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Abriss der Kirche St. Lambertus: Heimatverein nimmt Abschied

Von: hewi
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Vor dem beeindruckenden Eingang verabschiedeten sich die Mitglieder des Heimatvereins von der neoromanischen St.-Lambertus-Kirche in Immerath, die wegen des Tagebaus abgerissen wird. Foto: Ingrid Hagel

Erkelenz-Immerath. Kurz vor dem Ende und dem Abriss der Kirche St. Lambertus in Immerath besuchten mehr als 70 Mitglieder des Heimatvereins der Erkelenzer Lande ein letztes Mal die neoromanische Kirche.

Der Vorsitzende, Günther Merkens, begrüßte die Besucher und erinnerte daran, dass der Heimatverein der Erkelenzer Lande den schwerwiegenden Prozess des Verlustes der Heimat im Erkelenzer Land von seinem Beginn an begleitet. Er erinnere an die zahlreichen Aktionen und Resolutionen, die bekanntermaßen keinen Erfolg gebracht haben. Aus energiepolitischen Gründen sei der Braunkohleabbau in der Erkelenzer Börde beschlossen worden und führe nun zum Verlust der Heimat und vieler Kulturgüter.

Der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen gab zunächst einen Einblick in das Tagebau- und Umsiedlungsgeschehen. Eindrucksvoll schilderte er die Herausforderungen, denen sich die Betroffenen, aber auch die Stadt Erkelenz stellen müssen. Für viele Teilnehmer waren die Ausführungen zum Beispiel zu den mehr als zähen Verhandlungen mit Behörden und anderen sehr aufschlussreich.

Verständlich war die Emotionalität von Marlies Bereit, der Vorsitzenden der Kapellengemeinde. Zunächst schilderte sie die Geschichte der Kirche und stellte das Bauwerk und seine Inneneinrichtung vor. Sichtlich bewegt und eindrucksvoll waren ihre Ausführungen zur Schließung der Kirche und dem sich anbahnenden Abriss. Man spürte die Betroffenheit und diese ging auf die Besucher über.

Von dem Mitgliedern des Heimatvereins kamen viele Fragen zur Verwendung der Einrichtungsgegenstände, und oft kam Unverständnis auf, wenn sie hörten, dass nur weniges in die neue Kapelle mitgenommen werden kann und das meiste wohl in alle Lande verstreut wird. „Schade“, so meinte der Vorsitzende des Heimatvereins, „dass somit viele Kunstwerke den Erkelenzer Landen verloren gehen.“

Mit einem Rundgang durch die Kirche wurde der Besuch in Immerath beendet. Die Fahrt ging dann weiter nach Borschemich zum Haus Paland.

Wilfried Lörkens, der Eigentümer, erläuterte zunächst die Geschichte dieses alten Herrenhauses, dessen älteste Gebäudeteile um 1600 entstanden sind. Schnell war er bei den vielen Problemen, welche die Umsiedlung für die Betroffenen mit sich bringen. Da ist nicht nur der Verlust der Heimat und des Eigentums, der zu schaffen macht. Das Verfahren zur Erlangung der Entschädigungen von RWE Power ist zäh und manchmal entmutigend.

Auch in Borschemich waren die Teilnehmer von den emotionalen Ausführungen Wilfried Lörkens sehr beeindruckt. Immer wieder hörte man, es unverständlich sei, was hier im Erkelenzer Osten geschehe.

Übereinstimmend hörte man, dass diese Fahrt nachhaltig beeindruckt hat und für manchen so die Folgen des Braunkohletagebaues und der Umsiedlung im gesamten Umfang und in all seinen Auswirkungen deutlich wurden.

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