Beim Kindertheater wird gereimt, gebrüllt und gelacht

Von: Johannes Bindels
Letzte Aktualisierung:
15513556.jpg
Löwen brüllen und Wölfe heulen: Julia Torres Kindertheater in der Begegnungsstätte Heinsberg für die OGS Gruppen der Sonnenscheinschule in Heinsberg animierte zum Mitmachen. Foto: Johannes Bindels

Heinsberg. „Ich und Du, Müllers Kuh…“, wer kennt diesen Abzählreim nicht. Die rund 50 Kinder der OGS-Gruppen der Sonnenscheinschule Heinsberg konnten den Spruch ebenfalls mitsprechen. Im Rahmen ihres Sprachförderprojektes animierte die freie Schauspielerin Julia Torres mit Theaterspielen, Gedichten und Aufzählreimen die Kinder der ersten Jahrgangsklassen zum Mitmachen in der Begegnungsstätte in Heinsberg.

Schon beim Eintritt begrüßte Julia Torres mit Handschlag jedes Kind und bewies mit dieser persönlichen Zuwendung die Wertschätzung für die kleinen Theaterbesucher.

Sie weiß um die Vorlieben von Wiederholungen und um die Faszination von Reimen bei Kindern. So nahm es nicht Wunder, wenn die 40 Minuten dauernde Darbietung die Kinder von der ersten Minute an faszinierte. Ob Gedichte von Ernst Jandl oder Josef Guggenmoos, jeder Beitrag war ein Anlass für Julia Torres, daraus eine kleine Spielszene zu inszenieren und die kleinen Zuschauer ganzheitlich für Sprache und Schauspiel zu begeistern.

Alle Objekte – von der Truhe mit ihren Geheimnissen bis zur Ukulele, auf der Torres spielte – erhielten einen Namen oder wurden benannt oder wurden als Begriff sprachlich erschlossen. Kindergedichte sprach sie vor, gab den Kindern ein Gefühl für den Rhythmus und im gemeinsamen Aufsagen des Refrains konnten sie es ausprobieren. „Die Schuhe nehmen mich einfach mit bei jedem Schritt“, erklang es denn auch aus allen Kinderkehlen. Auch die Zeile „ohne Wecker lebt man kecker“ war zum Mitmachen bestens geeignet.

Was Girlanden sind, wurde erklärt und dass diese von Julia Torres bis zum Schluss gesucht wurde, bevor die meterlange Girlande dann wie von Zauberhand aus dem Mund hervorkam, ergab einen spannenden roten Faden. Jede Szene ergab die Gelegenheit, das Sprechen spielerisch und unterhaltsam einzuüben.

Es wurde gebrüllt und geheult

Das dürfte auch Angelika Simon-Schlonski gefreut haben. Als Erzieherin arbeitet sie im OGS-Team in der Offenen Ganztagsschule mit. Zuvor hatte sie im Gespräch auf die Notwendigkeit des Lernens der deutschen Sprache hingewiesen, insbesondere für diejenigen Kinder mit anderer Muttersprache. Und klar, auch der Aufzählreim „Ich und Du, Müllers Kuh, Müllers Esel, das bist du“, der als Titel für das Programm in der Theaterstarterreihe stand, wurde gemeinsam gesprochen.

Und „Hier spricht die Polizei: Bertolt Biber, der ist frei! Ist aus seinem Zoo entwichen, hat sich in die Stadt geschlichen…“ wurde als Bildergeschichte vorgestellt. Einer der vielen Höhepunkte war denn auch das letzte Stück, bei dem die Mädchen als Löwe agierten und die Jungens als Wolf. Voller Inbrunst wurde gebrüllt und geheult.

So wie am Anfang einzeln begrüßt wurde, so verabschiedete Julia Torres am Ende auch wieder jedes einzelne Kind am Ausgang mit einem essbaren Papierherzchen. Ein Theater, das sich von der besten und empathischen Seite zeigte. So schafft man schon in jungen Jahren neue Fans.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert