Beim Fest der Kulturen von den Kindern lernen

Von: hewi
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Ein buntes Programm war angesagt beim großen Fest der Kulturen am Sonntag in Hückelhoven: Auch das AWO-Familienzentrum war mit von der Partie. Foto: Koenigs
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Kulinarische Spezialitäten gab es viele: Auch der Alevitische Kulturverein sorgte für einen Festgenuss. Foto: Koenigs
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Auch der Lokale Teilhabekreis war beim Fest der Kulturen in Hückelhoven vertreten. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Treffender, als der Schirmherr es sagte, hätte man das Fest der Kulturen in der Mehrzweckhalle und im Foyer der angrenzenden Aula des Gymnasiums in Hückelhoven nicht beschreiben können: „Man betritt den Saal und der einladende Duft exotischer Speisen, Musik und Lachen wehen einem entgegen.“

Auch beim mittlerweile dritten interkulturellen Fest hatte Bürgermeister Bernd Jansen wieder die Schirmherrschaft übernommen. Denn mit dem Fest bekennt sich die Stadt zu ihrem multikulturellen Charakter. „Wir gehen den Hückelhovener Weg“, betonte der Erste Bürger selbstbewusst und empfahl den Festgästen, von den Kindern zu lernen, die nicht auf die Herkunft eines Menschen achten würden oder darauf, ob er eine Behinderung habe. „Die Kinder leben Integration jeden Tag“, erklärte er. Ayse Sezen hörte dies sicher gerne. Die Vizekonsulin des türkischen Generalkonsulats in Köln zeigte sich überrascht von der Vielfalt des Festes in Hückelhoven. „Wir stehen bei allem, was ihr tut, hinter euch“, lautete ihre Botschaft an ihre Lan dsleute.

2010 sei die Idee zu einem solchen Fest „wie aus dem Nichts“ entstanden, erinnerte sich Organisator Heinz-Josef Schmitz am Rande des bunten Treibens. Neu war in diesem Jahr, dass dieses Fest sonntags stattfand. An der Zahl der Besucher konnte man sehen, dass die Verschiebung gut angenommen worden war. Denn die Besucher würden und auch ihre Kommentare abgeben, wusste auch Petra Hudler zu berichten. Die Ehrenamtskoordinatorin der Stadt war schon vor vier Jahren dabei, als das erste Kulturenfest an der Rur organisiert wurde. „Die Leute wollen feiern und ein gutes Bühnenprogramm sehen“, erklärte sie. Das hatte sie gelernt, nachdem eine Podiumsdiskussion zum Frauentag 2008 keinen rechten Anklang finden wollte. „Das Fest lebt eben von den Ideen der Leute, die mitmachen“, erklärte sie. Und davon gibt es genug. Denn die Zahl der Gruppen und Vereine, die mitmachen wollten, war größer als der zur Verfügung stehende Platz.

Knapp 50 Gruppen stellten sich und ihre Arbeit vor oder luden zum Tanzen, Schlemmen, Basteln und Mitmachen ein. Mit von der Partie war auch die Hückelhovener Tafel. „Wir haben auch viele Kunden mit Migrationshintergrund“, erklärte die Vorsitzende Krimhild Witges. Das Spektrum reiche von Flüchtlingen aus Syrien und anderen Krisenregionen bis hin zum russischen Rentner. „Die Tafel ist oftmals erste Anlaufstelle für Neuankömmlinge in Hückelhoven“, betonte sie. Deshalb werde neben der Essensausgabe auch über offizielle Hilfsangebote und Sprachkurse informiert. Ihr kulinarischer Beitrag war „typisch deutsch“: Kartoffelsalat und Frikadellen.

Gleich um die Ecke befand sich der Stand der „Bizim Gazete“. Die deutschlandweit erscheinende türkischsprachige Zeitung bietet auch regionale und lokale Nachrichten aus dem Aachener Raum. Allein in Nordrhein-Westfalen liegt die Druckauflage bei 135.000 Exemplaren. In Hückelhoven habe man rund 1000 Leser, sagte der Journalist Ferat Bilgin; die Tendenz sei steigend. „Denn Integration ist auch, wenn man weiß, was vor Ort passiert“, lautete sein Credo.

Während die Besucher sich an den Ständen informieren und die landestypischen Speisen probieren konnten, war auf der Bühne ständig etwas los. Trommeln, Bauchtanz, Sitz-Zumba, Flamenco, der Zirkus Pepperoni, türkische Langhalsgitarre oder die russischen Chöre Rjabiunischka und Kalinka sorgten für gute Unterhaltung.

Organisator Schmitz hat schon die Zukunft im Blick und denkt dabei über die Stadtgrenzen hinaus. Er wünscht sich unter anderem ­einen verstärkten Austausch mit der ostanatolischen Stadt Zonguldak, aus der viele der in Hückelhoven beheimateten Türken stammen würden. Die Zechenstadt stehe vor demselben Umbruch, den Hückelhoven seit der Zechenschließung hinter sich gebracht habe. Und vielleicht könne sie ja neben Hartlepool und Breteuil die dritte Hückelhovener Partnerstadt werden.

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