Hückelhoven - Antrag „Joboffensive“: Mit Investitionen die Strukturen stärken

Antrag „Joboffensive“: Mit Investitionen die Strukturen stärken

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:

Hückelhoven. Mit dem 393. Platz von insgesamt 396 NRW-Kommunen ist Hückelhoven fast Schlusslicht, was das Durchschnittseinkommen der Bürger betrifft. Deshalb hatte die SPD-Fraktion im Rat den Antrag „Joboffensive“ eingebracht.

Ziel: Herausfinden, was die örtliche Politik tun kann, um die Lohnstruktur in den Hückelhovener Unternehmen zu verbessern, und eine Analyse der Gründe, weshalb Hückelhoven so nah an der roten Laterne angesiedelt ist.

Etwa 12.000 Auspendler

Schon um die Formulierung und das Ziel des Antrags hatte es im Vorfeld einen Schlagabtausch zwischen den Fraktionschefs Heinz-Josef Kreutzer von der CDU und seinem SPD-Kollegen Jörg Leseberg gegeben. Ein Workshop schwebte den Sozialdemokraten vor, bei dem gemeinsam nach Lösungen gesucht wird. Zuerst jedoch gab es nun im Stadtrat eine Analyse der Situation durch den Technischen Beigeordneten der Stadt Hückelhoven, Dr. Achim Ortmanns.

Dieser erklärte, dass es nicht um das Lohnniveau der in Hückelhoven angesiedelten Betriebe gehe, sondern um das Einkommensniveau der gemeldeten Einwohner. Täglich verlassen rund 12 000 Auspendler die Stadt über die Autobahn, um im nahen Umfeld zu arbeiten. Das sind rund doppelt so viele Aus- wie Einpendler. Innerhalb der Stadt pendeln 6244 Arbeitnehmer zur Arbeit. Das seien gesunde und normale Zahlen, betonte Ortmanns. Er verwies auch darauf, dass allein in den vergangenen zehn Jahren rund 1200 neue Arbeitsplätze in Hückelhoven geschaffen worden seien, zusätzlich der rund 1300 Arbeitsplätze in Baal bei QVC.

Die Gründe für das schlechte Abschneiden im NRW-Vergleich sieht Ortmanns eher in der Vergangenheit, im Bergbau und in der im Kreisvergleich hohen Zahl der Hückelhovener, die Leistungen nach dem SGB II erhalten: Rund neun Prozent der Hückelhovener bekommen hier Leistungen (Kreis 7,4 Prozent). Darüber hinaus seien ganze Zechensiedlungen ehemaliger sozialer Wohnungsbau und dazu noch veraltet. „Ich spreche hier von Wohnungen mit 60 Quadratmetern auf zwei Etagen ohne Bad und Zentralheizung“, erklärte Ortmanns.

Dort könne man keine mittel- bis gutverdienenden Familien ansiedeln, die es bräuchte, um den Schnitt zu verbessern. Sprich: Um das Einkommensniveau zu heben, müsse in den Wohnungsbau investiert werden. Ergo: Das Problem der niedrigen Einkommen sei keine Frage der Wirtschaftsstruktur, sondern der Bau- und vor allem Sozialstruktur sowie der Randlage in NRW. Die wirtschaftliche Steigerungsrate der Stadt liege über dem Landesdurchschnitt. Mit ihren Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur sei die Stadt auf dem richtigen Weg.

Das Ergebnis der Analyse löste unterschiedliche Reaktionen aus. Während Kreutzer von der CDU die Analyse als „sauber recherchiert“ bezeichnete, wurde das Thema nach Lesebergs Lesart verfehlt. Dem hielt Kreutzer entgegen, die SPD wolle „die Lösung auf dem Tablett serviert bekommen, weil sie selbst nicht wissen, was sie wollen“. Die hielten wiederum entgegen, dass durch Schönfärberei am eigentlichen Thema vorbeiargumentiert werde.

Thema bleibt auf Tagesordnung

Hilde Hecker von der FDP und der Grüne Horst Ulrich sprachen sich dafür aus, das Thema erneut im Ausschuss für Wirtschaftsförderung zu behandeln und dort auch den von der SPD geforderten Workshop anzusiedeln. Diesem Antrag folgte der Rat.

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