Wassenberg-Birgelen - Auf den Zauber des Birgelener „Walddom” einlassen

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Auf den Zauber des Birgelener „Walddom” einlassen

Von: Anna Petra Thomas
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Auch in diesem Marienmonat Mai sind wieder viele Gläubige zum Pützchenssonntag in den Birgelener Wald gekommen. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg-Birgelen. „Maria, Mutter aller Menschen“ war in diesem Jahr die Andacht anlässlich des Pützchenssonntags im Birgelener Wald überschrieben. „Der Grund für den Besuch des Birgelener Pützchens ist Maria. Sie ist die Mutter Jesu und unsere Mutter“, hieß es dazu in der Einstimmung zu der Feierstunde, zu der wieder viele Gläubige von nah und fern zu der kleinen Kapelle mitten im Wald gekommen waren.

Festprediger war Pfarrer Kurt Josef Wecker aus Heimbach, zugleich Wallfahrtsseelsorger im Bistum Aachen. Als „Walddom“ bezeichnete Wecker den von Bäumen überdachten Platz rund um das Pützchen, in dem die Gläubigen seinen Worten folgten, „als Vorraum des Paradieses“.

Wichtig sei, sich auf den Zauber dieses Ortes einzulassen. „Es gibt Stellen, da können wir besser beten, da können wir besser zu uns und zu ihr finden.“ Der Geist des Pützchens sei dem von Heimbach dabei wahlverwandt, fügte er hinzu, denn die schmerzhafte Mutter von Heimbach sei ursprünglich auch hier abseits im Wald, in Maria Wald seit dem 15. Jahrhundert als Vesperbild verehrt worden.

Heilsereignisse

Auch Birgelen erinnere ihn an die Ursprünge eines Gnadenbildes draußen, „ja draußen, wo die entscheidenden Heilsereignisse geschehen, draußen vielleicht an einem Marienbrunnen in Nazareth, draußen auf Bethlehems Feldern, draußen unter dem Himmel Galiläas, draußen auf Golgotha, draußen im Ostergarten.“ Dabei sei dem Betrachter im Pützchen das Bild der schmerzhaften Mutter sicherlich oft zunächst fremd.

„Das Bild der Schmerzensmutter mit den sieben Schwertern in sich wirkt irreal, bizarr, wie in süditalienischen und spanischen Karfreitagsprozessionen, fast nicht zum Mitansehen, auch wenn es symbolisch ist.“ Das empfindsame Herz dieser Frau und ihre sieben Schmerzen seien jedoch nicht symbolisch. „Maria erfuhr Zurückweisungen und tiefe Verlusterfahrungen“, betonte Wecker. „Auch darum kann sie die Mutter aller Menschen sein, weil sie das erfahren hat, was viele erfuhren, die zu ihr pilgern. Weil sie in ihren Schmerzen standhielt.“

Das Christentum sei „eine Religion des Schauens des Kruzifixes“, fuhr er fort, und auch der Anblick der schmerzhaften Mutter nötige den Christen ab, Bilder anzusehen, die sie eigentlich gar nicht gerne anschauen würden. Zugleich „wollen wir im Blick auf die schweren Bilder des Grauens keine Voyeure des Grauens, sondern Pilger sein, die ganz nahe an die schmerzhafte Frau herangehen“, wenn auch nicht endgültig verstehend.

„Pilger sind die, die mitfühlend zusehen, wie Christi Mutter stand mit Schmerzen“, die den Mut aufbringen würden standzuhalten. So werde Maria eine „rettende Tür, vielleicht nur eine Seitentür“ für alle, denen es ähnlich gehe, die auch mit einem Verlust leben müssten.

Maria biete ihr Herz als „Brunnen, als Pützchen, als Arznei“ für eigene Wunden. „Sie ist der unerschöpfliche Brunnen, der gibt und gibt und sich nicht festhält. Waschen wir uns hier die Augen aus, dies immer tiefer zu verstehen“, schloss Wecker im unausgesprochenen Verweis auf das Wasser des Pützchens, das als heilbringend gilt und durch seinen Siliziumdioxid-Gehalt besonders Augenleiden lindern soll.

Musikalisch begleitet wurde die Andacht vom Musikverein „Eintracht“ Birgelen.

Die Kollekte kam einem Schulprojekt in Indien, der Heimat des Wassenberger Pfarrers Dr. George Panna, zugute.

 

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