22.000 Autos am Tag: Den Ratheimern stinkt‘s!

Von: Helmut Wichlatz
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Dieter Kampmann (l.) ist einer der treibenden Kräfte der Interessengemeinschaft, die sich jetzt vorgenommen hat, die Bürger mit Infos zu versorgen. Lothar Fischer (M.) mit Flyern, die verteilt werden. Foto: Wichlatz

Hückelhoven-Ratheim. Der Durchgangsverkehr über die L117 durch Ratheim und Millich ist nicht nur den Anwohnern schon lange ein Dorn im Auge. Es geht um bis zu 22.000 Fahrzeuge, die sich täglich durch die Orte quälen und den Anwohnern einiges an Ungemach bereiten.

„Die L117 ist die meistbefahrene Straße im Kreis“, ist sich Dieter Kampmann sicher. Er hat gemeinsam mit anderen Betroffenen aus den beiden Ortschaften die Bürgerinitiative „IG L117n – Sofort!“ ins Leben gerufen. Die Idee zur Gründung kam ihnen bei einem Bürgergespräch der Hückelhovener SPD zum Thema Ortsumgehungen. Dort erfuhren sie, dass die Ortsumgehung in weite Fernen gerückt sei, da das Eisenbahnbundeamt der für den Bau notwendigen Entwidmung der stillgelegten Bahntrasse nicht zugestimmt habe. Begründung: Eine Reaktivierung der Bahnstrecke sei nicht auszuschließen.

Klage gegen das Bundesamt

Die Stadt ist seit Jahren bemüht, die Ortsumgehung L117n voranzutreiben. Deshalb hat sie gegen die Entscheidung des Bundesamtes Klage erhoben. Ein Schritt, der nach Auffassung der Bürgerinitiative falsch ist. Vielmehr müsse nun an einer Reduzierung des Durchgangsverkehrs mit den zur Verfügung stehenden Mitteln gearbeitet werden, argumentieren Kampmann und seine Mitstreiter und legen auch gleich einen dreistufigen Maßnahmenplan vor, für dessen Unterstützung sie nun die Mitbürger gewinnen wollen.

Die erste Stufe sieht kurzfristige Maßnahmen zur Geschwindigkeits- und Lärmreduzierung sowie eine Reparatur der schadhaften Fahrbahndecke in den Ortsdurchfahrten vor. „In Ratheim gehen rund 1200 Schüler zur Schule“, betonte auch Michael Brunen, der an der Gronewaldstraße wohnt. „Es grenzt an ein Wunder, dass bisher noch nichts Schlimmes passiert ist.“ Im zweiten Schritt wollen sie die Verkehrsströme „intelligent aufteilen“ und meinen damit die Nutzung bestehender Straßen wie des Zechenrings oder der Jacoba- straße, über die der von Wassenberg kommende Verkehr nach und durch Hückelhoven geleitet werden könnte.

Diese Umgehungsmöglichkeit bräuchte nur ausgeschildert zu werden. „Warum nutzen wir nicht vorhandene Strecken“, argumentiert Kampmann und spricht in dem Zusammenhang von „totem Kapital“ für die Stadt.

Die Quertangente vorziehen

Auch die Gewerbe- und Einkaufszentren der Stadt wären über diesen Weg erreichbar. Als letzten Punkt schlägt die Initiative das Vorziehen des Baus der sogenannten Quertangente von der Autobahnausfahrt Millich zur Jacobastraße hin vor, um den Schwerlastverkehr aus den Ortschaften fern zu halten.

In einem ersten Schritt sollen nun erst einmal die betroffenen Bürger informiert und die Pläne der Initiative vorgestellt werden. Ob man einen Verein gründen will oder eher eine Projektbezogene Initiative bleibt, steht noch nicht fest.

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