Kreis Heinsberg - Begegnungsstätte feiert zehnjähriges Bestehen

Begegnungsstätte feiert zehnjähriges Bestehen

Von: Johannes Bindels
Letzte Aktualisierung:
5107859.jpg
Das hauptamtliche Team vom Selbsthilfe- und Freiwilligen-Zentrum im Kreis Heinsberg: Margit Hils, Brigitte Krükel und Hannelore Viehöver-Braun (von links nach rechts). Das SFZ ist in Heinsberg an der Hochstraße 24 zu finden. Foto: Bindels

Kreis Heinsberg. Wer in Heinsberg an der Hochstraße 24 stehen bleibt, sieht sofort auf der Fensterfront eine Reihe von Symbolen und entdeckt das Kürzel „SFZ“. Wer eintritt, wird höflich begrüßt, bekommt kompetent seine Fragen beantwortet und erfährt so zum Beispiel, dass „SFZ“ für das Selbsthilfe- und Freiwilligen-Zentrum steht und dass ein wichtiges Ereignis bevorsteht.

Das Selbsthilfe- und Freiwilligenzentrum im Kreis Heinsberg kann am kommenden Freitag, 8. März, um 13 Uhr bei einer offiziellen Feierstunde in der Begegnungsstätte in Heinsberg sein zehnjähriges Bestehen feiern. Ein Anlass für das hauptamtliche Team mit Hannelore Viehöfer-Braun (Fachbereich Selbsthilfe), Margit Hils (Fachbereich Freiwilligenarbeit) und Brigitte Krükel (Sekretariat) einen Blick zurück zu werfen auf die Anfänge und auf die Jahre erfolgreiche Arbeit.

„Begonnen hat unsere Arbeit im Fachbereich Freiwilligenarbeit schon vor 15 Jahren. Meine Arbeit als Gemeindesozialarbeiterin in der Caritas führte den Grundgedanken, Ehrenamt und Freiwilligenarbeit zur Verbesserung der Lebenssituation zu koordinieren, im Jahr 1998 bis zur Gründung eines Freiwilligenzentrums, damals noch in Geilenkirchen angesiedelt“, berichtet Margit Hils von den Anfängen ihres Fachbereichs. „In den nachfolgenden Jahren kamen mit dem Diakonischen Werk, der Arbeiterwohlfahrt, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und dem Deutschen Roten Kreuz weitere Wohlfahrtsverbände als Träger hinzu.“ Heute liegt nach den Angaben von Margit Hils die Trägerschaft in den Händen dieser Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege im Kreis Heinsberg. „Eine fast einmalige Konstruktion in NRW zum Wohle der Menschen im Kreis Heinsberg“, ergänzt Hannelore Viehöfer-Braun.

2003 erfolgte der Umzug in die heutigen Räumlichkeiten und die Zusammenlegung der beiden Fachbereiche. Gefördert wird die Einrichtung auch vom Kreis Heinsberg, der die Fördermittel jeweils für den Zeitraum von vier Jahren auf der Grundlage des Rechenschaftsberichts und Antrags des SFZ bewilligt. Bis 2014 sind die Mittel gesichert. Zur Finanzierung tragen auch die Krankenkassen und das Land bei.

„Das Prinzip der Selbsthilfe basiert auf der Überzeugung, dass jeder Mensch das Potenzial hat, sich selbst zu helfen“, sagt Hannelore Viehöfer-Braun. „Wir begleiten die Menschen am Anfang bei der Gründung von Selbsthilfegruppen.“ Ob Osteoporose, Rheuma oder Alzheimer: Es gibt Selbsthilfegruppen mit den verschiedensten Schwerpunkten. „Die mehr als 80 Selbsthilfegruppen und die dort tätigen Menschen leisten im Laufe eines Jahres so viel Arbeit, wie die von circa 19 hauptamtlichen Arbeitsstellen. Ein Erfolg dieser Selbsthilfearbeit ist eine größere Lebenszufriedenheit, weil die soziale Isolierung aufgebrochen wird und die Menschen erfahren, dass sie nicht alleine mit ihren Problemen sind“, unterstreicht Viehöfer-Braun die Bedeutung. Das SFZ berät und vermittelt Interessierte in Selbsthilfegruppen. Zur Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen gehören die Unterstützung von Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung und Austausch untereinander, die organisatorische und inhaltliche Beratung wie die Vermittlung von Fachkräften und die gemeinsame Präsentation in Veranstaltungen.

