40 Jahre Städtepartnerschaft mit St. James

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
7868433.jpg
Die Jubiläumsschrift kann sich sehen lassen: Freude darüber herrscht auch bei der redaktionell verantwortlichen Maria Meurer, Bürgermeister Peter Jansen (2.v.l.), Hans-Josef Mertens (l.) und Thomas Pennartz (beide Sparkasse). Foto: Günter Passage

Erkelenz. Pünktlich zur Abfahrt der Erkelenzer Delegation zur französischen Partnerstadt St. James wurde eine 40-seitige Broschüre aufgelegt, die die 40-jährige Geschichte der Partnerschaft aus sehr persönlichen Blickwinkeln erzählt.

Gemeinsam mit Friederike Grates von der Stadtverwaltung hat die Autorin Maria Meurer die lebendigen Erinnerungen sowohl in Erkelenz als auch in St. James gesammelt. Das Ergebnis ist eine zweisprachige Schrift mit sehr persönlichen Erinnerungen an 40 Jahre Partnerschaft. Finanziert wurde der Druck von der Kreissparkasse, also war es auch klar, dass das Werk in den neuen Räumen der Sparkasse erstmals präsentiert wurde.

Eine Aufgabe der Sparkasse sei es auch, die gesellschaftliche ebenso wie die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft zu begleiten und zu fördern, erklärte der Vorstandsvorsitzende Thomas Pennartz. „Das Thema der Begegnung ist uns sehr wichtig“, erklärte er. „Deshalb nehmen wir an der Partnerschaft mit St. James sehr intensiv teil.“

Bürgermeister Peter Jansen hob hervor, dass die Partnerschaft zwischen den beiden Städten eine Herzlichkeit habe, wie man sie nur unter Freunden empfinde. Vor 40 Jahren begann die Städtepartnerschaft ganz sportlich, nämlich mit einem Fußballturnier, an dem eine Mannschaft von Sparta Gerderath teilgenommen hatte.

Damals entstand die Idee, dass Gerderath eine Städtepartnerschaft mit der Nachbargemeinde der Wassenberger Partnerstadt Ponterson beginnen könnte. Ein Jahr später kam das bis dahin eigenständige Gerderath im Rahmen der Kommunalen Neugliederung zu Erkelenz – und damit auch die Partnerschaft mit St. James.

Zu den ersten Besuchern in St. James gehörte auch Prof. Dr. Heribert Brendt. Er erinnert sich in der Broschüre ebenso wie viele andere Zeitzeugen, dass die Freundschaft erst wachsen musste. Anfangs wurden die Deutschen aus Erkelenz mit einigem Misstrauen beäugt.

Auch Claudia Müller, die bei einem der ersten Schüleraustausche dabei war, erinnert sich in ihrem Text, wie sie zuerst das Eis bei ihrer Gastfamilie brechen musste, bevor die bis heute andauernde Freundschaft wachsen konnte.

Fester Programmpunkt jedes Besuches in St. James sind der amerikanische und der deutsche Soldatenfriedhof. Dort fand der Granterather Josef Görtz auch das Grab seines 1944 gefallenen Vaters Adam. „Selbst die jungen Besucher werden ganz still, wenn sie angesichts der Gräberreihen die Dimensionen erkennen, die Krieg hat“, erklärte Jansen, der bereits zum zehnten Mal in St. James zu Besuch ist. Einmal war er auch kurzfristig nach St. James gerufen worden, um seinem Amtskollegen beizustehen, der mit dem Präfekt über den Bau einer neuen Grundschule diskutieren musste.

Bei der Arbeit habe sie ein Konzept gehabt, „von dem auch ein bisschen übrig geblieben ist“, erklärte Maria Meurer. Bei den Gesprächen mit den Zeitzeugen wurde ihr schnell klar, dass jeder andere und sehr persönliche Eindrücke beisteuern konnte. Der vorgefertigte Fragenkatalog kam daher selten zu Einsatz.

Zu Wort kommen in der Broschüre auch Yannick Duval und Michel Thoury, die man auf Seite der französischen Partner als „Motoren der Partnerschaft“ bezeichnen kann. Auch bei ihnen hat die Partnerschaft Spuren hinterlassen. „Das Land, in dem ich nach Frankreich am liebsten bin, ist Deutschland“, bekennt Duval in seinem Beitrag.

Und Michel Thoury konnte als Zahnarzt auch schon einigen Besuchern in den Mund schauen und sie von ihren Zahnschmerzen befreien.

Die Broschüre ist zweisprachig, denn sie soll in beiden Gemeinden gelesen werden können. Die Zeiten, in denen man sich mit Händen und Füßen verständigen musste, sind vorbei. Einige Anekdoten über Missverständnisse und mangelnde Vokabelkenntnisse können auch zweisprachig nachgelesen werden.

Mit rund 250 Teilnehmern ist die Erkelenzer Gruppe nach St. James aufgebrochen, um an diesem Wochenende den 40. Jahrestag der Städtepartnerschaft mit ihren Freunden zu begehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert