten werden können“, meint der 60-Jährige. „Alle wurden jetzt schon verbindlich mit Terminzusagen versehen.“ Wirklich schwer sei dies nicht gewesen, denn „sie verbinden die Festhalle schon seit vielen Jahren mit Heimat“.

Der neue Verein organisiert sich unterhalb des Vorstands über Ausschüsse. „Es wird der Gründungsversammlung vorgeschlagen, neben dem geschäftsführenden Vorstand und seinen Vertretern einen Eventbereich, einen Verwaltungsbereich und einen Technikbereich einzurichten.“ 30 Bürger, die zum größten Teil in den jeweiligen Aufgabengebieten über jahrelange Erfahrung verfügen, haben sich bereits zur Umsetzung bereiterklärt. Stellvertretend für das große Engagement im Rahmen der Vorbereitungen auf die Vereinsgründung hebt Füßer Hans-Peter Wallrafen hervor, dessen Einsatz den Rahmen des Üblichen bei weitem sprenge.

Grundsätzlich bliebe festzuhalten, so Füßer, dass das Interesse an dem neuen Verein in der Bevölkerung auch über die Grenzen Oberbruchs hinaus offenbar erfreulich groß sei. Schon vor der eigentlichen Gründungsversammlung im Juni habe der Verein 90 Mitglieder. Der Jahresbeitrag, so sei es jedenfalls angedacht, werde zwölf Euro betragen. „Es soll ja ein Bürgerverein sein“, erklärt Füßer, „und dazu gehört auch ein bürgernaher Beitrag, so dass jeder dabei sein kann.“

Vermietet werde die Festhalle erstmals am 2. Oktober für die Durchführung eines Oktoberfestes, beschreibt der Ortsringvorsitzende die weiteren Planungen. „Danach geht es Schlag auf Schlag. Bis auf ein Wochenende sei der ganze Monat bereits ausgebucht. Und im November gehe es dann weiter mit den Bröker Waaterratte, gefolgt von Hastenraths Will, der im Dezember sein Weihnachtsprogramm vorstelle. Zuvor allerdings soll am 27. September die offizielle Wiedereröffnung der Oberbrucher Festhalle stattfinden – „mit gutem Essen und guter Musik. Die Ausschreibung erfolgt in Kürze“.

Nicht zufällig gebe sich der neue Verein übrigens den Zusatz „2020“, sagt Füßer. „Die Interessengemeinschaft heißt so, weil wir erreichen wollen, dass das Projekt Festhalle im Jahr 2020 ein positives Ende gefunden hat. Das lässt zu Recht den Schluss zu, dass die Stadt nicht schon im nächsten Jahr eine Komplettsanierung vornehmen muss. Das kann man auf mehrere Jahre verteilen. Es ist an uns zu beweisen, dass die Festhalle eine noch immer gebrauchte und gern besuchte Kultstätte ist.“ Obwohl Füßer optimistisch ist, räumt er dennoch ein: „Das Ganze ist ein Abenteuer, es hat sich hier noch nie ein Verein gegründet, der sich auf den Erhalt eines Baukörpers bezieht. Daran wird sich zeigen, ob die Ortsgemeinschaft funktioniert.“

 

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