Alfons Schuhbeck erhält „Goldene Schlemmer-Ente“

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Der Preisträger präsentierte stolz die Goldene Schlemmer-Ente: Sternekoch Alfons Schuhbeck (Bildmitte) wurde am Donnerstagabend in Wassenberg ausgezeichnet. Ihm gratulierten (v. l. n. r.): Goldschmied Roland Simons, Landrat Stephan Pusch, Hans Brender von der Aktionsgemeinschaft, Bürgermeister Manfred Winkens, Stephanie Brender von der Aktionsgemeinschaft und Regionalredakteur Dieter Schuhmachers. Foto: Koenigs
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Die Gäste stießen auf den Schlemmer-Markt an: Sabine Schüller aus Jülich und Ross Lynch aus Irland. Foto: Koenigs
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Sammy, dem Sämling, gefiel die Musik der Oak City Jazzband aus dem belgischen Maaseik bestens.

Wassenberg. Der Münchener Sternekoch Alfons Schuhbeck ist am Donnerstagabend im Rahmen der Eröffnung des 22. Schlemmer-Marktes Rhein-Maas in Wassenberg von der Aktionsgemeinschaft und unserer Zeitung mit der Goldenen Schlemmer-Ente geehrt worden.

Das Werk aus der Wegberger Goldschmiede Simons erfreute den Preisträger sichtlich, er zeigte sich aber auch angetan von der „gigantischen Veranstaltung“ in Wassenberg. Schuhbeck würdigte das Engagement, das notwendig sei, eine solche Veranstaltung nicht nur zwei- oder dreimal, sondern über einen solch langen Zeitraum auf die Beine zu stellen, und schloss in seine lobenden Worte auch gleich die treuen Schlemmer-Markt-Besucher ein, die wieder in Scharen zum Roßtorplatz gepilgert waren.

Mit den flotten Klängen der Oak City Jazzband aus dem belgischen Maaseik hatte die von Regionalredakteur Dieter Schuhmachers moderierte Verleihung der Goldenen Schlemmer-Ente begonnen. In seiner Rede zur offiziellen Eröffnung der viertägigen kulinarischen Veranstaltung stellte der Wassenberger Bürgermeister Manfred Winkens besonders das Engagement von Hans und Stephanie Brender, den „Machern“ des Schlemmer-Marktes, heraus.

In der Laudatio auf den Preisträger sagte Landrat Stephan Pusch, Alfons Schuhbeck sei nicht nur ein mit Michelin-Stern und Gault-Millau-Hauben, mit Feinschmecker-Punkten und Aral-Schlemmer-Atlas-Kochlöffeln ausgezeichneter Spitzenkoch, sondern er gelte dank seiner enormen Fernsehpräsenz für sehr viele Menschen in ganz Deutschland als der Repräsentant bayerischer, weltoffener Kochkunst, als „Botschafter des guten Geschmacks“. „Wichtig ist die Freude am Essen“ – so laute Schuhbecks Devise, die er um den Satz ergänzt habe: „Zur Freude am Genuss gehört auch Leidenschaft.“ Damit spreche er den Machern des Schlemmer-Marktes aus dem Herzen.

Schuhbecks anfänglicher Weg vom angehenden Fernmeldetechniker über seine Rolle als Gitarrist der Rockband „Die Scalas“ bis zum Koch in Ausbildung sei schon bemerkenswert, stellte Pusch fest. „Ihre Karriere ist umso beeindruckender.“ Nach den sogenannten Lehr- und Wanderjahren mit Stationen in Salzburg, Genf, Paris, London und München habe er ein Dorfgasthaus in ein Spitzenrestaurant verwandelt, habe seinen Stern inzwischen über 30 Jahre behauptet und habe eine große Anhängerschaft hinter sich versammelt – wie nicht nur die aktuell mehr als 100.000 Facebook-Freunde beweisen würden.

„Sie behalten Ihr Wissen aber nicht für sich, sondern Sie geben es in vielfältiger Form weiter“, verwies der Landrat auf Schuhbeck als Autor von vielen Kochbüchern mit hohen Auflagen oder als Leiter von Kursen in seiner anerkannten Kochschule, vor allem aber auf Schuhbecks ungezählte Fernsehauftritte. „Dabei reden Sie, wenn vor der Kamera Ihr Rat und Ihr Urteil gefragt sind, nicht um den heißen Brei herum. Sie sind vielmehr dafür bekannt, dass Sie kritisch Klartext reden.“

Vor allem aber nutze Schuhbeck die Chance, dem Millionenpublikum vor den Fernsehgeräten die Bedeutung von Gewürzen zu vermitteln. „Nichts hat mich als Koch so beeinflusst wie die Gewürze“, habe er einmal gesagt. Die Aktionsgemeinschaft und der Zeitungsverlag hätten aus ihrer Sicht hinzugefügt: „Niemand hat als prominenter Koch den Gewürzen den ihnen gebührenden Stellenwert in der Form zukommen lassen wie Alfons Schuhbeck.“

Pusch sagte zu Schuhbeck: „Sie sind der König der Gewürze.“ Nach indischem Vorbild Geschmack und Wohlbefinden in Einklang zu bringen oder nach chinesischem Muster Kochen und Medizin miteinander zu verbinden, dies liege dem Preisträger am Herzen.

In der Welt der Spitzenköche sei Alfons Schuhbeck wahrlich niemand, der sich auf Ruhm, Lob und Preisen ausruhe, sondern er sei jemand, der mit einem schier ungeheuren Arbeitspensum unternehmerische Verantwortung wahrnehme, dabei auf positives Denken als Erfolgsrezept setze und nach Rückschlägen nicht resigniere – all das nicht zum Selbstzweck, sondern auch in der Verantwortung für circa 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, betrachtete Pusch respektvoll Schuhbecks unternehmerische Erfolge. In einem Alter, in dem andere sich eher mit dem Ausfüllen des Rentenantrags beschäftigen oder ihr Altersgeld längst bekommen würden, habe Schuhbeck gerade aktuell den Pachtvertrag für sein Lokal um zehn Jahre verlängert – ganz nach der Devise: „Mit 65 ist noch lang noch nicht Schluss!“

Im Interview verband Alfons Schuhbeck sein Plädoyer für eine ausgewogene, aber auch genussvolle Ernährung in bewährter Manier mit zahlreichen guten Ratschlägen für die Zuhörer, aber auch mit dem Hinweis: „Lieber ein Kilo zu viel!“ Wichtig sei, dass man sich wohlfühle. Und Frauen sollten schließlich auch keine „Hungerhaken“ sein. Als großes Lob bezeichnete es Schuhbeck, wenn leere Teller zurück in die Küche kommen würden. Und die Steigerung sei es, wenn sogar ein Nachschlag verlangt werde. Auf die Frage, ob es diesen Nachschlag in seinem Münchener Restaurant denn auch wirklich geben würde, versprach er ihn auf jeden Fall – ­sowohl dem Moderator als auch den begeisterten Zuhörern am Donnerstagabend in Wassenberg.

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