Bald über 500 Flüchtlinge in Petersholz?

Von: Helmut Wichlatz
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Die ehemalige Wohnanlage für Angehörige der britischen Streitkräfte in Petersholz ist offenbar bestens für die Unterbringung von Flüchtlingen geeignet. Foto: Claudia Krocker
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Bis zu 2000 Personen könnten dort untergebracht werden. Mindestens 500 sollen es werden. Foto: Claudia Krocker

Wegberg. Angesichts der steigenden Zahl von Asylbewerbern scheint das Land NRW entschlossen zu sein, in Wegberg eine zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) zu eröffnen. Die ehemalige Wohnanlage für Angehörige der britischen Streitkräfte in Petersholz ist offenbar bestens für dieses Unterfangen geeignet.

Bis zu 2000 Personen könnten dort für die Dauer der Bearbeitung ihres Asylantrages untergebracht werden. Von „mindestens 500 Personen“ sprach die Erste Beigeordnete Christine Karneth auf der Sondersitzung des Rates und gab dafür wirtschaftliche Gründe an. Damit besäße Wegberg nach Recherchen unserer Zeitung die mit Abstand höchste Flüchtlingskonzentration im Kreis Heinsberg.

Im Wegberger Rat sollte eigentlich über Investitionen zur baulichen Ertüchtigung der leerstehenden Grundschule in Klinkum zum Zwecke der Unterbringung von Asylbewerbern abgestimmt werden. Angesichts der derzeitigen Lage um Petersholz wurde die Investition abgelehnt, obwohl die Stadt an die Grenzen ihrer Aufnahmekapazität gestoßen ist. Sollte es zur Einrichtung der ZUE in Petersholz kommen, würde die zuständige Bezirksregierung Köln die weitere Zuweisung von Flüchtlingen nach Wegberg stoppen. Ein entsprechender Antrag der Stadt war negativ beschieden worden.

Die Liegenschaft in Petersholz gehört der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), bei der das Land die Wohnanlage mieten würde. „Sämtliche Kosten für Unterhalt und Personal werden vom Land übernommen“, betonte Bürgermeister Michael Stock. Für den Fall, dass die städtischen Unterkünfte bis zur Inbetriebnahme von Petersholz nicht ausreichten, würden leerstehende städtische Immobilien ebenso genutzt wie Mietwohnungen vom freien Wohnungsmarkt. Das wäre jedoch mit erheblichen Kosten verbunden, was man sich in Wegberg angesichts der derzeitigen Haushaltslage an sich wohl nicht leisten kann.

Georg Gellissen von der CDU forderte „zeitnah gesicherte Ergebnisse“ über den Planungsstand. Er mahnte eine frühzeitige und umfassende Information der betroffenen Anwohner an. Bürgermeister Stock mahnte seinerseits Umsicht und Geduld an. Ralf Wolters (SPD) empfahl, „erst dann zu diskutieren, wenn wir die Fragen auch beantworten können“. Schließlich seien Rat und Verwaltung derzeit nicht auf dem neuesten Planungsstand. Auch Christoph Böhm von der FDP warnte davor, „im luftleeren Raum zu diskutieren“ und somit Spekulationen Tür und Tor zu öffnen.

Kürzlich waren ähnliche Unterkünfte in Bad Berleburg und anderswo in die Kritik geraten, weil es dort zu gewalttätigen Vorfällen durch Angestellte gekommen war. Die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Broy appellierte, dass eine „würdevolle Unterbringung“ der Flüchtlinge gewährleistet werden müsse. Auch da habe die Stadt weder Einfluss noch Mitspracherecht.

Das Areal am Rande von Petersholz wird aller Voraussicht nach zum 1. Januar komplett angemietet und seiner neuen Bestimmung zugeführt. Bis dahin hoffen nicht nur die Anwohner auf weitere Informationen durch das Land und die Kölner Bezirksregierung. Für die Flüchtlinge wird Petersholz an sich eine Zwischenstation sein, denn mit der Anerkennung des Asylantrags können sie ihren Wohnort frei wählen. Bei Nichtanerkennung und gleichzeitiger Duldung können sie vom Land in eine seiner 396 Kommunen verlegt werden.

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