Auch Heinsberg sagt Nein zum Fracking

Von: dawin
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Heinsberg. Auch Heinsberg stemmt sich gegen die Fracking-Pläne in den Niederlanden. Der Rat der Stadt sprach sich einstimmig für den Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen aus, einen schriftlichen Protest an das Wirtschaftsministerium in Den Haag zu formulieren.

„Das Grundwasser macht vor Landesgrenzen nicht halt“, begründen die Grünen unter anderem ihren Antrag. Sie sehen die Qualität von Grund- und Trinkwasser in Heinsberg und überhaupt in Nordrhein-Westfalen durch die Förderung von Schiefergas und durch den damit verbundenen Einsatz von Chemikalien massiv gefährdet.

Mit ihren Sorgen und Bedenken stehen die Grünen indes nicht allein. Auch Bürgermeister Wolfgang Dieder formulierte vor der Ratsrunde am Mittwoch seine Kritik an der sogenannten „Strukturvision Schiefergas“ im Nachbarland. „Die Trinkwassergewinnungsanlagen der Stadtwerke Heinsberg befinden sich nahe der niederländischen Grenze. Es besteht die Besorgnis, dass die beim Fracking verwendeten Chemikalien eine Verseuchung des Grundwassers auch bei uns herbeiführen können.“

Die Pläne würden nicht nur in den grenznahen Städten und Gemeinden, sondern auch im Kreis sowie bis hin zum Landtag und zur Landesregierung vehement kritisiert und abgelehnt. „Wegen der tektonischen Sensibilität unserer Grenzregion besteht außerdem die Gefahr von Erdbeben. Dies wissen wir spätestens seit dem Erdbeben von 1992. Damals lag das Epizentrum bei Roermond“, gab Wolfgang Dieder zu bedenken.

Der beim Fracking anfallende massive Wasserverbrauch von Millionen Litern sowie die Notwendigkeit, das Rücklaufwasser zu entsorgen oder zu entgiften – auch dies seien wesentliche Gesichtspunkte, die die Risiken der Fracking-Technologie offenkundig machen würden.

Eindeutige Absage

Die Verwaltung sei daher der Auffassung, dass auch der Rat der Stadt Heinsberg den niederländischen Plänen eine eindeutige Absage erteilen sollte, appellierte der Bürgermeister an den Stadtrat. Und weiter: „Da ich mir kaum vorstellen kann, dass jemand in diesem Hause die Fracking-Pläne der Niederlande gutheißt, sollte meines Erachtens dem vorliegenden Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zugestimmt werden.“

Und dies geschah dann auch – unisono und fraktionsübergreifend. Die Stadtverwaltung wird nun in Abstimmung mit dem Kreis Heinsberg eine ablehnende Stellungnahme fertigen und diese fristgerecht, das heißt bis zum 16. Juli, beim niederländischen Wirtschaftsministerium einreichen.

Zu Beginn der taufrischen Legislaturperiode ging eine lange Ära zu Ende: Hermann Rademächers übte zum letzten Mal sein Amt als Schriftführer im Stadtrat aus. Der Leiter des Amtes für Ratsangelegenheiten sowie des Schulamtes geht in den Ruhestand. Er protokollierte seit Oktober 1989 Gesprochenes und Geschehenes im Stadtparlament.

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