Heinsberg/Wuppertal - Animationsfilm aus Heinsberg: Elefant Tuffi fährt wieder Schwebebahn

Animationsfilm aus Heinsberg: Elefant Tuffi fährt wieder Schwebebahn

Von: Rainer Herwartz
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Der Animationsfilm von Manfred Schnock über die legendäre Schwebebahnfahrt der Elefantendame Tuffi ...
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... sorgte in Wuppertal für Furore. Foto: Herwartz
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Ehefrau Liesa hat dazu eigens ein Lied komponiert und eingesungen. Foto: Herwartz

Heinsberg/Wuppertal. Die Wuppertaler lieben sie, ihre Schwebebahn. Und das wohl schon seit dem 1. März 1901, als sie die Menschen zum ersten Mal sanft durch die Luft gleiten ließ. Die Schwebebahn gilt als Wahrzeichen der Stadt und steht seit dem 26. Mai 1997 unter Denkmalschutz. Jedes Kind in Wuppertal weiß auch um die legendäre Geschichte der jungen Elefantendame Tuffi.

Sie sollte im Jahr 1950 als Werbegag des Zirkus Althoff von Alter Markt in Richtung Elberfeld mit der Schwebebahn fahren, durchbrach dann jedoch aus Angst plötzlich eine Seitenwand und stürzte in die Wuppere – zum Glück, ohne sich ernsthaft zu verletzen.

Es ist eine der Geschichten, die untrennbar mit Städten und Orten verbunden sind wie Johanna von Orleans mit der gleichnamigen Stadt oder Hermann der Cherusker mit dem Teutoburger Wald. Fotos oder Filmaufnahmen von dem Sprung ins kühle Nass existieren nicht, da keiner der anwesenden Fotografen damals im richtigen Augenblick den Auslöser betätigte. Dass es ein Heinsberger sein würde, der Jahrzehnte später die Geschichte erstmals detailgetreu in einem Animationsfilm nachstellt und damit in Wuppertal für Furore sorgt, ist eine kleine Sensation.

Aus schierer Langeweile habe Anfang des Jahres ein Projekt seinen Lauf genommen, dessen Auswirkungen den 69-jährigen Manfred Schnock und seine Frau Liesa aus Dremmen noch heute in Erstaunen und helle Aufregung versetzen, wenn sie davon erzählen. Zunächst hatte Schnock nur einen kleinen Animationsfilm über die Schwebebahn ins Internet gesetzt.

Ein Modellbauer hatte diesen entdeckt und den Vorsitzenden der Stiftung regionale Verkehrsgesellschaft, Detlef Kamp, in Wuppertal darauf aufmerksam gemacht. Dieser habe sich zu Schnocks Verblüffung Anfang Mai dann bei ihm gemeldet mit dem Vorschlag, den Animationsfilm doch zur berühmten Fahrt der Elefantendame auszuarbeiten. Denn das passe ideal zu der Ausstellung „Von Preußisch Grün zu Himmelblau“ im Historischen Zentrum in Wuppertal, die die Entwicklung der von Eugen Langen erfundenen Schwebebahnen von den zwei grünen Prototypen aus dem Jahre 1898 bis zur heutigen blauen Version dokumentiere.

Durch eine solche Ehre beflügelt, nahm der gelernte Mediengestalter Schnock nun selbst Fahrt auf. „Er hat fast Tag und Nacht vor dem Computer gesessen“, erinnert sich Ehefrau Liesa. Und Schnock widerspricht nicht, schließlich sei er, so sagt er, ein Perfektionist. Gefühlt hunderte Texte, auch von Augenzeugen, habe er studiert, um die Fahrt mit Tuffi und ihre Entstehungsgeschichte möglichst naturgetreu wiederzugeben. Detlef Kamp habe ihm dazu auch eigens die Pläne der alten Schwebebahn aus dem Jahr 1950 besorgt, damit er diese authentisch nachbilden konnte.

Acht Wochen lang kannte der 69-Jährige, der bis zu seinem Ruhestand bei einer Remscheider Zeitung arbeitete, nur noch ein Thema. Eine unglaubliche Liebe zum Detail ließ einen rund sieben Minuten langen Film entstehen, der die Geschichte der wohl ungewöhnlichsten Schwebebahnfahrt für Groß und Klein nachstellt. Ehefrau Liesa komponierte übrigens dazu in nur zwei Tagen ein Lied, das sie selbst eingesungen und noch einmal von der Aachener Audioproduktion Sucellos überarbeiten ließ.

Das Ergebnis löste in Wuppertal einen wahren Begeisterungssturm aus. Klar, dass die Schnocks auch als Ehrengäste zur Ausstellungseröffnung am 12. Mai eingeladen waren, denn schließlich ist dort Schnocks Film auf einem großen Bildschirm als Endlosschleife zu sehen. „Als ich vorgestellt wurde, gab es einen Riesenbeifall. Ich habe schon mitgeklatscht, so aufgeregt war ich“, sagt Manfred Schnock. „Die Bürgermeisterin Ursula Schulz erklärte, dass dieser Film eine Superwerbung für die Stadt Wuppertal und ich der Erste sei, der einen Film über Tuffi gemacht habe.“

Schnock kann es immer noch nicht fassen: „Die Bürgermeisterin wollte sogar ein Autogramm von mir. Sie ist auf uns zugekommen, als würden wir uns schon lange kennen und hat mir beide Hände gedrückt.“

Schon jetzt steht fest, dass der Heinsberger mit seinem Animationsfilm ein Stück der Wuppertaler Geschichte wird, denn nachdem die Ausstellung, die noch bis zum 9. Juli im Historischen Zentrum zu sehen sein wird, beendet ist, wird der Film dort als Geschichtsdokument weiter zu sehen sein. Wer „Tuffi und die Schwebebahn“ selbst einmal in Augenschein nehmen möchte, kann unter www.schnock-media.de einen Vorgeschmack erhalten.

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