„Das Prinzip der Freiwilligenarbeit beruht auf dem Projektgedanken. Das bedeutet, dass eine Idee, die das Zusammenleben der Menschen bereichert, anfänglich durch uns begleitet wird“, erklärt Margit Hils das Vorgehen. Dabei seien 800 Engagementberatungen und 600 Vermittlungen binnen zehn Jahren durchgeführt worden. Das Ziel sei immer, „dass am Ende das Projekt zum Selbstläufer wird und die dort ehrenamtlich Tätigen nachhaltig das Projekt ohne uns am Leben erhalten.“

Als Beispiele für Selbstläufer nennt Margit Hils „KiK“ (Kunst und Kultur im Krankenhaus Geilenkirchen) mit fünf Freiwilligen, die Hausaufgabenbetreuung für Grundschulkinder in Geilenkirchen mit acht Freiwilligen, die „Heinzelmännchen“ (Kleinsthandwerkerdienst der Senioren-Initiative Erkelenz) mit 15 Freiwilligen, „IdeE“ (Integration im Wohnheim Mutter Teresa für psychisch Kranke in Geilenkirchen) mit zehn Freiwilligen und „One for you – one for me – Junges Hückelhoven engagiert sich“ mit mehr als 82 Schüler in 22 Sozialeinrichtungen.

„Zwei weitere Projekte benötigen noch unsere Unterstützung: Das ist einmal der Heinsberger Tauschring – HTR. Das ist ein soziales Netzwerk, in dem Menschen ihre Fähigkeiten anbieten und untereinander ihre Hilfen tauschen, ohne dafür Geld zu zahlen. Für dieses Projekt benötigen wir noch Ehrenamtler, die bereit sind, im Tauschringbüro mitzuarbeiten, um dem Projekt zur Selbständigkeit zu verhelfen. Bisher sind fünf Freiwillige, die die ganze Verwaltung des HTR bewältigen, tätig“, wirbt Hils für dieses Projekt und erwähnt noch, dass auch das Projekt „Mobile Senioren im Kreis Heinsberg“, mit dem älteren Menschen der Zugang zum Busverkehr erleichtert werden soll, sich noch in der Projektphase befinde. Die Freiwilligen beraten Senioren unter anderem im Umgang mit Fahrplänen.

Das hauptamtliche Team im Zentrum wird bei seiner Beratungs- und Verwaltungsarbeit von einem ehrenamtlichen Team mit Riccardo Breuer, Margret de Hesselle, Angelika Dohmen, Waltraud Günther, Herrmann-Josef Horrichs, Monika Kohns, Kläre Kuznik, Maria Mehler, Elisabeth Metschukat, Christel Preuschoff, Monika Vogt und Hans-Dieter Willms unterstützt.

Wer Interesse an der Mitarbeit als Freiwilliger hat, kann sich an Margit Hils wenden. Wer Betroffener als Erkrankter oder Familienmitglied eines Erkrankten ist, eine Selbsthilfegruppe gründen will oder bei einer bestehenden Gruppe mitarbeiten möchte, sollte sich an Hannelore Viehöfer-Braun wenden.

Im Sekretariat steht Brigitte Krükel als Ansprechpartnerin zur Verfügung und weiß, die Anfragen gezielt an die Fachbereiche weiterzuleiten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert